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Rudolf Bauer



1889 Lindenwald/Schlesien
1953 Deal/New Jersey

Rudolf Bauer wird 1889 im schlesischen Lindenwald bei Bromberg geboren und siedelt wenige Jahre später mit seinen Eltern nach Berlin. 1905 beginnt Bauer an der dortigen Akademie der Künste ein Studium, welches er aber nach wenigen Monaten beendet, um sich autodidaktisch weiterzubilden. In der Folge entstehen neben Gemälden, Karikaturen und humoristische Zeichnungen, die u.a. im "Berliner Tageblatt", im "Ulk" und im "Figaro" publiziert werden. Ab 1912 nimmt Bauer zu der von Herwarth Walden gegründeten Zeitschrift und der gleichnamigen Galerie "Der Sturm" Kontakt auf, einem Brennpunkt des deutschen Expressionismus und der internationalen Avantgarde. 1915 nimmt Bauer erstmals an einer Gruppenausstellung in Waldens Galerie teil und lernt Hilla von Rebay kennen, zu der sich eine dauerhafte, für die späteren Jahre Bauers entscheidende Verbindung ergibt. Bis 1922 beteiligt sich Bauer an rund 80 Ausstellungen des "Sturm", unterstützt Walden bei der Organisation der Ausstellungen und ist ab 1918 in der von Georg Muche geleiteten "Sturm"-Kunstschule lehrend tätig. Nach Kriegsende gehört Bauer zu den Gründungsmitgliedern der "Novembergruppe", zu der sich allerdings keine engere Zusammenarbeit ergibt. 1919 schließt sich Bauer mit dem Maler-Architekten Otto Nebel und Hilla von Rebay zu der Künstlergemeinschaft "Die Krater" zusammen. Nach impressionistischen Anfängen zeigt Bauers Frühwerk kubistische und expressionistische Einflüsse auf, ab 1915/16 geht er zu einer abstrakten Bildsprache über, die deutlich in der Nachfolge von Kandinskys Arbeiten steht. Anfang der Zwanziger Jahre setzt sich Bauer auch mit dem russischen Konstruktivismus und der holländischen Stijl-Gruppe auseinander. Bauers entschiedene Stellungnahme für die ungegenständliche Malerei gipfelt 1929 in der Gründung des privaten Museums "Das Geistreich", welches er als Kunstsalon für abstrakte Kunst führt. Die politische Entwicklung Deutschlands nötigt Bauer ab 1932 zum Verkauf einiger seiner Arbeiten nach Amerika. Vermittlerin ist hierbei Hilla von Rebay, die inzwischen die Leitung der Guggenheim-Sammlung übernommen hat und 1936 eine Wanderschau ungegenständlicher Kunst Europas mit insgesamt 60 Gemälden und Aquarellen Bauers organisiert. Nach Rudolf Bauers Emigration im Jahr 1939 wird sein Werk mehrfach bis zu seinem Tod 1952 von der Guggenheim-Stiftung ausgestellt. Rudolf Bauers umfangreiches Werk, das seit 1960 in den USA und in Europa in Vergessenheit geriet, erlebt seit den achtziger Jahren eine Neubewertung.

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