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Sam Szafran

Biografien
Sam Szafran

*  1934 Paris

Sam Szafran, der Meister moderner Pastellmalerei, kommt im Jahr 1934 in Paris als Samuel Berger zur Welt. Die Eltern sind jüdische Emigranten aus Polen, und der Mädchenname der Mutter lautet Szafran. Nach ihr nennt sich Samuel Berger später Sam Szafran.
Die Kriegsjahre sind traumatisierend für Sam Szafran und seine Familie. Die Bergers müssen sich verstecken, kaum ein Familienmitglied überlebt diese Zeit. 1944/45 wird Sam Szafran vom Hilfsdienst des Roten Kreuzes nach Winterthur gesandt, 1947 zieht er gemeinsam mit seiner Mutter nach Australien.
Allein kehrt Sam Szafran, gerade einmal 17 Jahre alt, 1951 in seine Geburtsstadt zurück. Er verkehrt zunächst in zwielichtigen Kreisen, schult sich aber zugleich in verschiedenen Kursen und ab 1953 in der Académie de la Grande Chaumière. Der Junge findet bald Anschluss an die Kunstszene. Noch am Ende des Jahrzehnts entstehen erste abstrakte Malereien, die sich an den Werken seiner Freunde Nicolas de Staël und Jean-Paul Riopelle orientieren. Sam Szafran begegnet in diesen Jahren auch Yves Klein und Jean Tinguely, später trifft er auf Alberto Giacometti.
Im Jahr 1960 verlässt Sam Szafran die Abstraktion und arbeitet fortan gegenständlich. In der Technik der Pastellmalerei, die er auch mit Aquarell oder Kohle zu verbinden versteht und meisterhaft beherrscht, entstehen höchst poetische Figurationen. Wiederkehrende Motive wie die surreal anmutenden Treppenbilder, die Atelieransichten oder die Darstellungen von wild wuchernden Gewächsen zeugen von der phantastischen Begabung Sam Szafrans, der sich immer gegen die Moden seiner Zeit stellt.
Obwohl einige Einzelausstellungen sein Werk begleiten, wird Sam Szafran, den eine enge Freundschaft mit Henri Cartier-Bresson verbindet, erst spät von der Kunstwelt entdeckt. Nachdem er 1993 den Grand Prix des Arts der Stadt Paris erhalten hat, ist zum Jahrtausendwechsel eine Retrospektive in Martigny und Saint-Paul-de-Vence sowie eine weitere im Pariser Musée de la Vie Romantique (2000/01) zu sehen. 2010 macht eine fulminante Einzelausstellung des Max Ernst Museums in Brühl den Künstler auch in Deutschland einem breiten Publikum bekannt.
Sam Szafran lebt und arbeitet seit 1974 in einer ehemaligen Gießerei in Malakoff in der Nähe von Paris.