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Pol (Paul Ernst Karl) Cassel

Biografien
Pol (Paul Ernst Karl) Cassel

*  1892 München
† 1945 Kischinew/Russland


Pol Cassel wird am 17. März 1892 in München als Sohn des Lithografen Karl Cassel geboren. Nach der Jahrhundertwende übersiedelt die Familie nach Erfurt, wo Pol Cassel ab 1907 die Kunstgewerbeschule besucht. 1909 setzt er sein Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule fort. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldet sich Cassel als Kriegsfreiwilliger. Im Juli 1920 heiratet er die Kunsthandwerkerin Susanne Schroth und zieht mit ihr in die Nähe der Stadt Wehlen an der Elbe. Dort entstehen die typischen Ansichten aus seiner Welt, in der die Natur, seine Familie und die Tiere zu einer unauflöslichen Einheit zusammenwachsen, wobei die Bedeutung des Gegenstands auch durch das hohe Maß an Abstraktion nicht gemindert wird. Den Lebensunterhalt verdient der Künstler bei der Firma Hoesch in Pirna. Bereits 1923 gehört der 31-jährige Maler der "Dresdner Sezession" an. Zwei Jahre später erhält er in der Sommerausstellung der Künstlervereinigung Dresden einen eigenen Saal, in dem er 21 Ölgemälde zeigt. Zu Beginn des Jahres 1929 findet die erste Einzelausstellung in der angesehenen Galerie "Neue Kunst Fides" statt und erntet große Aufmerksamkeit. Das Jahr 1930 bildet einen Höhepunkt seiner Karriere: Die Stadt Dresden kauft mehrere seiner Werke. Finanziell abgesichert begibt sich der Künstler für mehrere Monate auf Reisen - zunächst nach Paris, dann nach Südfrankreich und schließlich nach Algerien, von wo er eine Fülle von Zeichnungen und Aquarelle nach Hause bringt. 1933 - nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten - werden seine Werke als "entartet" eingestuft und in der Dresdner Ausstellung "Spiegelbilder des Verfalls in der Kunst" und der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" der Öffentlichkeit präsentiert. 1944 wird Cassel zum Kriegsdienst eingezogen, gerät in russische Kriegsgefangenschaft und stirbt dort im Juli 1945. Zum 100. Geburtstag des Malers organisiert die "Kunstausstellung Kühl" in Dresden eine kleine, aber hochkarätige Gedächtnisausstellung.