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Wilhelm Leibl

Biografien
Wilhelm Leibl

*  1844 Köln
† 1900 Würzburg


Nach einer Schlosserlehre beginnt Leibl seine künstlerische Ausbildung 1861 als Schüler von Herrmann Becker in Köln. Im Frühjahr 1863 übersiedelt er nach München, wo er zunächst bei Strähuber und Anschütz an der Akademie studiert und die flämischen Meistern in der Alten Pinakothek kopiert. Seit 1866 ist er Schüler Arthur von Rambergs, anschließend Carl von Pilotys. Zusammen mit Theodor Alt, Johann Sperl und Rudolf Hirth du Frênes bezieht Leibl 1869 ein gemeinsames Atelier in München, wo sich bis 1873 der sog. "Leibl-Kreis" ausbildet. Im selben Jahr findet die für Leibls künstlerische Entwicklung entscheidende Begegnung mit Gustave Courbet statt, der ihn zu einem Studienaufenthalt in Paris anregt. Dort kommt Leibl mit den neueren französischen Tendenzen in Berührung, die vorübergehend in einer lockeren Malweise und zurückhaltender Stofflichkeit zum Ausdruck gelangen. In Paris lernt er auch die Frankfurter Künstler Scholderer und Eysen kennen, die in der Folge zu seinem Kreis gerechnet werden. 1870 kommen Hans Thoma, 1871 Carl Schuch und Wilhelm Trübner hinzu, die Leibl nach Bernried am Starnberger See einladen. Dieses Zusammensein im Sommer 1871 darf als eigentliche Geburtsstunde des "Leibl-Kreises" gelten. Nach seiner Rückkehr nach München siedelt der Künstler zunächst nach Graßlfing bei Dachau über, später zieht es Leibl nach Unterschondorf (1875-77), Berbling (1878-81), Bad Aibling (1881-92) und schließlich nach Kutterling (1892-1900). Seit 1878 lebt der Malerkollege Johann Sperl bei ihm. Beide schaffen einige Bilder zusammen, wobei Sperl die Landschaft und Leibl die Figuren malt. Wilhelm Leibls künstlerische Begabung und Bedeutung ist verwurzelt in seinem kompromisslos an der Realität orientierten Menschenbild. Er hat sich fast ausschließlich dem Bildnis gewidmet und in diesem Zusammenhang auch einige mehrfigurige Kompositionen geschaffen. Wilhelm Leibl ist die Zentralfigur einer der wichtigsten Kunstlerkreise Münchens, einer der Hauptmeister der gesamten Münchner Schule der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.