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Stefano Maderno

Biografien
Stefano Maderno

*  1576 Bissione oder Palestrina
† 1636 Rom


Stefano Maderno, in dessen bildhauerischem Oeuvre der Übergang vom Manierismus zum Frühbarock fulminant verwirklicht ist, kommt um 1576 zur Welt. Als Geburtsorte sind Bissione oder Palestrina im Gespräch. Möglicherweise handelt es sich bei Stefano Maderno um den Bruder des berühmten Architekten Carlo Maderno. Darauf deutet hin, dass Stefano Maderno seine Werke nicht selten für Kirchen fertigt, denen auch Carlo Maderno mit Bauaufträgen verbunden ist.
Sein Oeuvre beginnt Stefano Maderna, indem er antike Skulpturen kopiert. Außerdem ist der Bildhauer lange als Restaurator antiker Plastiken tätig und schafft Gipsabgüsse von antiken sowie zeitgenössischen Werken. Auch reizvolle Kleinskulpturen sind von Stefano Madernos Hand bekannt.
Sein berühmtestes und heftig diskutiertes Werk wird aber zweifelsfrei die Marmorstatue der hl. Cäcilia für deren römische Grabeskirche Santa Cecilia in Trastevere, eine Liegefigur von natürlicher Anmut und ganz erstaunlichem Realismus. Die Heilige ist als Leichnam gezeigt, und ihre Haltung ist nicht idealisiert, sondern allein ein Produkt der Schwerkraft: Der liegende Körper ist seitlich kraftlos zusammengesackt, das Gesicht kehrt die Märtyrerin dem Boden zu. Dieses verblüffende Werk erklärt sich aus der Auftragssituation, die einen solchen Realismus erforderlich macht, denn es handelt sich dabei um die Nachempfindung eines "Wunders": 1599 öffnet man das Grab der Märtyrerin und findet deren Leichnam nach Jahrhunderten angeblich unversehrt. Der Papst ruft Stefano Maderna herbei, der die Leiche in Augenschein nimmt und diesen Anblick anschließend in Marmor meißelt - in einem Realismus, der jeden Zweifler überzeugen muss.
Neben diesem großen Meisterstück arbeitet Stefano Maderno auch in Santa Maria Maggiore, er schafft eine Petrusstatue am Quirinal und einige kleinere kirchliche Arbeiten. Auch an der Fontana di Belvedere (1612) und an der Innenausstattung des Vatikan ist Stefano Maderno beteiligt. Im Jahr 1607 wird Stefano Maderno in die renommierte Accademia di San Luca aufgenommen.
Stefano Maderno verstirbt 1636 in Rom.