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Roman Opalka

Biografien
Roman Opalka

*  1931 Hocquincourt
† 2011 Rom


Roman Opalka wird am 27. August 1931 in Hocquincourt in der französischen Picardie geboren. 1935 kehrt die Familie Opalka aus Frankreich nach Polen zurück, sie wird jedoch 1940 von den Nationalsozialisten nach Deutschland deportiert. Nach Kriegsende kann Roman Opalka nach Polen zurückkehren, wo er 1947 eine Lehre als Lithograf an der Kunstschule in Nowa Ruda beginnt. 1949 wechselt er an die Hochschule für angewandte Kunst in Lodz, die er bis 1950 besucht. 1950-1956 absolviert Roman Opalka die Kunsthochschule in Warschau. 1957 reist der Künstler erstmals nach Paris. Das Frühwerk Roman Opalkas entsteht zwischen 1959 und 1963, es umfasst eine Reihe abstrakter und monochrom weißer Gemälde, die die Suche nach einer für ihn gültigen Kunstform zeigen. 1965 beginnt Roman Opalka sein Hauptwerk "1965/1-Infinity", das zugleich sein bis zu seinem Tod fortdauerndes Lebenswerk bedeutet: Opalka schreibt fortlaufende Zahlen, beginnend wie beim Schreiben links oben nach rechts unten. Ab 1970 konzentriert sich Roman Opalka ausschließlich auf die Fortführung dieses Werkes. Ab 1972 mischt der Künstler mit jeder neuen "Detail"-Leinwand ein Prozent mehr Weiß in die Untergrundfarbe Grau, sodass mit jeder neuen Leinwand der Hintergrund heller wird und die Zahlen darauf weniger kontrastieren. Zu den Leinwänden kommen Tonbandaufnahmen der fortlaufenden Zahlen, wobei die geschriebene und die gesprochene Zahl simultan aufgezeichnet werden. Am Ende jeden Tages entsteht ein fotografisches Selbstporträt, das den Künstler immer in weißem Oberhemd und mit gleichem Gesichtsausdruck vor der an diesem Tag beschriebenen Leinwand zeigt. Die Konsequenz, mit der Roman Opalka dem Konzept seiner Kunst, der Verknüpfung von Werk und Künstlerleben, im immer fortgeführten Werk "1965/1-Infinity" treu bleibt, ist in dieser Ausschließlichkeit einzigartig in der Kunst des 20. Jahrhunderts. 1966 findet in Warschau die erste Einzelausstellung des Künstlers statt. 1969 zeigt Roman Opalka sein Werk auf der Biennale in São Paulo, 1977 nimmt er an der Documenta 6 in Kassel teil. Nach einem einjährigen Stipendium des DAAD für den Aufenthalt in Berlin, zieht der Künstler 1977 mit seiner Lebensgefährtin Marie-Madeleine Gazeau nach Bazérac in Südfrankreich, wo Opalka 1985 die französische Staatsbürgerschaft annimmt. Roman Opalka erhält zahlreiche Preise und Ehrungen für sein künstlerisches Werk, so etwa 1991 den Prix National de la Peinture und 1993 den Kaiserring der Stadt Goslar. 1985-1990 ist Opalka Gastprofessor der Sommerakademie Salzburg. Bis zu seinem Tod am 6. August 2011 im italienischen Chieti führt Roman Opalka sein Lebenswerk "1965/1-Infinity" fort.