abbildung folgt


126000286
Erró
Le Jugement de Paris et l'école de Montmartre, 1966.
Mischtechnik auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000286
Erró
Le Jugement de Paris et l'école de Montmartre, 1966.
Mischtechnik auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Erró
1932

Le Jugement de Paris et l'école de Montmartre. 1966.
Mischtechnik auf Leinwand.
Verso signiert und datiert. 300 x 200 cm (118,1 x 78,7 in).
[MH].

• Gudmundur Gudmundsson, der später das Pseudonym Erró annimmt, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen isländischen Künstler.
• Ikonisches Werk der Narrativen Figuration – Errós Markenzeichen: popkulturelle Collagen in hochpolitischer Malerei.
• 1966: Schlüsseljahr der europäischen Neo-Avantgarde – entstanden parallel zu Warhols "Silver Clouds" und Lichtensteins "Brushstrokes"
.

PROVENIENZ: Sammlung Prearo, Mailand.
Privatsammlung Genf.
Privatsammlung.
Unternehmenssammlung Frankreich (seit 2024).

LITERATUR: Cornette de Saint Cry Maison de Ventes S.A.S, Paris, 30.3.2015, Los 108.
Marc-Arthur Kohn S.A.S, Paris, 21.12.2020, Los 33 (m. Abb.).

Gudmundur Gudmundsson (*1932), besser bekannt als Erró, zählt zu den prägendsten zeitgenössischen Künstlern Islands und zu den radikalsten Stimmen der europäischen Nachkriegsavantgarde. Nach seinem Studium in Norwegen und Italien zieht er 1958 nach Paris – ein Schritt, der sein Werk für immer verändern wird.
Dort kommt er durch seinen Freund Jean-Jacques Lebel in Kontakt mit surrealistischen Ikonen wie Matta, Masson und Man Ray, doch statt sich in Traumwelten zu verlieren, entwickelt er eine politisch scharfe, erzählerische Bildsprache. Als einer der wichtigsten Vertreter der Figuration Narrative wird er in den 1960er Jahren zur Stimme einer Generation, die gegenständliche Kunst als Gesellschaftskritik einsetzt.
Sein Markenzeichen: Papierfragmente, die er auf Reisen sammelt. Aus Zeitungen, Comics, Werbung, Verpackungen und Postkarten kreiert er neu zusammengesetzte Bilder, die narrative Kompositionen ergeben. Doch erst sein New-York-Aufenthalt 1963 prägt seinen Stil entscheidend: Hier begegnet er unter anderem der US-Pop-Art.
Seine Leinwände sind Schlachtfelder der Moderne – Picasso trifft auf Disney, van Gogh auf Superhelden, Marilyn Monroe auf politische Propaganda. Mit überzeichneter Ironie entlarvt Erró die Absurditäten des Konsumwahns, der Amerikanisierung und der kommerzialisierten Erotik. Was auf den ersten Blick wie ein buntes Spektakel wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als beunruhigende Diagnose der Gegenwart: Krieg, Macht, Wissenschaft und Sexualität werden zu Kampfzonen zwischen Kitsch und Kritik.
Errós Werk ist weltweit gefeiert – vertreten unter anderem im Museum of Modern Art, New York, im Centre Pompidou, Paris, und in der Tate Modern, London. Große Retrospektiven widmen zum Beispiel das Centre Pompidou, Paris (2010), und das Musée des Beaux-Arts de Lyon (2014) dem Künstler. Seine Kunst bleibt provokant, aktuell und unerbittlich – ein visuelles Manifest gegen die Verblendungen der Moderne. [MH]





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