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Wenzel Hollar

Biografien
Wenzel Hollar

*  1607 Prag
† 1677 London


Der deutsch-böhmische Kupferstecher, Radierer und Zeichner Wenzel Hollar verlässt als Zwanzigjähriger seine Heimatstadt Prag. Von 1627 bis 1629 verbringt er wohl seine Lehrzeit bei Matthäus Merian in Frankfurt und anhand der mit Ortsangaben versehenen Blätter lässt sich seine Wanderschaft in der deutschen Rheinebene und in den Niederlanden nachweisen. 1636 wird Hollar als Zeichner in das Gefolge des Grafen T.H. Arundel aufgenommen, der als englischer Gesandter Karls I. in diplomatischer Mission zu Kaiser Ferdinand II. reist. Hollar begleitet den Grafen auf Rhein, Main und Donau nach Prag, fertigt Skizzen der passierten Städte an und folgt ihm ein Jahr darauf nach London. Hier entstehen für Arundel die Stiche seiner Sammlungen, auch Porträts und Illustrationen zu Vergil, Aesop, zur Ilias, Ansichten von London, u.a.m. Sein umfangreiches Werk von ungefähr 4000 Blättern, darunter ca. 2800 Stichen ist ein charakteristisches Beispiel für die Wissbegier der Spätrenaissance und des Barocks, die danach strebt, Dinge, Menschen und die Welt in grösster Genauigkeit und feinem Gefühl für die Stofflichkeit und Eigenart zu erfassen. Besonders wertvoll ist die dokumentarische Treue bei der Darstellung von Städten und Landschaften und kommt in ihrem Stil den besten der Zeit nahe, wie z.B. denen von Jacques Callot. Auch seine Porträts aus der adeligen Gesellschaft bestechen durch ihre Wirklichkeitsnähe. Bemerkenswert sind seine außerordentlich gelungenen Nachahmungen von Materialien, seine Darstellungen von Modefiguren und Nationaltrachten und seine Reproduktionen von Kunstwerken (z.B. die Bildnisse Holbeins und van Dycks). Als einer der bedeutendsten und fruchtbarsten Kupferstecher seiner Zeit verstirbt Wenzel Hollar 1677 in London. Die grössten Sammlungen seiner Werke besitzen das Britische Museum in London, die Nationalgalerie in Prag und das Kupferstichmuseum in Berlin.