Auktion: 600 / Evening Sale am 05.12.2025 in München button next Lot 49

 

49
Serge Poliakoff
Composition, 1955.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
+
Serge Poliakoff
1900 - 1969

Composition. 1955.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. 81 x 100 cm (31,8 x 39,3 in). [CH].


• Charakteristisches, pastoses Farben-Puzzle: starke Kontraste und kantige Flächen mit haptisch reizvoller Oberflächenstruktur.
• Raffiniert durchbricht Poliakoff die kalten Blau-Nuancen mit einem dominierenden warmtonigen Farbzentrum.
• Seit mehr als 25 Jahren Teil einer deutschen Privatsammlung.
• Die farbintensiven Gemälde der 1950er Jahre sind die gefragtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt (Quelle: artprice.com).
• Vergleichbare Gemälde der 1950er Jahre befinden sich in bedeutenden musealen Sammlungen, darunter das Centre Pompidou, Paris, die Tate Modern, London, sowie das Solomon R. Guggenheim Museum und das Museum of Modern Art, New York
.

Mit einer Fotoexpertise von Alexis Poliakoff vom 5. März 1999 (in Kopie vorliegend).

PROVENIENZ: Galerie Blanche, Stockholm (auf dem Keilrahmen mit dem teils handschrift. bez. Galerieetikett).
Privatsammlung Åberg, Stockholm.
Galerie Sander, Darmstadt.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1999 vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.

LITERATUR: Alexis Poliakoff, Serge Poliakoff. Catalogue raisonné, Bd. 2: 1955-1958, Paris 2010, S. 77, WVZ-Nr. 55-32 (m. Abb.).

"Mit selbstverständlicher, ruhiger Kraft, auf alle Gestik verzichtend, behauptet sich seine Kunst der Stille in einer lauten Zeit."
Franz Meyer, damaliger Direktor der Kunsthalle Bern, in: Ausst.-Kat. Serge Poliakoff, Kunsthalle Bern, Bern 1960 (Vorwort, o. S.).

Aufrufzeit: 05.12.2025 - ca. 18.36 h +/- 20 Min.

Die 1950er Jahre gelten als die beste Schaffenszeit Serge Poliakoffs – als Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung. Bereits zu Lebzeiten feiert er in diesen Jahren große Erfolge. 1956 erscheint eine erste Monografie über sein Werk (verf. von Michel Ragon). 1954 kauft das Solomon R. Guggenheim Museum in New York sein 1950 entstandenes Gemälde "Composition" und 1957 sind Poliakoffs Arbeiten dort in einer großen Ausstellung vertreten. 1962 füllen 17 seiner Gemälde einen eigenen Raum im französischen Pavillon auf der XXXI. Biennale in Venedig. Seither gilt Poliakoff neben Jean Fautrier, Hans Hartung und Pierre Soulages als einer der großen Akteure der abstrakten französischen Nachkriegskunst.
Mit großer Raffinesse und schier unerschöpflicher kreativer Schaffenskraft sowie u. a. inspiriert von den Arbeiten Wassily Kandinskys und Kasimir Malewitschs, findet der Künstler in diesen Jahren zu einer ganz individuellen abstrakten Malerei, die er zunächst als Gerüst aus kantigen, unregelmäßigen Formen entwirft und anschließend mit zahlreichen Schichten von letztendlich spannungsvoll kontrastierenden Farben füllt. "Form wie Farbe kommen aus einer beträchtlichen Tiefe, und die vibrierende Oberfläche ist ihr Echo. Alles vibriert in Poliakoffs Bildern, die sorgfältig in mehreren Schichten aufgetragene Farbe, ihre Substanz und ihr Tonwert, die Qualität des Tons und seine Verhältnismäßigkeit zu anderen Tönen, die Verteilung der Gewichte, die sich heben und senken [...]" (Will Grohmann, in: Ausst.-Heft Serge Poliakoff, Galerie Im Erker, St. Gallen 1962, S. 10)

In der hier vorliegenden Arbeit schweben ausgewogene, mit einer gewissen Symmetrie spielende Formen in der Bildmitte, die Poliakoff in warmes Sonnengelb und dunkles Schwarz taucht und damit einen reizvollen Kalt-Warm- bzw. Hell-Dunkel-Kontrast zu ihrem ansonsten in unterschiedlichsten Hellblau-Nuancen gehaltenen Umfeld erzeugt. Unter der vermeintlichen Monochromie der äußeren Bildbereiche verbergen sich zahlreiche Farbschichten, unter anderem ein kräftiges Rot, das unter den hellblauen Farbflächen hier und da hervorblitzt und auch auf der Rückseite der Leinwand deutlich auszumachen ist. Die Differenziertheit und Vielschichtigkeit der Farben in diesen komplexen 'Farbenpuzzles' sowie die für Poliakoff so typische pastose und lebendige Oberfläche stehen in direktem Gegensatz zu der äußerlichen Simplizität dieser Arbeiten. Sie sind deshalb niemals monoton, sondern still, ausgewogen, harmonisch, trotzdem vielseitig, wirkungsvoll und ausdrucksstark. "Wenn ein Bild schweigsam ist, bedeutet es für mich einen künstlerischen Erfolg. Einige meiner Bilder fangen mit großem Tumult an, sie sind explosiv, aber ich bin nicht eher zufrieden, bis ich Stille in das Bild gebracht habe." (Serge Poliakoff, zit. nach: Ausst.-Heft Serge Poliakoff, Moderne Galerie Otto Stangl, München 1962, o. S.) [CH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Serge Poliakoff "Composition"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 1.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 34 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 1.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 29 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 1.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 22 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 1.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 1.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 1.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.

München
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Hamburg
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Berlin
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Köln
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Baden-Württemberg
Hessen
Rheinland-Pfalz

Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Norddeutschland
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Keine Auktion mehr verpassen!
Wir informieren Sie rechtzeitig.

 
Jetzt zum Newsletter anmelden >

© 2025 Ketterer Kunst GmbH & Co. KG Datenschutz Impressum Barrierefreiheit