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Théodore Géricault

Biografien
Théodore Géricault

*  1791 Rouen
† 1824 Paris


Théodore Géricault ist als Gründungsvater der französischen Romantik zu den revolutionärsten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts zu zählen.
Zur Welt kam Jean Louis André Théodore Géricault, der gemeinhin unter dem verkürzten Namen Théodore Géricault bekannt ist, 1791 in Rouen als Sohn eines Juristen. Um die Mitte des Jahrzehnts übersiedelte die Familie nach Paris.
Schon während seiner Lehre als Buchhalter besuchte Théodore Géricault heimlich das Atelier von Antoine Charles Horace Vernet, und Ende 1810 hatte Jean Louis André Théodore Géricault schließlich seinen Willen durchgesetzt, Künstler zu werden. Er wurde Ateliermitglied bei Pierre-Narcisse Guérin, der neben Jacques-Louis David die zweite große "Künstlerschmiede" dieser Zeit unterhielt und wohl nur der Legende nach in offenem Konflikt mit seinem Schüler stand. Hier sollte Jean Louis André Théodore Géricault auch um 1815 Eugène Delacroix, den anderen großen Meister der französischen Romantik, kennen lernen.
1811 schrieb sich Théodore Géricault zum tieferen Studium auch an der Pariser Ecole des Beaux-Arts ein. Aber schon früh suchte Jean Louis André Théodore Géricault, ein leicht reizbarer, vor Leidenschaft sprühender Mann, der dank einer üppigen Erbschaft finanziell unabhängig war und frei experimentieren konnte, nach einer neuen künstlerischen Sprache, die sich von dem als blutleer empfundenen akademischen Klassizismus seiner Studienzeit radikal unterschied. Ein Italienaufenthalt 1816 / 1817 wirkte dabei überaus anregend: Die Begegnung mit der kraftvollen Kunst Michelangelos wurde ebenso prägend wie die Bildnerei der Antike, die ein völlig neuartiges Bild dieser Epoche in dem jungen Maler reifen ließ, das anstelle von "edler Einfalt" und "stiller Größe" vor Energie nur so strotzte.
Die neuen Eindrücke spiegeln sich auch im berühmtesten Bild von Jean Louis André Théodore Géricault wider, das gleichsam das Gründungswerk der französischen Romantik wurde: Angeregt wurde das Gemälde mit dem "Floß des Medusa" (1818 / 1819, Musée du Louvre, Paris) von einem zeitgenössischen Ereignis, dem Schiffbruch der Fregatte "Méduse" vor der westafrikanischen Küste im Jahr 1816, der einen politischen Skandal ausgelöst hatte: Von knapp 150 Schiffbrüchigen konnten damals nach tagelangen menschlichen Dramen - sogar Kannibalismus soll vorgekommen sein - nur 15 Mann mehr tot als lebend gerettet werden. Das monumentale, drastische und wild bewegte Gemälde, von Théodore Géricault so akribisch vorbereitet, dass er sogar Studien von Leichenteilen anfertigte, wurde 1819 im ehrwürdigen Pariser Salon gezeigt und löste einen echten Skandal aus. Die Sehgewohnheiten des Publikums wurden durch das "Floß der Medusa" in ihren Grundfesten erschüttert. Als Théodore Géricault das Werk 1820 in London zeigte, zog das Skandalbild rund 50.000 Besucher an.
Auch in den grafischen Gattungen, nicht zuletzt in der noch jungen Technik der Lithografie, schuf Jean Louis André Théodore Géricault revolutionäre Arbeiten. Jedoch war ihm kein langes Leben beschieden: 1823, nachdem ein befreundeter Börsenmakler, der auch das Vermögen von Théodore Géricault verwaltet hatte, Bankrott melden musste, verschlechterte sich die bereits angegriffene Gesundheit von Jean Louis André Théodore Géricault, so dass er am Jahresende sein Testament aufsetzte und - verkehrte Welt - seinen Vater als Alleinerben begünstigte. 1824 verstarb der revolutionäre und seiner Zeit weit vorangeschrittene Künstler in Paris. Werke von Théodore Géricault befinden sich heute in zahlreichen wichtigen Museen wie dem Art Institute of Chicago, dem Kunsthaus Zürich, dem Musée du Louvre in Paris oder der Münchner Neuen Pinakothek.