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Pol Bury

Biografien
Pol Bury

*  1922 Haine-Saint-Pierre/Belgien
† 2005 Paris


Der Maler, Grafiker, Bildhauer, kinetische Künstler und Objektkünstler Pol Bury zählt zu den wichtigsten Vertretern der belgischen Nachkriegskunst.
Im Jahr 1922 kommt Pol Bury im belgischen Haine-Saint-Pierre zur Welt. Nach einem kurzen Studium an der Academie des Beaux-Arts in Mons (1938-1939) erfährt Pol Bury seine frühe künstlerische Prägung ab dem Ende der 1930er Jahre im Umkreis der surrealistischen Dichtkunst. Er wird Mitglied in der "Groupe de recherches surréalistes".
Pol Bury wendet sich um diese Zeit auch der Malerei zu und zeigt in Gemälden aus der ersten Hälfte der 1940er Jahre deutliche Einflüsse der Surrealisten Yves Tanguy und René Magritte. 1945 nimmt er sogar an der Exposition Internationale du Surréalisme in Brüssel teil.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges tritt Pol Bury der Künstlervereinigung "Jeune Peinture Belge" bei, im Jahr 1949 wird er kurzzeitig Mitglied von "CoBrA". Er wendet sich nun der geometrischen Abstraktion zu, die sein malerisches Werk bis 1953 beherrscht.
Um den Wechsel des Jahrzehnts ändert Pol Bury aber sein bevorzugtes Medium. An die Stelle der Malerei treten nun, angeregt durch Alexander Calders Arbeiten, Skulpturen und bewegte Objekte. 1953 entstehen die ersten beweglichen "Plan mobiles", 1955 die windbewegten "Girouettes" und 1957 die motorbetriebenen "Multiple planes".
Im Jahr 1961 zieht Pol Bury nach Paris. Auch die USA bereist der Künstler in den 1960er Jahren mehrfach. Im Jahr 1968 beginnt Pol Bury, sich als Schmuckdesigner zu betätigen. Beeindruckende Schmuckstücke, gekennzeichnet durch Platten aus Edelmetall, die mit Kügelchen oder Stiften verziert sind, zeigen die Begabung von Pol Bury auch auf diesem Feld.
Pol Bury ist nun bereits ein überaus erfolgreicher Künstler, der 1971 eine Retrospektive im New Yorker Guggenheim Museum bespielen kann. Stets ist eine besondere, geometrisch-elegante Ästhetik kennzeichnend für die dreidimensionalen Arbeiten von Pol Bury.
1973 zieht es Pol Bury aufs Land, nach Perdreauville bei Paris. In dieser neu gewonnenen Weite schafft er Monumentalskulpturen und die berühmten Brunnenanlagen. Einer dieser Brunnen wird 1980 für das Guggenheim Museum entworfen, 1985 schafft Bury zwei weitere Brunnen für die Gartenanlage des Palais-Royal in Paris, 1994 wird ein Brunnen für die Tohoku University of Art and Design im japanischen Yamagata gefertigt.
Auch das späte Werk von Pol Bury ist überaus vielfältig. Zu nennen sind die ab 1997 entstehenden "Volumes figés", kunstvoll aufgefächerte Bronzeskulpturen, oder die nach dem Jahrtausendwechsel geschaffenen "Ramollissements virtuels", bei denen Pol Bury Altmeistergemälde digital bearbeitet. Auch als Druckgrafiker tut sich Pol Bury immer wieder hervor.
Pol Bury, der zwischen 1983 und 1987 an der Ecole nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris lehrt und 1992 zum Ritter der Ehrenlegion erhoben wird, verstirbt 2005 in Paris.