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Walter Jacob

Biografien
Walter Jacob

*  1893 Altenburg/Thüringen
† 1964 Hindelang/Allgäu


Walter Jacob, der zur zweiten Generation des deutschen Expressionismus zählt, wird als Sohn des Altenburger Dekorationsmalers Richard Jacob geboren und fängt schon früh zu malen und zeichnen an. Nach zwei abgebrochenen Lehren beginnt er 1910 eine Dekorationsmalerlehre in Meerane, wo er den Kuehl-Schüler Ernst Müller-Gräfe trifft, der in der Folgezeit bedeutsam für Jacobs künstlerische Entwicklung wird. Jacob arbeitet nachts an seinen Zeichnungen und Studien, die er Müller-Gräfe von 1910-13 regelmäßig zur Beurteilung nach Dresden schickt. Der starke Drang Künstler zu werden und der Industriestadt Meerane zu entfliehen, führt schließlich zum Abbruch der Lehre. Es beginnt nun der schwierige Kampf um die finanzielle Absicherung seines Lebensunterhaltes, der häufig nur durch ungeliebte Auftrags- und Gelegenheitsarbeiten gewährleistet werden kann. Aufgrund seines permanenten Geldmangels kann er sich kaum Farben leisten, weshalb vor allem Zeichnungen entstehen. 1914 beteiligt er sich an einer ersten Kollektiv-Ausstellung in der Galerie Bayer & Sohn in Leipzig. Von 1914-18 ist er als Freiwilliger an der Front, unterbrochen von einer langen Phase der Genesung von 1915-16 nach einer Kriegsverletzung. In dieser Zeit wird Jacob Student an der Dresdner Akademie und pflegt bereits Kontakt zu Robert Sterl, dessen Meisterschüler er von 1919-20 ist. Er verarbeitet in seinen Werken die schrecklichen Kriegserlebnisse und nimmt an mehreren Ausstellungen in Dresden teil. Nach dem Krieg arbeitet Jacob zunächst bevorzugt an Holzschnitten und steht in engem Kontakt zur Künstlergruppe "Dresdner Sezession Gruppe 1919", aber auch zu Kokoschka und Dix. 1920 beginnt er mit der Arbeit an intensiv-farbigen, expressiven Ölgemälden, die u. a. den Krieg, die Passion Christi und die Großstadt thematisieren. Nach einem längeren Aufenthalt in Berlin wendet er sich von der Großstadt ab und sucht in den nächsten Jahren bis 1928 die Einsamkeit auf Studienfahrten und Aufenthalten auf Hallig Hooge, in Oberbayern, der Lausitz, in der Schweiz, Österreich und Jugoslawien. Die nächsten Jahre bis 1945, die Jacob vornehmlich in München und Dachau verbringt, sind bestimmt von wirtschaftlicher Not, depressiven Phasen und Widersprüchen in seinem Leben und Werk. In der Nachkriegszeit lebt der Künstler in Hindelang im Allgäu und arbeitet an dramatisch bewegten Szenen, oft mit biblischen Themen, in denen er die Vergangenheit reflektiert, aber auch an farbfrohen abstrakten Landschaften. Jacobs größte Ausstellung mit über 200 Werken findet 1956 in der Galerie André Maurice in Paris statt und liefert einen Überblick über sein Schaffen.