426000606
Basilius Besler
Hortus Eystettensis. 2 Bände, 1713.
Schätzpreis: € 28.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
426000606
Basilius Besler
Hortus Eystettensis. 2 Bände, 1713.
Schätzpreis: € 28.000
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Barockes Blumenwunder

Basilius Besler
Hortus Eystettensis, sive diligens et accurata omnium plantarum, florum, stirpium, ex variis orbis terrae partibus .. repraesentatio. 2 Bände. Eichstätt und Nürnberg 1713 (d. i. um 1750).

• Eines der schönsten Blumenbücher überhaupt
• Unbeschnittenes Exemplar, beeindruckend großformatig und umfangreich
• Die schwarzweißen Prachtillustrationen überwiegend in kräftigen Abdrucken
• Eines der Hauptwerke der botanischen Buchillustration


"The first great florilegium, splendid in its array of large drawings, magnificent as a record of the plants in a German garden in the beginning of the seventeenth century" (Allan Stevenson)

Fünfte und letzte Ausgabe des botanischen Prachtwerkes, das 1613 erstmals erschien (zur Editionsgeschichte siehe ausführlich H.-O. Keunecke in Die Pflanzenwelt des Hortus Eystettensis, München u. a. 1998, S. 91ff.). Der Pflanzenkatalog des fürstbischöflichen Barockgartens in Eichstätt entstand auf Anregung des Nürnberger Apothekers Basilius Besler (1561-1629), der den Prachtgarten des Fürstbischofs Johann Conrad von Gemmingen betreute. Die um 1596 auf der Willibaldsburg bei Eichstätt begonnene Gartenanlage wurde bereits 1633 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wieder zerstört.
Besler fertigte für den großformatigen Katalog Zeichnungen von mehr als 1000 aus aller Welt stammenden Pflanzensorten an, die in dem Prachtgarten kultiviert wurden. Der lateinische Text entstand unter Mitarbeit von Beslers Bruder Hieronymus und des Arztes und Botanikers Ludwig Jungermann. Die Kupfertafeln stammen von W. Kilian, R. Custos, Fr. van Hülsen, H. Ulrich u. a. und wurden für den Druck aller fünf Ausgaben des Werkes 1613-1750 verwendet. Die vorliegende Ausgabe war ursprünglich für das Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Erstausgabe, 1713, geplant gewesen, wurde aber erst um 1750 von dem fürstbischöflichen Leibarzt Johann Georg Sthenander (gräzisiert für Starckmann) fertigestellt.
Mit seinem beeindruckenden Format und Umfang sowie als editorische Unternehmung nimmt der Hortus Eystettensis in der Geschichte der botanischen Literatur des 17. Jahrhunderts eine Ausnahmestellung ein. Die prachtvollen Blumentafeln erfreuen sich aufgrund der Schönheit und Anschaulichkeit der Darstellungen auch heute noch so großer Beliebtheit, daß vollständige Exemplare selten zu finden sind.
Die schönen Kupfertafeln zeigen meist mehrere Sorten, darunter besonders prächtige, nahezu blattfüllende Darstellungen von Tulpen, Kaiserkrone, Rosen, Feigenkaktus, Artischocke, Tomate, Aloe, Hibiscus, Aubergine, Paprika, Jasmin, Tabak u. v. m.
Die Anordnung der Blumentafeln richtet sich nicht nach einer botanischen Klassifizierung, sondern nach der Blüte- und Reifezeit in den vier Jahreszeiten, entsprechend ist das Werk in vier Teile gegliedert. Im vorliegenden Exemplar vorhanden sind die Tafeln 1-134 des Frühlings, die Tafeln 250-318 des Sommers, die Tafeln 319-360 des Herbstes und die Tafeln 361-367 des Winters. Die Tafeln sind auf dickem, unbeschnittenen Büttenpapier (Format 57,5-59 : 45-46 cm) gedruckt, auf der Rückseite befindet sich der lateinische Text mit der Lagensignatur unten in der Mitte. Wie auch das Vorwort von J. G. Sthenander wurde das Textblatt Frühling Ordo 2, Fol.17 - wie bei Baier und Keunecke beschrieben - auf weißerem Papier in kleinerem Format gedruckt und nachträglich eingebunden.

EINBAND: Spätere Halbleinenbände. 58,5 : 45,5 cm. - ILLUSTRATION: Mit illustriertem Kupfertitel und 253 Kupfertafeln (von 367). - KOLLATION: 35 nn. Text- und Indexbll. zwischengebunden. - ZUSTAND: Ohne die Tafeln 135-249 des Sommerteils. - Text stellenweise schwach durchschlagend, vereinz. etw. wasserrandig und stockfl., wenige Taf. mit Quetschfalten, 2 Taf. mit etw. Plattenschmutz, 1 Taf. mit längerem Randeinriß (Frühling Ordo 1, Fol. 3), 1 Taf mit Einriß am inneren oberen Rand (Frühling Ordo 1, Fol. 9), 1 Textblatt (Frühling Ordo 3, Fol. 17) in Faksimile ergänzt, Titelblatt am Ober- und Unterrand beschnitten (45 cm). Einbände etw. fleckig, berieben, mit Kratzspuren und bestoßen. Innen schönes, kaum fleckiges und unbeschnittenes Exemplar. - PROVENIENZ: Seit mehr als 100 Jahren in süddeutschem Familienbesitz.

LITERATUR: Nissen 158. - Pritzel 745. - Hunt (Allan Stevenson) 430. - Stafleu/Cowan 497. - Baier, Hortus Eystettensis (in: Aus d. Antiquariat 1970, S. A 273 ff.).

One of the most beautiful books on flowers ever published. An uncut copy, impressively large-format and comprehensive. Magnificent black-and-white illustrations, mostly in vivid prints. One of the masterpieces of botanical book illustration. Fifth and last edition of the impressive botanical catalogue, initiated for the centennial of the first edition, but published only around 1750. With engr. illustr. title (dated 1713) and 253 (of 367) copperplates. Latin text printed on verso of the plates. Later half cloth bindings. 58.5 : 45.5 cm. - Excludes plates 135–249 of the summer section. - Text faint in places, only few waterstains and foxongs, some printer’s creases, 2 plates blurred, 1 plate with longer marginal tear, 1 plate with a smaller tear at upper inner margin, 1 text leaf replaced in facsimile, title page trimmed at the top and bottom (45 cm). Bindings somewhat stained, rubbed, with scuff marks, and bumped. Inside, a beautiful copy, with hardly any stains and untrimmed.






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