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Gerhard Fietz

Fietz

1910 Breslau
1997 Göddingen bei Bleckede/Elbe

Der in Breslau geborene Gerhard Fietz beginnt nach dem Abitur ein Studium der Malerei an der Kunstakademie Breslau bei Alexander Kanoldt und Oskar Schlemmer. 1932/33 studiert er bei Heinrich Nauen an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 1937-39 ist Fietz Meisterschüler bei Kanoldt an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Von 1941-43 dient der Künstler als Soldat an der Ostfront. Die Erfahrungen des Krieges und der Gefangenschaft wirken sich auf die künstlerische Entwicklung aus. 1946 entstehen erste Pastelle: Farbvernetzungen, in denen sich die Farbe aus der Form entwickelt. Erst diese Nachkiegsarbeiten, in denen der Künstler sich zunehmend mit abstrahierenden Darstellungen versucht und mit verschiedenen Materialien und Formen experimentiert, sind erhalten. Das naturalistisch geprägte Frühwerk wurde im Krieg zerstört. 1947 zählt Fietz zu einer kleinen Gruppe avantgardistischer abstrakter Maler in München, deren ähnliche Gesinnung und der gemeinsame Wunsch nach einer "inneren Klärung" (Fietz) 1949 zur Gründung der Künstlergruppe "ZEN 49" führt. "Jeder von uns Jüngeren stand an einem Nullpunkt", schreibt Fietz, "wir alle waren im Krieg gewesen und wollten ein neues, klares und ethisch eindeutiges Leben verwirklichen, das inhaltlich auch im Bild sich ausdrückt." Fietz beschäftigt sich mit fernöstlicher Philosopie und mittelalterlicher Kunst mit dem Ziel, die Kunst auf eine spirituelle Ebene zurückzuführen. Allmählich entwickelt er eine dynamisch lapidare Formensprache, während die Farbe zunehmend an Autonomie gewinnt, so dass Arbeiten von struktureller wie auch farbiger Bewegtheit und Vielfalt entstehen. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von autark eingesetzter Farbe zum geometrischen Maß äußert sich gegen Ende der sechziger Jahre in größer werdenden Bildformaten. Fietz: "Die zur Fläche strebende Farbe und ihre Korrespondenz zu anderen Farben erzeugt Spannungen zwischen den Qualitäten, zwischen positiven und negativen Beziehungen [...], die ich durch geometrische Umgrenzungen zu fassen versuche und damit dem Bildganzen konstruktive Festigkeit verleihe." Als Gastdozent an der Landeskunstschule bzw. der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg ist Fietz in den Jahren 1953 und 1956/57 tätig. Von 1957-1990 lehrt der Künstler als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1979 gibt ein Besuch der Künstlerstätte Bleckede den Anstoß für einen Umzug dorthin. Hier verstirbt Fietz 1997 im Alter von 87 Jahren.

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