Auktion: 606 / Evening Sale am 12.06.2026 in München → Lot 125001392

125001392
Konrad Klapheck
Wachsamkeit, 1972.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
125001392
Konrad Klapheck
Wachsamkeit, 1972.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Konrad Klapheck
1935 - 2023
Wachsamkeit. 1972.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen betitelt. Auf der Original-Rahmenrückwand mit einem Etikett, dort handschriftlich vom Künstler betitelt und bezeichnet. 90 x 70 cm (35,4 x 27,5 in), in Original-Künstlerleiste. [JS].
• Perfektionierte "Supergegenständlichkeit": Klaphecks kühler, sezierender Blick auf den häuslichen Alltag fixiert jede Nuance subtiler Sinnhaftigkeit.
• Progressive Ästhetik: nuancierte Farbigkeit, maximale Reduktion und Fokussierung.
• Klapheck ist der Erfinder des "Maschinenbildes", das er als Spiegel menschlicher Existenz begreift.
• Klaphecks Malerei nimmt seit den 1950er Jahren Elemente der Pop-Art und des Fotorealismus vorweg.
• Teil der frühen Klapheck-Ausstellungen des Museum Boymans van Beuningen, Rotterdam (1974), und der Galerie Beyeler, Basel (1976).
• Seit fast 50 Jahren Teil der Sammlung von Max Imgrüth, des internationalen Marketing-Strategen der Swatch Group.
Die Arbeit ist unter der Werknummer 225 im Archiv des Künstlers registriert.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers (bis mindestens 1975)
Galerie Beyeler, Basel (1976)
Sammlung Max Imgrüth, Luzern / New York (vom Vorgenannten erworben, wohl 1976 - 2025, seither in Familienbesitz).
AUSSTELLUNG: Konrad Klapheck, Museum Boymans van Beuningen, Rotterdam 14.9. -3.11.1974 (auf der Rahmenrückwannd mit dem Etikett), Palais des Beaux Arts, Brüssel 14.11.1974 -5.1.1975, Städtische Kunsthalle, Düsseldorf 15.2. -31.3.1975, S. 182, Kat.-Nr. 81, (m. ganzs. S/W-Abb. S.183).
Konrad Klapheck, Galerie Beyeler, Basel, Februar - April 1976, Kat. Nr. 18 ( m. ganzs. S/W-Abb., auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett).
"Ich malte die Maschine, um etwas besonderes zu tun, um mich auf eine unverwechselbare Weise zu verewigen. Statt dessen hat sie mich zur Erkenntnis der Vergänglichkeit geführt und mich die Unwichtigkeit meiner Person gelehrt. Soll ich ihr deshalb böse sein? Ich glaube nein, dann das Leben kennen lernen heißt es ertragen können."
Konrad Klapheck, 1976, zit. n.: Ausst. Kat. Galerie Beyerle, Basel 1976, o.S.
1935 - 2023
Wachsamkeit. 1972.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen betitelt. Auf der Original-Rahmenrückwand mit einem Etikett, dort handschriftlich vom Künstler betitelt und bezeichnet. 90 x 70 cm (35,4 x 27,5 in), in Original-Künstlerleiste. [JS].
• Perfektionierte "Supergegenständlichkeit": Klaphecks kühler, sezierender Blick auf den häuslichen Alltag fixiert jede Nuance subtiler Sinnhaftigkeit.
• Progressive Ästhetik: nuancierte Farbigkeit, maximale Reduktion und Fokussierung.
• Klapheck ist der Erfinder des "Maschinenbildes", das er als Spiegel menschlicher Existenz begreift.
• Klaphecks Malerei nimmt seit den 1950er Jahren Elemente der Pop-Art und des Fotorealismus vorweg.
• Teil der frühen Klapheck-Ausstellungen des Museum Boymans van Beuningen, Rotterdam (1974), und der Galerie Beyeler, Basel (1976).
• Seit fast 50 Jahren Teil der Sammlung von Max Imgrüth, des internationalen Marketing-Strategen der Swatch Group.
Die Arbeit ist unter der Werknummer 225 im Archiv des Künstlers registriert.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers (bis mindestens 1975)
Galerie Beyeler, Basel (1976)
Sammlung Max Imgrüth, Luzern / New York (vom Vorgenannten erworben, wohl 1976 - 2025, seither in Familienbesitz).
AUSSTELLUNG: Konrad Klapheck, Museum Boymans van Beuningen, Rotterdam 14.9. -3.11.1974 (auf der Rahmenrückwannd mit dem Etikett), Palais des Beaux Arts, Brüssel 14.11.1974 -5.1.1975, Städtische Kunsthalle, Düsseldorf 15.2. -31.3.1975, S. 182, Kat.-Nr. 81, (m. ganzs. S/W-Abb. S.183).
Konrad Klapheck, Galerie Beyeler, Basel, Februar - April 1976, Kat. Nr. 18 ( m. ganzs. S/W-Abb., auf der Rahmenrückwand mit dem Etikett).
"Ich malte die Maschine, um etwas besonderes zu tun, um mich auf eine unverwechselbare Weise zu verewigen. Statt dessen hat sie mich zur Erkenntnis der Vergänglichkeit geführt und mich die Unwichtigkeit meiner Person gelehrt. Soll ich ihr deshalb böse sein? Ich glaube nein, dann das Leben kennen lernen heißt es ertragen können."
Konrad Klapheck, 1976, zit. n.: Ausst. Kat. Galerie Beyerle, Basel 1976, o.S.
Unvergleichlich ist das aufgrund seiner malerischen Perfektion faszinierende und zugleich irritierende Werk, das der deutsche Maler Konrad Klapheck der Nachwelt hinterlassen hat. Mit einem ersten Schreibmaschinengemälde findet der Künstler bereits 1955 mit erst 20 Jahren zu seiner fortan charakteristischen Bildsprache, die mit sezierendem Blick eingefangene Alltagsgegenstände als monumentalisierte Charaktergegenstände und subtile Sinnbilder des Lebens auf die Leinwand bannt. Zwei Jahre später folgt mit dem seiner späteren Frau Lilo gewidmeten Gemälde "Die gekränkte Braut" sein erstes Nähmaschinenbild, das Klapheck rückblickend als eine Art künstlerisches Erweckungserlebnis beschrieben hat, wenn er festhält: "Seit diesem Bild wusste ich, dass sich alle menschlichen Beziehungen durch die Maschinen darstellen lassen." (zit. nach: Ausst.-Kat. Konrad Klapheck, Museum Boymans van Beuningen 1974, S. 46). Es ist diese besondere Detailschärfe und Sachlichkeit der Darstellung in Kombination mit verfremdenden Elementen und oftmals menschlich-emotionalisierenden Bildtiteln, die das Empfinden des Betrachters zwischen Nähe und Distanz oszillieren lässt. Klaphecks Gegenstände werden anders als die Gegenstände der Pop-Art nicht auf ihre reine Objekthaftigkeit, ihren industriellen Seriencharakter reduziert, sondern Klapheck erschafft unverwechselbare Gegenstandscharaktere, die ein weites Panorama von Assoziationen und Emotionen auslösen und damit zu Sinnbildern unseres menschlichen Daseins werden. Klaphecks zunehmend interpretierende Titel weisen den Weg von teils politisch-autoritär assoziierten Maschinenbildern wie "Der Chef" (Kunstmuseum Düsseldorf), "Der Diktator" (Museum Ludwig, Köln) oder "Der Krieg" (Kunstsammlungen Nordrhein Westfalen, Düsseldorf) über weiblich-mütterlich assoziierte Haushaltsgeräte in "Die Supermutter" oder "Der Hausdrache" bis hin zu den Fahrrädern, Motorrädern und Rollschuhen, in denen Klapheck Erinnerungen an seine eigene Jugend und die seiner Kinder künstlerisch niederschreibt. Geradezu paradox erscheint das, was Klapheck in seiner einzigartigen Malerei gelungen ist, die bereits seit den späten 1950er Jahren von den damals bedeutendsten Galeristen für zeitgenössische Kunst, Alfred Schmela in Düsseldorf, Arturo Schwarz in Mailand, und Leo Castelli in New York, entdeckt und international ausgestellt wird: In vollkommen menschenleerer Supergegenständlichkeit hat Klapheck den Menschen zum zentralen Thema seines Œuvres gemacht. Klapheck selbst hat dieses vermeintliche Paradoxon folgendermaßen beschrieben: " [..] ich [bin] natürlich manchmal gefragt worden: Ja, Sie haben doch so entzückende Kinder, wollen Sie nicht die mal malen? Und warum klammern Sie den Menschen aus? Und damals habe ich immer gedacht: Aber der Mensch steht doch im Zentrum meines Werkes, er ist doch das Thema!" (K. Klapheck, 2002, zit. nach: Klapheck. Bilder und Texte, München 2013, S. 114). Ebenso spannungsvoll ist das zwischenmenschliche Verhältnis, das Klapheck in seinem Gemälde "Wachsamkeit" in Form eines monumentalisierten und von seinem roten Kabel gleich einer pulsierenden Nabelschnur umwundenen Ventilators künstlerisch zum Ausdruck bringt. Jeden Moment kann die Stimmung umschlagen, sich der eben noch still, introvertiert und anziehend wirkende Charaktergegenstand in ein aufbrausendes und widerspenstiges Monstrum verwandeln. Meisterlich hat Klapheck auf diese Weise das seit der Antike aufgegriffene Thema der Janusköpfigkeit des Menschen in eine zeitgenössische und absolut einzigartige Bildsprache überführt. [JS]
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