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Roger Loewig

Biografien
Roger Loewig

*  1930 Striegau/Schlesien
† 1997 Berlin


Der Maler Roger Loewig wird 1930 in Schlesien geboren, wo er als Kind den Beginn des Zweiten Weltkrieges und die Besetzung Polens miterlebt. Nach 1945 flieht er aus Schlesien, in der Lausitz arbeitet der 16-Jährige als Land- und Forstarbeiter. 1951 beginnt Roger Loewig in Ost-Berlin eine Lehrerausbildung. Ab 1953 ist er als Lehrer für Russisch, Deutsch und Geschichte tätig. Neben dieser Tätigkeit beginnt Roger Loewig zu malen, zu zeichnen und zu dichten. Im August 1963 veranstaltet er in privaten Räumen eine Ausstellung mit seinen Arbeiten. Da seine künstlerischen Aussagen zu den Verhältnissen in der DDR jedoch sehr kritisch sind, führt diese Ausstellung zu seiner Verhaftung durch die Staatssicherheit und zur Beschlagnahmung der Arbeiten. Nach einjähriger Untersuchungshaft wird Loewig als staatsgefährdender Hetzer und Propagandist zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt, viele seiner Arbeiten vernichtet. Auf Einwirken der Bundesregierung wird Loewig 1964 aus der Haft entlassen. Seine Tätigkeit als freischaffender Künstler in den Folgejahren gestaltet sich wegen andauernder Repressalien schwierig. 1965 entstehen erste Lithographien. 1967 stellt Loewig einen Ausreiseantrag, dem 1972 - wiederum auf Vermittlung der Bundesregierung - stattgegeben wird und er siedelt nach West-Berlin über.
In den anschließenden Jahren unternimmt Loewig zahlreiche Reisen durch Europa. Ab 1976 widmet sich Loewig der Radierkunst, er erhält ein Stipendium der Aldegrever-Gesellschaft, ist Gast in der Villa Massimo in Rom. Die Druckgraphik ist Loewigs vorherrschendes künstlerisches Medium. Seine Motive kreisen überwiegend um Kriegsschrecken, das Gefühl der Bedrohtheit, Flucht, den Holocaust. Parallel zu den graphischen Folgen entstehen auch lyrische Texte und Gedichtzyklen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wird 1992 das Werk Loewigs im Staatlichen Museum Auschwitz gezeigt. Zahlreiche weitere Einzelausstellungen im In- und Ausland machen Roger Loewig einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Roger Loewig stirbt am 4. November 1997 in Berlin.