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Tiziano Vecellio gen. Tizian

Biografien
Tiziano Vecellio gen. Tizian

*  1477 bis 1490 Pieve di Cadore
† 1576 Venedig


Vecellio Tiziano, Tizian genannt, wird im Norden des venezianischen Staatsgebietes in den Alpen um 1477 oder um 1488 geboren. Sein Geburtsdatum ist umstritten und lässt sich nur aus widersprüchlichen Quellenangaben des 16. und 17. Jahrhundert erschließen. Nach dem Bericht des Lodovico Dolces kommt Tizian als Neunjähriger in Venedig in die Lehre des Mosaizisten Sebastiano Zuccato, arbeitet dann in der Werkstatt Gentile Bellinis und wechselt in das Atelier des berühmtesten Meisters der Lagungenstadt Giovanni Bellinis. Dieser stellt sich bereits als ein Künstler von Rang und Adel dar, eine Rolle, die - ohne an höfisches Leben gebunden zu sein - für Tizian geradezu typisch werden soll. Die künstlerische Entwicklung Tizians beginnt mit einer starken Beeinflussung durch Giorgione, dessen Vielfarbigkeit und Farbmusikalität Tizian wie kein anderer Maler vor ihm zu einer Vorherrschaft der Farbe ausbaut und in seinem mythologisch-allegorischen Hauptwerk der Frühzeit "Himmlische und Irdische Liebe" (um 1514) zur Entfaltung bringt. Am Wendepunkt der abendländischen Kunst stehend, begründet Tizian in seinem berühmtesten Altarbild "Himmelfahrt Mariä" von 1516-18 durch den starken Gegensatz von Hell und Dunkel und eine neuartige leidenschaftliche Bewegtheit eines der Grundprinzipien der Barock-Malerei. In dramatischer Steigerung folgen u.a. die Altäre in Ancora 1520, in Brescia 1522, im Vatikan um 1523 und die "Himmelfahrt Mariä" in Verona von 1525-30. Tizian erhält zusehens auch weltliche Aufträge für Fürstenhäuser außerhalb des Veneto, für die d'Este, Gonzaga, Farnese und Rovere, sowie für Franz I. 1530 beginnt Tizians Tätigkeit für Karl V. und den Kaiserhof, 1532 für den Hof von Urbino und Anfang 1550 für den Habsburger Philipp II. Mit diesen Auftraggebern wird auch das Bildnis im Schaffen Tizians den sonstigen Werken vollends ebenbürdig. Es entstehen psychologisch eindringliche repräsentative Porträts u.a. von Karl V. und Papst Paul III., die ihm den unbestritten ersten Platz unter den Bildnismalern Europas sichern. Als einer der ersten Künstler schöpft Tizian in seinen mythologisch-arkadischen und religiösen Ölgemälden der Spätzeit die Möglichkeiten malerischer Faktur aus. In kräftigen Pinselstrichen bis zum Auftrag der Farbmaterie mit der Hand vollendet sich eine heftige malerische Konzeption, mit denen Tizian auf die Gestaltungsmittel moderner Malerei vorausweist. Die von Tizian entwickelten Kompositionsmotive und der von ihm geschaffene Typus des Porträts werden für die nachfolgende Künstlergeneration vorbildhaft und begründen seinen Ruhm als wichtigsten richtungsweisenden Künstler der venezianischen Hochrenaissance.