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William Blake

Biografien
William Blake

*  1757 London
† 1827


Der englische Druckgrafiker, Maler und Poet William Blake gilt als einer der visionärsten Künstler des ausgehenden 18. Jahrhunderts, dessen packende und verblüffende Werke gleichsam einen eigenen, mythisch-fantastischen Kosmos zu eröffnen scheinen.
1757 in London geboren, gehörte William Blake jener Generation von Individualisten an, die im späteren 18. Jahrhundert die Kunst revolutionierten.
William Blake hatte die grafischen Techniken von Grund auf erlernt: An eine Ausbildung an der Pars' Drawing School von 1767 bis 1771 schloss er bis 1779 eine Lehre beim Kupferstecher James Basire an, ab 1780 lernte William Blake zudem an den Royal Academy Schools. Catherine Boucher wurde 1782 seine Gattin und auch eine wichtige Mitarbeiterin in William Blakes weitgehend autarkem Kunstschaffen, denn William Blake war ein echtes Multitalent, Dichter ebenso wie Grafiker und Maler. Um seine Künste vereinen zu können, entwickelte der mit John Flaxman und Johann Heinrich Füssli befreundete William Blake sogar eine neue Technik: eine Form der Reliefradierung, die Bild und Text auf eine Platte brachte.
In diesem Sinne bildet auch das illuminierte Buch mit eigenen Texten und Bildern, finanziert durch den Brotberuf als Reproduktionsstecher, den Mittelpunkt des genialen Gesamtwerks von William Blake, das ferner bedeutende Illustrationszyklen und Einzelblätter zu literarischen Werken großer Autoren umfasst, darunter Shakespeare, Milton, Young, Gray und Dante. Als Auftragsarbeiten schuf William Blake ab 1799 auch wichtige Gemälde in Öl und die eindrucksvollen Aquarelle zur Bibel.
William Blakes bildnerische Arbeiten kreisen um die menschliche Gestalt, die in flächig-vordergrundbetonten, konturen- und farbstarken Kompositionen auch auf kleinsten Formaten wie eine monumentale Vision aus anderen Sphären erscheint. Pathos, Suggestivkraft und eine überraschend moderne Bildwirkung ziehen den Betrachter in ihren Bann. Formal wirkt die übersteigerte Figurenauffassung manieristischer Stiche nach, wobei William Blake mythische "Typen" ausbildet: den athletischen Jüngling als Sinnbild des Aufbegehrens, das Mädchen als Opfer und Lockung (Maria, Eva, Hure Babylons, Enitharmon, Oothoon, Vala), den Greis mit dem langen Bart als Vatergottheit (Har, Jehova, Urizen).
Mit seinen Bildvisionen erweist sich William Blake als großer und individualistischer Erneuerer der Kunstgeschichte, der seiner Zeit weit voraus war und mit Francisco José de Goya y Lucientes und Johann Heinrich Füssli auf einer Stufe steht. Heute gilt William Blake, dem zu Lebzeiten großer Erfolg versagt blieb, als Stichwortgeber des rund ein Jahrhundert später entwickelten Symbolismus und der Präraffaeliten. William Blake verstarb 1827 in London.


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