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425000738
Max Ernst
Sammlung von Briefen und Postkarten, 1915-1968.
Schätzpreis: € 5.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000738
Max Ernst
Sammlung von Briefen und Postkarten, 1915-1968.
Schätzpreis: € 5.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Max Ernst
Sammlung von 26 eigenhändigen Briefen, 10 eigenhändigen Postkarten und 1 Abschrift von Max Ernst sowie 6 Beigaben (darunter Briefe von Jean Cocteau und Jean Arp).

• Außergewöhnliche, über mehr als 50 Jahre geführte Korrespondenz zwischen Max Ernst und seiner Schwester Apolonia ("Loni")
• Von Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg über Briefe aus dem amerikanischen Exil bis zu späten Schreiben aus Paris
• Einzigartiges Dokument zu Leben, Werk und Netzwerk eines der zentralen Künstler des 20. Jahrhunderts


Ein halbes Jahrhundert in Briefen: Der Leser begleitet Max Ernst in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges bis in die späten Jahre seines internationalen Ruhms. Adressatin ist fast durchgängig seine jüngste Schwester Loni, mit der er sich ein Leben lang eng verbunden fühlte. Sie war seine Vertraute, Organisatorin und zusammen mit ihrem Mann, dem Kunsthistoriker Lothar Pretzell, eine stille Konstante seines bewegten Künstlerlebens.
Den Anfang machen 12 Briefe und Feldpostkarten aus den Kriegsjahren 1915-1916. Der junge Ernst schreibt von der Front, beruhigt die Schwester mit schwarzem Humor, schildert Granateinschläge, Verwundungen und den Alltag des Krieges. Die erste Karte vom 1. Februar 1915 stammt aus Perthes. Er beruhigt darin seine Schwester mit den Worten: "Wenn in dem französ. Bericht steht: 'Wir haben einige deutsche Batterien zum Schweigen gebracht', so bedeutet das nur, daß wir keine Lust mehr hatten und den Frzs. etwas Ruhe gönnen wollten". Zwei Wochen später schreibt er: "Als Fastnachtsfreude bekamen wir heute eine riesengroße Granate 2 Meter vor die Mündung des Geschützes, wo ich gerade Posten hatte. Ich hatte mich gerade in die Tür zum Unterstand gestellt und wurde infolge dessen nur mit Dreck überschüttet". Er berichtet im Juli 1916 von einem verloren gegangenen Feldpaket, in dem sich mehrere unveröffentlichte Werke befanden, darunter Das Auge des Schweigens und Die portugiesische Nonne .
Nach 1945 verlagert sich der Schauplatz nach Sedona, Arizona. Aus den Jahren 1946-1951 stammen 12 Briefe, geschrieben während Ernsts gemeinsamer Zeit mit Dorothea Tanning in den USA. Amerika wird zweite Heimat, Deutschland bleibt auf Distanz. Ernst berichtet von Ausstellungen in Amerika, Frankreich, Belgien und Deutschland und diesbezüglicher Organisation, die Loni und ihr Mann Lothar Prezell für ihn übernommen haben, er kritisiert Galerien und Preisgestaltungen und warnt vor der Galeristin Simone Collinet: "nimm Dich in Acht vor schwarzen Frauen! Sie ist nicht böse, aber möchte gerne einer kleiner Diktator sein .. Also sei vorsichtig". Er schreibt auch von seinen Lebensumständen, privaten Reisen und dem Tod der Mutter. Ein Brief von 1951 enthält eine eindrucksvolle Adressliste für den neuesten Katalog - ein Who's who des Surrealismus mit Namen wie Yves Tanguy, Jean Arp, Nicolas Calas, Heinz Berggruen, Paul Eluard und Tristan Tzara.
Nach der Rückkehr nach Paris 1953 folgen weitere Briefe aus den Jahren 1954-1956, darunter der Hinweis auf ein Schreiben seines Biographen Patrick Waldberg, welcher der Sammlung ebenfalls beigefügt ist. Die Biographie erschien 1958.

Die letzten Briefe aus den Jahren 1964, 1967 und 1968 runden ein halbes Jahrhundert geschwisterliche Beziehung ab. Im Oktober 1968 lehnt Ernst sowohl ein ihm zugedachtes Max-Ernst-Haus in der Kaiserstraße in Brühl als auch die Ehrenbürgerschaft ab. Noch einmal thematisiert er die sogenannte "Seibt-Affäre" um den Politiker Karl Seibt, den Ernst finanziell unterstützte. Zwei maschinenschriftliche Briefe aus dem Jahr 1968 an Karl Seibt und Karl Gutbrod vom Schuberg Verlag (der vermitteln wollte) liegen dem Konvolut bei.
Beiliegend: Porträtphotographie von Max Ernst. - Eigh. Abschrift von Max Ernst aus der Cahier d'art, 2 S. - Eigh. Brief m. U. von Max Ernst an Karl Seibt, dat. 14. Juni 1951, bezüglich einer Ausstellungseröffnung und Preisen für seine Bilder. - Eigh. Brief m. U. von Jean Cocteau an Max Ernst mit beiliegendem Kuvert, dat. 12. März 1960. - Eigh. Karte m. U. "Jean" von Jean Cocteau an Phillip Ernst, gestempelt 1929. - Typogr. Brief m. U. von Jean Arp an Loni Prezell, dat. 16.06.(19)51 bezüglich des Übersetzungsrechtes für ein Vorwort zu einem Max Ernst Buch. - 2 Ausstellungseinladungen (1959 und 1982), eine mit kl. Widmung "vous affectueux" m. U. "Max".

- ZUSTAND: Die Briefe am Rand vereinz. mit Anstreichungen anderer Hand, meist bei besonders familiären Kontexten. - PROVENIENZ: Aus der Familie des Künstlers.

Extraordinary correspondence spanning more than 50 years between Max Ernst and his sister Apolonia ("Loni"). From field post during the First World War to letters from American exile and later writings from Paris. A unique document on the life, work, and network of one of the central artists of the 20th century. - Few letters in the margins occasionally with underlining by another hand, mostly in particularly familial contexts.






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