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*  1914 Hof van Delft
† 1994 Delft



Bewegung:  Gruppe Nul.

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Johannes Jan Schoonhoven
Biografie
Jan (Johannes Jacobus) Schoonhoven wird 1914 im niederländischen Delft geboren. 1930 bis 1934 studiert er an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste (Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten) in Den Haag, wo er anschließend als freier Künstler lebt. Aus finanziellen Gründen arbeitet Jan Schoonhoven nach dem Zweiten Weltkrieg neben seiner künstlerischen Tätigkeit in der Immobilienabteilung der niederländischen Staatspost in Den Haag. In den Abendstunden und an den Wochenenden widmet sich Schoonhoven am Esstisch seines Delfter Grachtenhauses seiner Kunst. Zunächst entstehen farbstarke, u. a. von den Arbeiten Paul Klees inspirierte Zeichnungen, doch ab den 1950er Jahren widmet sich Jan Schoonhoven dann der dreidimensionalen Kunst und schafft monochrome Reliefs aus Papiermaché, Papier und Karton sowie eine große Anzahl von Federzeichnungen und Druckgrafiken, die parallel und im Zusammenhang mit den Reliefs entstehen.

1956 schafft Jan Schoonhoven sein erstes monochrom weißes Relief ("Motel"), das formal allerdings noch auf seinen zwar stark abstrahierten, aber noch figürlichen Kompositionen dieser Jahre basiert. Hier findet Jan Schoonhoven bereits zu der sein weiteres Schaffen prägenden, antiakademischen Materialität des Papiermaché. Ab 1955 entstehen seine ersten seriellen Reliefs, ab den frühen 1960er Jahren dann ausschließlich in Weiß. Ihr Format ist durch den räumlichen Kontext des kleinen Hauses zunächst auf ein Maximum von gut einem Meter im Quadrat beschränkt. Bald arbeitet Jan Schoonhoven jedoch mit mehreren Assistenten zusammen und es entstehen auch großformatige Reliefs.

Jan Schoonhovens Schaffen ist geprägt von der Grundstruktur des Quadrates und des Rechteckes, da der Künstler darin den reinsten Ausdruck einer geometrischen Grundform erkennt. Seine Werke basieren auf der vervielfachten Reihung der Rechteckform, aus der Schoonhoven schließlich ein großes Quadrat entwickelt. Innovativ und systematisch erforschen die Reliefs das Zusammenwirken von Form, Tiefe und Volumen und faszinieren u. a. durch die Inszenierung eines besonderen Licht- und Schatten-Spiels. Ihre charakteristische geometrische Strenge der monochromen Reliefs bietet keinen Raum für eine spontane, gestische künstlerische Handschrift. Für Jan Schoonhoven liegt der eigentliche künstlerische Schaffensprozess vorrangig in der Konzeption und im zeichnerischen Entwurf. Damit bringt der Künstler eine der zentralen künstlerischen Grundideen der niederländischen "ZERO"-Bewegung auf den Punkt: die konsequente Verneinung der individuellen künstlerischen Handschrift. In einem 1972 gedrehten filmischen Porträt, das Schoonhoven u. a. bei der Arbeit zeigt, erklärt der Künstler: "It's purely technical, what I'm doing here, nothing but pure handiwork. The artistry, the 'künstlerische' has naturally already occured when I made the design. A lot of thoughts went into that design, preceded by a process of drawing, and this is the final result. Everything is calculated, everything is evaluated".

Dem Prozess und der Herstellung wie auch der Betrachtung der minimalistischen, monochrom weißen Reliefs von Jan Schoonhoven wohnt ein meditativer Moment inne. Vor ihnen wird das Sehen erfahrbar: Sehen als ästhetische Grunderfahrung, frei vom Wiedererkennen eines Gegenstandes. Die Arbeiten faszinieren durch ihre formale Klarheit, ihre künstlerische Radikalität und ihre technische Perfektion und zählen, wie auch das Schaffen von Piero Manzoni, Lucio Fontana, Günther Uecker oder Enrico Castellani, zu den bedeutendsten Beiträgen der europäischen "ZERO"-Kunst.

Bereits ab 1958 gehört Jan Schoonhoven zu den niederländischen Mitbegründern der "ZERO"-Bewegung. Von 1958 bis 1960 ist er Mitglied der niederländischen Künstlergruppe "Informelle Groep" und gründet gemeinsam mit Armando (1929-2018), Henk Peeters (1925-2013) u. a. die sog. "Nul-groep" (1960-1965). Er gilt heute als einer der bedeutendsten niederländischen Künstler des späten 20. Jahrhunderts.

Jan Schoonhovens Schaffen wurde bereits durch zahlreiche Einzelausstellungen in bedeutenden internationalen Museen und Institutionen geehrt, darunter das Gemeentemuseum in Den Haag (1967, 1984, 2009), das Stedelijk van Abbemuseum in Eindhoven (1968, 1972, 1973), das Stedelijk Museum in Amsterdam (1971, 1973, 1989), die Hamburger Kunsthalle (1972), das Städtische Museum Abteiberg in Mönchengladbach, der Westfälische Kunstverein in Münster und der Badische Kunstverein in Karlsruhe (1972, 1985), das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam (1975, 1984), die Städtische Kunsthalle in Düsseldorf (1975), das Kunsthaus Zürich (1979), die Kunsthalle Nürnberg (1984/85), die Kunsthalle Kiel (1986), das Musée de Peinture in Grenoble (1988), das Museum Folkwang in Essen, das Bonnefantenmuseum in Maastricht und das Aargauer Kunsthaus in Aarau (1995/1996), das Museum Prinsenhof in Delft (2015) und das Allen Memorial Art Museum in Oberlin (Ohio, 2016).

1968 und 1977 nimmt Jan Schoonhoven an der documenta 4 und 6 in Kassel teil. In den vergangenen Jahren sind die Arbeiten des Künstlers u. a. 2014/2015 auf den großen "ZERO"-Schauen im Solomon R. Guggenheim Museum in New York und im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Die Werke sind zudem Teil der viel besprochenen Gruppenausstellung "One million years - System und Symptom" im Museum für Gegenwartskunst in Basel (2014).


Sammlungen

Rijksmuseum, Amsterdam

Stedelijk Museum, Amsterdam

Art Institute of Chicago, Chicago

Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Lehmbruck Museum, Duisburg

Museum Folkwang, Essen

Groninger Museum, Groningen

Museum Morsbroich, Leverkusen

Tate Gallery, London

Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein

Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach

Museum of Modern Art, New York

Kröller-Müller Museum, Otterlo

Centre Georges Pompidou, Paris

Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam

Moderna Museet, Stockholm

Von der Heydt-Museum, Wuppertal


Ausstellungen

"Herausragend! Das Relief von Rodin bis Picasso"
Städel Museum, Frankfurt am Main
24.5.2023-17.9.2023

"Lothar Wolleh sees Jan Schoonhoven. Masters in Rhythm and Light"
Museum Prinsenhof, Delft
6.7.2023-7.1.2024

"Herausragend! Das Relief von Rodin bis Taeuber-Arp"
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
13.10.2023-25.2.2024