Auktion: 604 / Rare Books am 18.05.2026 in Hamburg → Lot 425000745
425000745
Albert Einstein
Eigh. Brief m. U. an den Sohn Eduard, 1930.
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000745
Albert Einstein
Eigh. Brief m. U. an den Sohn Eduard, 1930.
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Albert Einstein
Physiker, 1879-1855. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Dein Papa". Caputh, 30. Juli o. J. [1929]. 1 S. 28 : 22 cm.
Persönlicher und inniger Brief an seinen zweiten Sohn Eduard ("Tetel"), den er nach Caputh einlädt und dort aufzuheitern gedenkt. "Selbst ein Genie wie Schopenhauer wurde zermürbt durch die Berufslosigkeit".
"Lieber Tetel! Ich komme am 9. nach Zürich. Wenn Albert [Einsteins erster Sohn] schon fort ist, und Ihr zuhause seid, wohne ich bei Euch. Ich muss wegen einer zionistischen Sache dorthin. Da es für meine klapprige Natur dort viel zu unruhig sein wird, bleibe ich nur wenige Tage. Es wäre famos, wenn Du mitkämest. Ich wohne allein mit Else in Kaputh (Potsdamerstr. 35) in einem Häuschen an einem See. Mein neues herrliches Schiff ist nun fertig und ich segle täglich. Es ist wunderbar für die Erholung. Ich glaube, dass es bei der herrschenden Kühle auch für Dich besser wäre als das Gebirge.
Dein Brief bedrückt mich ein wenig, weil so wenig Unternehmungsgeist und Lebensfreude daraus spricht. Wie wohlthätig wird ein Beruf für Dich sein! Selbst ein Genie wie Schopenhauer wurde zermürbt durch die Berufslosigkeit. Er wusste es nicht, aber es war doch so. Eine Versicherung des Lebens durch Geld ist übrigens heutzutage eine Utopie, und es ist gut so. Man muss das Gefühl haben, dass man den anderen durch ehrliche Arbeit zurückgibt, was man empfängt. Sonst bleibt der moralische Katzenjammer nicht aus. Es wird gut sein, wenn du längerer Zeit um mich bist, du wirst sehen."
Als Folge körperlicher Überlastung erkrankte Einstein 1928 an einem Herzleiden, dessen Genesung nahezu ein Jahr in Anspruch nahm. Im Jahr 1929 ließ er sich in der Gemeinde Caputh bei Potsdam sein bekanntes Sommerhaus errichten, das November 1929 bezugsfertig war und wo er bis 1932 jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst wohnte. Bei Abfassung des vorliegenden Briefes wohnte er allerdings noch in einer Mietswohnung in der Potsdamer Straße. Sein "neues herrliches Schiff", ein Jollenkreuzer mit dem Namen Tümmler , hatten ihm Freunde zu seinem 50. Geburtstag am 14. März 1929 geschenkt.
Eduard Einstein (1910-1965), der zweite Sohn von Albert Einstein und Mileva Maric, wuchs nach der Trennung seiner Eltern bei seiner Mutter in Zürich auf. Er galt als hochbegabt und musikalisch, legte 1929 eine sehr gute Matura ab und begann anschließend ein Medizinstudium mit dem Ziel, Psychiater zu werden. 1930 erkrankte er an Schizophrenie, brach sein Studium ab und wurde mehrfach im Zürcher Sanatorium Burghölzli behandelt.
Personal and concerned letter to his second son Eduard (‘Tetel’), whom he invites to Caputh with the intention of cheering him up. He mentions his sailing ship, his cottage by the lake, and cites Schopenhauer as an example of a worn-down person. "You have to feel that you are giving back to others what you receive through honest work. Otherwise, you will be left with a moral hangover" (transl.). Autograph letter signed "Dein Papa". 1 p. 28 : 22 cm.
Physiker, 1879-1855. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Dein Papa". Caputh, 30. Juli o. J. [1929]. 1 S. 28 : 22 cm.
Persönlicher und inniger Brief an seinen zweiten Sohn Eduard ("Tetel"), den er nach Caputh einlädt und dort aufzuheitern gedenkt. "Selbst ein Genie wie Schopenhauer wurde zermürbt durch die Berufslosigkeit".
"Lieber Tetel! Ich komme am 9. nach Zürich. Wenn Albert [Einsteins erster Sohn] schon fort ist, und Ihr zuhause seid, wohne ich bei Euch. Ich muss wegen einer zionistischen Sache dorthin. Da es für meine klapprige Natur dort viel zu unruhig sein wird, bleibe ich nur wenige Tage. Es wäre famos, wenn Du mitkämest. Ich wohne allein mit Else in Kaputh (Potsdamerstr. 35) in einem Häuschen an einem See. Mein neues herrliches Schiff ist nun fertig und ich segle täglich. Es ist wunderbar für die Erholung. Ich glaube, dass es bei der herrschenden Kühle auch für Dich besser wäre als das Gebirge.
Dein Brief bedrückt mich ein wenig, weil so wenig Unternehmungsgeist und Lebensfreude daraus spricht. Wie wohlthätig wird ein Beruf für Dich sein! Selbst ein Genie wie Schopenhauer wurde zermürbt durch die Berufslosigkeit. Er wusste es nicht, aber es war doch so. Eine Versicherung des Lebens durch Geld ist übrigens heutzutage eine Utopie, und es ist gut so. Man muss das Gefühl haben, dass man den anderen durch ehrliche Arbeit zurückgibt, was man empfängt. Sonst bleibt der moralische Katzenjammer nicht aus. Es wird gut sein, wenn du längerer Zeit um mich bist, du wirst sehen."
Als Folge körperlicher Überlastung erkrankte Einstein 1928 an einem Herzleiden, dessen Genesung nahezu ein Jahr in Anspruch nahm. Im Jahr 1929 ließ er sich in der Gemeinde Caputh bei Potsdam sein bekanntes Sommerhaus errichten, das November 1929 bezugsfertig war und wo er bis 1932 jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst wohnte. Bei Abfassung des vorliegenden Briefes wohnte er allerdings noch in einer Mietswohnung in der Potsdamer Straße. Sein "neues herrliches Schiff", ein Jollenkreuzer mit dem Namen Tümmler , hatten ihm Freunde zu seinem 50. Geburtstag am 14. März 1929 geschenkt.
Eduard Einstein (1910-1965), der zweite Sohn von Albert Einstein und Mileva Maric, wuchs nach der Trennung seiner Eltern bei seiner Mutter in Zürich auf. Er galt als hochbegabt und musikalisch, legte 1929 eine sehr gute Matura ab und begann anschließend ein Medizinstudium mit dem Ziel, Psychiater zu werden. 1930 erkrankte er an Schizophrenie, brach sein Studium ab und wurde mehrfach im Zürcher Sanatorium Burghölzli behandelt.
Personal and concerned letter to his second son Eduard (‘Tetel’), whom he invites to Caputh with the intention of cheering him up. He mentions his sailing ship, his cottage by the lake, and cites Schopenhauer as an example of a worn-down person. "You have to feel that you are giving back to others what you receive through honest work. Otherwise, you will be left with a moral hangover" (transl.). Autograph letter signed "Dein Papa". 1 p. 28 : 22 cm.
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rheinland-Pfalz
Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Wir informieren Sie rechtzeitig.




