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Heinrich Ehmsen

Ehmsen

1886 Kiel
1964 Berlin

Am 9. August 1886 wird Heinrich Ehmsen als fünftes Kind des Korbflechters Heinrich Ehmsen geboren. Seine Kindheit ist ärmlich und von den Mühen der Eltern um das tägliche Brot bestimmt. Neben der Schule muß Ehmsen vom sechsten Lebensjahr an durch Korbflechten in der Werkstatt des Vaters zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Von 1901 - 1906 absolviert Ehmsen eine Ausbildung bei dem Kieler Malermeister Ernst Rüschmann und gleichzeitig entstehen seine ersten Landschafts- und Tierstudien. Ehmsens Interesse an der bildenden Kunst wächst und er entschließt sich zu einer Ausbildung als Dekorationsmaler, die er durch Anstreicharbeiten nach Feierabend selbst finanziert. Von 1906 - 1909 besucht Ehmsen die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, an der führende Vertreter des Jugendstils wie Peter Behrens und Jan Thorn-Prikker unterrichten. Am Ende seiner Ausbildung erhält er seinen ersten Auftrag als Dekorationsmaler, die Ausgestaltung von zwei Räumen auf der Düsseldorfer Kirchenkunst-Ausstellung. 1909 geht Ehmsen für ein Jahr nach Paris, wo er nachhaltige Impulse für sein weiteres Schaffen erhält. Von 1911, dem Jahr als er zum Militär eingezogen wird, bis 1928 arbeitet er mit Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg und mehrere Reisen freischaffend in München. Die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" nimmt Einfluss auf sein Schaffen, dazu erhält seine Kunst gesellschaftskritische Dimensionen. Zunehmend entwickelt sich Ehmsen als Mensch und Künstler zu einem Streiter für die Elenden der Gesellschaft, die Revolution wird zur zentralen Idee vieler seiner Bilder. Nach dem 1.Weltkrieg bringt ihn das Nachdenken über den Krieg und die gescheiterte deutsche Revolution zu den Irrenhaus-Studien. Die vom Wahnsinn Betroffenen sind Ehmsen Anlass, die Gefährdung und Bedrohung menschlicher Existenz darzustellen. Nach einem sechsmonatigen Studienaufenthalt in Südfrankreich siedelt Ehmsen 1929 nach Berlin über. Im darauffolgenden Jahr arbeitet er zusammen mit Schmidt-Rottluff und Georg Schrimpf für sechs Monate an der Deutschen Akademie in Rom und fährt anschließend durch Süditalien. 1933 wird Ehmsen mehrere Monate durch die Gestapo gefangen gehalten, 1937 wird er als entarteter Künstler verfemt und seine Bilder werden aus den deutschen Sammlungen entfernt. Im 2. Weltkrieg wird Ehmsen als Wehrmachtsmaler und Soldat eingesetzt, sein Wohnhaus in Berlin, in dem sich etliche seiner Arbeiten befinden, wird zerstört. Nach dem Krieg beginnt Heinrich Ehmsen als Stellvertretender Direktor und Leiter einer Malklasse an der Hochschule für bildende Künste in West-Berlin, wechselt 1950 jedoch an die Akademie der Künste in Ostberlin.

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