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Willy Robert Huth

Biografien
Willy Robert Huth

*  1890 Erfurt
† 1977 Amrum


Willy Robert Huth zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der "verschollenen Generation" des Expressiven Realismus.
Im Jahr 1890 kommt Willy Robert Huth in Erfurt zur Welt. 14-jährig tritt er in die Kunstgewerbeschule seiner Geburtsstadt ein, wo er bis 1906 lernt; 1907 nimmt Willy Robert Huth eine dreijährige Lehre im Atelier des Stuttgarter Hofmalers Paul Kämmerer auf. Vermittelt durch den Neffen seines Lehrmeisters, Willy Baumeister, kommt Willy Robert Huth nun in Kontakt mit den Künstlern um den großen Bahnbrecher Adolf Hölzel, der 1905 nach Stuttgart berufen worden war.
Nach Beendigung der Lehrzeit schreibt sich Willy Robert Huth 1910 an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule ein und ist im Architekturbüro von Wilhelm Kreis tätig. Kreis vermittelt ihm auch 1914 den Auftrag für die Raumausmalung der berühmten Kölner Ausstellung "Der Deutsche Werkbund".
Der Erste Weltkrieg unterbricht die vielversprechende Entwicklung von Willy Robert Huth: 1915 wird er eingezogen, 1918 gerät er in englische Gefangenschaft. Erst nach Kriegsende kann er sich 1919 als freier Maler in Berlin niederlassen.
Hier tobt die künstlerische Avantgarde, und Willy Robert Huth, dessen Werke an die "Brücke" anschließen, ist Teil der Bewegung: Er verkehrt mit George Grosz, Karl Schmidt-Rottluff, Karl Hofer, Max Pechstein und Erich Heckel, er wird 1919 Mitbegründer der expressionistischen Künstlergruppe "Jung-Erfurt", er stellt 1920 in der Freien Sezession aus und ist 1923 auf der ersten Ausstellung des deutschen Expressionismus in Amerika vertreten.
Es folgen Reisejahre (1923-1927), die Willy Robert Huth nach Paris und Italien, aber auch in die Schweiz, nach Österreich und Spanien führen. Zurück in Berlin, tritt er 1928 in die Berliner Secession und 1929 in den Deutschen Künstlerbund ein. In seinen Malereien und Grafiken dieser Jahre, die auch den Einfluss von James Ensor verraten, finden sich häufig Artisten, Gaukler, Zigeuner, Jahrmarkt- und Karnevalsszenen. Hinzu kommen Stillleben, Bildnisse und Selbstporträts sowie Landschaften, Architekturdarstellungen und, ganz auf der Höhe der Zeit, Stadtlandschaften.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten hemmt die weitere Entfaltung von Willy Robert Huth. Der Künstler gilt als "entartet" und wird 1937 mit Ausstellungsverbot belegt. 1944 wird Willy Robert Huth schließlich erneut eingezogen und gerät in russische Gefangenschaft. Ein Luftangriff auf Berlin macht sein Atelier dem Erdboden gleich und zerstört alle dort befindlichen Werke.
1945 steht Willy Robert Huth, zurück in Berlin, vor dem Nichts. Doch er nimmt seine Karriere wieder auf, unterrichtet 1946 an der Hochschule für Angewandte Kunst Berlin-Weißensee und bekleidet ab 1947 für ein Jahrzehnt eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste. 1949 begründet Willy Robert Huth mit Künstlern wie Hofer, Pechstein und Schmidt-Rottluff die "Berliner Neue Gruppe". Stilistisch und motivisch knüpft Willy Robert Huth an seine Vorkriegskunst an, aber auch das zerbombte Berlin oder Bilder aus der Kriegsgefangenschaft finden sich nun.
Die Sommermonate verbringt Willy Robert Huth, bis ins hohe Alter aktiver Künstler, stets auf der Insel Amrum. Hier verstirbt er hochbetagt im Jahr 1977.


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