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203
Cy Twombly
Gladings (Love’s Infinite Causes), 1973.
Collage. Farbige Ölkreide, Bleistift und collag...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Cy Twombly
Gladings (Love’s Infinite Causes), 1973.
Collage. Farbige Ölkreide, Bleistift und collag...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Cy Twombly
1928 - 2011

Gladings (Love’s Infinite Causes). 1973.
Collage. Farbige Ölkreide, Bleistift und collagiertes Papier über Offsetlithografie.
Rechts unten monogrammiert und datiert "June 1913 / C.T. 73" sowie in der Darstellung mittig bezeichnet "33 Roma". 100 x 69,9 cm (39,3 x 27,5 in), blattgroß.
Als Ausgangsbasis für die Werkfolge "Gladings (Love's Infinite Causes)" nutzt Twombly unnummerierte Probedrucke seiner Graphik "Untitled" (1973), vgl. Heiner Bastian, Cy Twombly. A Catalogue Raisonné of The Printed Graphik Work, München/New York 1984, WVZ-Nr. 39 und 40. [JS].

• Poetische Verdichtung und rätselhafte Metaphorik: meisterliche Transformation existenzieller Empfindungen in eine zeichenhaft-verdichtete Symbolik.
• Liebe/Rom/Antike/Dichtung: Geheimnisvolle Überlagerung biografischer, historischer, poetischer und philosophischer Verweise.
• "Gladings (Love's Infinite Causes)": seltene Kombination aus Zeichnung und Collage.
• Seit 1990 wurden erst drei weitere Arbeiten der 12-teiligen Werkfolge auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten
.

PROVENIENZ: Galleria Gian Enzo Sperone, Turin.
Galerie Art in Progress, München (auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett).
Privatsammlung Süddeutschland (1974 vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Nicola del Roscio, Cy Twombly. Drawings. Catalogue Raisonné, Bd. 6: 1972-1979, New York 2016, WVZ-Nr. 43 (m. Abb. S. 52).
Yvon Lambert, Cy Twombly. Catalogue raisonné des oeuvres sur papier, Bd. VI, 1973-1976, Mailand 1979, WVZ-Nr. 12 (m. Abb. S. 36).

"Cy Twombly benefitted from the fact that he lived on both shores of the Atlantic and, in particular, on the Mediterranean. That made him not only an American or European artist but bestowed upon him one of the rarest gifts: the possibility to continuously renew his art in a creative way up until the end of his life."
Nicola del Roscio, zit. nach: Cy Twombly. Drawings. Catalogue Raisonné, Bd. 6, S. 10.

Aufrufzeit: 13.06.2026 - ca. 15.17 h +/- 20 Min.

Cy Twombly ist ein Meister der poetisch-abstrakten Bildsprache. Basierend auf den gemeinsamen künstlerischen Anfängen mit seinem Studienkollegen Robert Rauschenberg in den 1950er Jahren in New York, der Hochphase des abstrakten Expressionismus, entwickelt Twombly in den Folgejahren seine rätselhafte, sich aus überlagernden Zeichen und Bildkürzeln verdichtende Bildsprache. 1973, im Entstehungsjahr der vorliegenden, rätselhaften Komposition "Gladings (Love's Infinite Causes)", die im Zentrum unter anderem die spontan niedergeschriebene Zeile "33 Roma" trägt, lebt Twombly bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in Rom und Italien. Ob die Zahl 33 als ein direkter Verweis auf Twomblys erste römische Wohnadresse in der Via di Monserrato 33 zu lesen ist, und damit auf den beeindruckenden Palazzo aus dem 17. Jahrhundert, den Twombly frisch verheiratet Ende der 1950er Jahre mit seiner adeligen Frau Tatiana Franchetti bezogen hat, muss offen bleiben. Und doch würde es sich inhaltlich stimmig einfügen in ein Werk, das "die unendlichen Ursachen der Liebe" als Untertitel trägt: "Love's Infinite Causes" lautet die noch sanft verwischt lesbare Zeile, die Twombly der zentralen Bezeichnung "33 Roma" beigegeben hat. In der Via di Monserrato 33 liegen jene beeindruckenden Wohn- und Arbeitsräume, die 1966 durch eine Fotostrecke in der Vogue zu einem der weltweit berühmtesten und faszinierendsten Künstlerateliers avancierten. Das beeindruckend spontan anmutende, doch auch stets inhaltlich reiche und poetisch-verdichtete Werk des vergeistigten Wahlitalieners Twombly ist zu diesem Zeitpunk nicht nur intensiv von der Mentalität und reichen Kulturgeschichte des Landes geprägt, sondern auch von der die Antike rezipierenden Dichtung der Romantik und des Symbolismus. Aufgrund ihrer besonderen sprachlichen Verdichtung und Metaphorik übt diese eine enorme Anziehung auf den amerikanischen Künstler aus. Neben Friedrich Hölderlins Hymnen sind es vor allem auch die symbolistischen Schöpfungen des Franzosen Stéphane Mallarmé und damit die Lyrik des 19. Jahrhunderts, die Twombly in entscheidender Weise zu seiner eigenen, sich Schicht um Schicht überlagernden, metaphorisch-poetischen Bildsprache inspirieren. Ist oben rechts etwa "H. Lied" zu lesen und damit ein rätselhafter Verweis auf Hölderlins Gedicht "Hyperions Schicksalslied", in dem es unter anderem heißt: "Doch uns ist gegeben,/ auf keiner Stätte zu ruhn,/ es schwinden, es fallen,/ die leidenden Menschen/ Blindlings von einer/ Stunde zur andern,/ Wie Wasser von Klippe/ Zu Klippe geworfen, / Jahr lang ins Ungewisse hinab."? Trägt "Gladings (Love’s Infinite Causes)" somit also auch Twomblys Faszination für die Bildlichkeit des unendlichen Rauschens des Meeres in sich? Bereits 1959 von Twombly in der Zeichnungsserie "Poems to the Sea" und anderen in Anacapri entstandenen Werken aufgegriffen, sind es die wässrig-blauen Töne und die völlige Ergebenheit an die Linie, mit der Twombly das ewige Brechen der Wellen in einen rauschhaften künstlerischen Duktus überträgt. So wie die Welle existiert jede Linie in der künstlerischen Empfindung nur im Hier und Jetzt, denn wie Twombly erklärt, "each line is now the actual experience with its own innate history. It does not illustrate – it is the sensation of its own realisation" (C. Twombly, 2000, zit. nach: Claire Daigle, Lingering at The Threshold, in: Tate etc., Band 13, Sommer 2008). [JS]




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weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
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