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Stendhal Marie Henri Beyle

Biografien
Stendhal Marie Henri Beyle

*  1783 Grenoble
† 1842 Paris


Der Schriftsteller Stendhal, eigentlich Marie Henri de Beyle wird am 23. Januar 1783, als Sohn eines Anwalts in Grenoble geboren. Das Pseudonym "Stendhal" lässt sich auf den Ort Stendal in Sachsen-Anhalt zurückführen. Welche Umstände tatsächlich zu dieser Namensgebung führen, bleibt unklar. Bereits 1790 stirbt seine Mutter an den Folgen des Kindbettfiebers und 1794 wird sein Vater verhaftet. Er gelangt schließlich in die Obhut eines Geistlichen. Im Alter von 13 Jahren besucht er eine neu gegründete Zentralschule in Grenoble. Über Pierre Daru gelangt er 1799 an eine Stelle im Kriegsministerium. 1800, während des napoleonischen Italienfeldzuges, ist er als Regimentschreiber in Mailand. Die Schlacht bei Marengo fasziniert ihn so, dass er kurze Zeit darauf ins 6. Dragonerregiment eintritt. Bald wird er zum Unterleutnant befördert, dann zum Adjuntanten von General Michaud. Um in Paris zu studieren, quittiert er nach dem Frieden von Amiens 1802 seinen Dienst bei der Armee. Er folgt für eine kurze Zeit einer Geliebten nach Marseille. 1806, nach Paris zurückgekehrt, tritt er der Freimaurerloge Sainte-Caroline bei. Erneut durch den Einfluss Darus' erhält Stendhal eine Stelle im Kommissariat, die er erfolgreich in den Jahren 1806 bis 1814 besetzt. 1812, als er auf einer Russlandreise Moskau erreicht, ist er durch die Konsequenzen des vaterländischen Krieges gezwungen, mit der Armee über Königsberg nach Paris zu fliehen. Eine weitere militärische Anstellung nach dem Sturz Napoleons lehnt er ab, und lässt sich in Mailand nieder, wo er die Bekanntschaft von Silvio Pellico, Alessandro Manzoni und Lord Byron macht. 1821 werden die italienischen Behörden durch seine Freundschaft mit einigen italienischen Patrioten auf ihn aufmerksam und er wird aus Mailand verbannt. Erneut in Paris angekommen, befremdet von der zeitgenössischen französischen Kunst, findet er in den Kreis um Destutt de Tracy. 1822 veröffentlicht er seinen "Essay sur l'amour", von dem in elf Jahren lediglich siebzehn Exemplare verkauft werden. Weitere Veröffentlichungen folgen. Nach der Julirevolution wird er 1830 zum Konsul von Triest ernannt. Die österreichische Regierung lehnt ihn jedoch ab, so dass er nach Civitavecchia geschickt wird. Sein Roman "Le Rouge et le Noir, chronique du XIXe siécle" erscheint, bleibt aber weitgehend unbeachtet. Während eines Urlaubsaufenthaltes in Paris 1833 macht er die Bekanntschaft von George Sand und Alfred de Musset. 1835 wird Stendhal zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1839 erscheint seine erste erfolgreiche Veröffentlichung "La Chartreuse de Parma". Der Roman erhält 1840 eine positive Anerkennung durch Balzac. Am 22. März 1842 stirbt Stendhal an den Folgen eines Schlaganfalls in Anwesenheit von Romain Colomb und Abraham Constantin in einem Pariser Hotel. Sein Grab liegt auf dem Friedhof Montmartre.