43
Pierre Soulages
Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 1.000.000 - 1.500.000
43
Pierre Soulages
Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 1.000.000 - 1.500.000
Pierre Soulages
1919 - 2022
Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957. 1957.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. Auf dem Keilrahmen signiert und datiert sowie handschriftlich bezeichnet "ARIEL" und "1507". 81 x 60 cm (31,8 x 23,6 in).
IKONE DER FRANZÖSISCHEN NACHKRIEGSKUNST Als bedeutendster französischer Vertreter der abstrakten Nachkriegsmalerei 2019 mit einer eigenen Ausstellung im Louvre geehrt – eine Ehre, die zuvor nur Picasso und Chagall unter den lebenden Künstlern zuteilwurde.
• SCHLÜSSELPHASE Entstanden in den bedeutenden 1950er-Jahren, als Soulages seine unverwechselbare Bildsprache entwickelte und international den Durchbruch feierte – documenta 1955 und 1959.
• FARBKONTRAST Tiefes Schwarz und leuchtendes Rotbraun verbinden sich zu einer spannungsreichen Komposition von außergewöhnlicher Tiefe.
• VORWEGNAHME DES OUTRENOIR Die intensive Auseinandersetzung mit Schwarz, Licht und Oberflächenwirkung weist bereits auf das ab 1979 entwickelte Outrenoir voraus.
• SELTENHEIT Bedeutende Gemälde der 1950er-Jahre sind international begehrt und auf dem internationalen Auktionsmarkt nur selten vertreten.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.
Firmensammlung Schweiz (2012, Ketterer Kunst).
AUSSTELLUNG: Galerie de France, Paris, 1957.
LITERATUR:
Pierre Encrevé, Soulages. L'Œuvre complet. Peintures, Bd. I, 1946-1959, Seuil, Paris 1994, WVZ-Nr. 300 (m. Farbabb.)
- -
Ketterer Kunst, München, Auktion 393, Postwar/Zeitgenössische Kunst, 6.9.2012, Los 219 (m. Farbabb.).
"Wenn man vom Licht spricht, so interessiert mich das mentale Feld, berührt durch den Betrachteten. Es betrifft alles was in unserer Vorstellungswelt oder in unserem Inneren vorgeht."
Pierre Soulages im Interview mit Heinz-Norbert Jocks in: Kunstforum International, Bd. 141, 1998, S. 250f.
Aufrufzeit: 04.12.2026 - ca. 18.24 h +/- 20 Min.
1919 - 2022
Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957. 1957.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert. Auf dem Keilrahmen signiert und datiert sowie handschriftlich bezeichnet "ARIEL" und "1507". 81 x 60 cm (31,8 x 23,6 in).
IKONE DER FRANZÖSISCHEN NACHKRIEGSKUNST Als bedeutendster französischer Vertreter der abstrakten Nachkriegsmalerei 2019 mit einer eigenen Ausstellung im Louvre geehrt – eine Ehre, die zuvor nur Picasso und Chagall unter den lebenden Künstlern zuteilwurde.
• SCHLÜSSELPHASE Entstanden in den bedeutenden 1950er-Jahren, als Soulages seine unverwechselbare Bildsprache entwickelte und international den Durchbruch feierte – documenta 1955 und 1959.
• FARBKONTRAST Tiefes Schwarz und leuchtendes Rotbraun verbinden sich zu einer spannungsreichen Komposition von außergewöhnlicher Tiefe.
• VORWEGNAHME DES OUTRENOIR Die intensive Auseinandersetzung mit Schwarz, Licht und Oberflächenwirkung weist bereits auf das ab 1979 entwickelte Outrenoir voraus.
• SELTENHEIT Bedeutende Gemälde der 1950er-Jahre sind international begehrt und auf dem internationalen Auktionsmarkt nur selten vertreten.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.
Firmensammlung Schweiz (2012, Ketterer Kunst).
AUSSTELLUNG: Galerie de France, Paris, 1957.
LITERATUR:
Pierre Encrevé, Soulages. L'Œuvre complet. Peintures, Bd. I, 1946-1959, Seuil, Paris 1994, WVZ-Nr. 300 (m. Farbabb.)
- -
Ketterer Kunst, München, Auktion 393, Postwar/Zeitgenössische Kunst, 6.9.2012, Los 219 (m. Farbabb.).
"Wenn man vom Licht spricht, so interessiert mich das mentale Feld, berührt durch den Betrachteten. Es betrifft alles was in unserer Vorstellungswelt oder in unserem Inneren vorgeht."
Pierre Soulages im Interview mit Heinz-Norbert Jocks in: Kunstforum International, Bd. 141, 1998, S. 250f.
Aufrufzeit: 04.12.2026 - ca. 18.24 h +/- 20 Min.
Pierre Soulages zählt zu den bedeutendsten Vertretern der europäischen Nachkriegsabstraktion. Er hat mit seinem Œuvre eine autarke Position geschaffen, die solitär zum Informel und der lyrischen Abstraktion steht.
Der Weg zum Durchbruch: "Ach, Sie sind der Maler der großen schwarzen Bilder. Das sind die Besten des Salons" (Francis Picabia, 1947)
Der 1919 in Rodez geborene Pierre Soulages entscheidet sich schon früh für eine künstlerische Laufbahn. Trotz bestandener Aufnahmeprüfung tritt er Anfang der 1930er Jahre jedoch nicht seinen Platz an der Pariser École des Beaux-Arts an, denn das rückwärtsgewandte künstlerische Klima dieser Institution hält ihn davon ab. Und erst nach dem Krieg, den er unter falscher Identität als Weinbauer übersteht, kann er sich ab 1946 wirklich seinem Kunstschaffen zuwenden und widmet sich ausschließlich der Malerei. Auf dem Salon des Surindépendants 1947 zeigt er u. a. "Brou de noix sur papier, 74 x 47,5 cm, 1947", ausgeführt mit Beize aus grünen Walnussschalen, die charakteristisch für sein Werk bleiben wird. "Ach, Sie sind der Maler der großen schwarzen Bilder. Das sind die Besten des Salons", lautet das Urteil Picabias zu den dort gezeigten Werken. Picabia prophezeit seinem jungen Kollegen auch schon den großen Widerspruch, den er mit dieser Arbeitsweise in Künstlerkreisen hervorrufen wird. Mit Francis Picabia und auch Hans Hartung bleibt er im Weiteren in guter Freundschaft verbunden.

Schon im Jahr darauf folgen weitere internationale Ausstellungsbeteiligungen und James Johnson Sweeney (1935–1946 Kurator am Museum of Modern Art, 1952–1960 Direktor des Solomon R. Guggenheim Museum, New York) besucht Soulages im Atelier. Er ist begeistert von dessen Nussbeize-Gemälden und wird einer seiner engagierten Förderer. Weitere wichtige Ausstellungen in den wesentlichen Galerien in ganz Europa, USA und Asien sollten folgen.
1954 findet die erste Solo-Ausstellung von Soulages in der Sam Kootz Gallery, New York, statt, in der auch Mark Rothko, Robert Motherwell und Willem de Kooning beheimatet sind. Sam Kootz berichtet begeistert: "I have not had so enthousiastic a reception since my first post-war Picasso show in 1947 when all the pictures were sold on the first day" (S. Kootz, zit. nach: Pierre Encrevé, Soulages. Les peintures 1946–2006, Paris 1994, 4. Aufl. 2007, S. 82).
In Frankreich wird Pierre Soulages von der Galerie de France in Paris vertreten; auch das hier angebotene "Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957" wird dort im Entstehungsjahr gezeigt. Im Jahr darauf, 1958, reist Soulages nach Kambodscha, Thailand und Japan. Sein Interesse an der asiatischen Kalligrafie, die in unserem Bild schon anklingt, kann er hier weiter verfolgen.

Widerstände und Erfolge
Der scheinbar so mühelose Anstieg des Erfolges ist in Wahrheit hart erkämpft. Pierre Soulages hält mit seiner Auffassung von Kunst, die frei von jeglicher existenzialistischen Schwärmerei ist, eine schwierige Position im Paris der 1950er und 60er Jahre. Der Zeitgeist brennt für das Informel, für Tachismus und die Lyrische Abstraktion. Doch spontanes Umsetzen von Emotion und Empfindung in eine gestische Bildsprache ist nicht das Anliegen von Pierre Soulages. Er hat sein eigenes Kunstverständnis, das in seiner Radikalität sehr gut mit einer Anekdote aus seiner Kindheit beschrieben ist: "Ich tauchte damals meinen Pinsel in ein Faß mit schwarzer Tinte und machte irgendwelche Striche. Eines Tages fragte mich eine erwachsene Freundin, was ich denn da mache, und ich sagte 'Eine Schneelandschaft', woraufhin sie in Lachen ausbrach" (P. Soulages im Interview mit Heinz-Norbert Jocks, Kunstforum International, Bd. 141, 1998, S. 250ff.).
Soulages hebt sich von seinen Zeitgenossen maßgeblich dadurch ab, dass er nicht die vergeistigte, mit Philosophien und Theorien durchdrungene Kunst machen wollte. Als sein Hauptanliegen nennt er die Auseinandersetzung mit der Technik. Schon bei frühen Museumsbesuchen, bei denen er die Kunst Picassos oder Cézannes studiert habe, sei er immer für die Techniken der Maler interessiert gewesen, "wodurch mir die enge Beziehung zwischen der Maltechnik und der daraus gewonnenen Kunst bewußt wurde" (ebd.). Die Vielfalt der Werkzeuge, mit denen er die Farbe auf die Leinwand bringt, spricht in dieser Hinsicht eine klare Sprache: eine Vielfalt von Pinseln mit großer Breite und oftmals mit starken Borsten. Mit der Verwendung der Beize aus grünen Walnussschalen findet er auch in der Mal-Materialwahl seinen ganz eigenen, besonderen Weg. Als lasierende, wasserbasierte Tusche findet sich "brou de noix" schon bei Claude Lorrain oder Rembrandt. Soulages versetzt es mit anderen Mitteln, die die Viskosität erhöhen und einen tieferen Materialaufbau erlauben. Das Farbspiel variiert vom Rötlichen zum Braunen. Je nach Zusammensetzung ändert sich nicht nur die Transparenz, es verändert sich auch die Oberflächengestaltung. Die Beize kann leicht zäh sein, so dass das Relief des Pinselauftrages noch über die Trocknungsphase hinweg erhalten bleibt. Die Luzidität des Materials erlaubt neben der faszinierenden Oberfläche auch noch eine räumliche Tiefen-Wahrnehmung des Lichtes, das bis auf den Malgrund durchdringen kann.
Bezeichnend ist hier auch, dass Soulages im gesamten Œuvre konsequent die gleiche Art der Betitelung verwendet, die der Künstler mit Bedacht wählt: Technik, Maße, Entstehungsdatum – dies ist alles, was er als sinnvoll und wichtig zur Definition und Bezeichnung seiner Werke benötigt.

"Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957"
Pierre Soulages, der heute unwiderruflich für die Erfindung der Kunst des "Outrenoir" steht, konzentriert sich auf den subtilen Kontrast von bräunlich dunklen, bisweilen schwarz abgetönten Farben vor durchscheinendem hellen Hintergrund. Die vorliegende Leinwand wird von breiten schwarzen Farbzügen bestimmt, die sich über den hellen, bewusst ausgesparten Grund erstrecken: Dunkle Farbe liegt über hellerer. Das sich diagonal und quer, an ein japanisches Schriftzeichen erinnernd über die darunterliegenden flacheren Schichten legende Muster zeigt mit feinem Relief den Strichverlauf und die Momente des Beginns und des Endes der Pinselführung. Dabei erscheint Schwarz nicht als einheitlicher Farbwert, sondern in unterschiedlichen Abstufungen – von tiefer Dunkelheit bis zu einer durchscheinenden, fließenden Transparenz. Die großzügig gesetzten Farbflächen bilden eine spannungsvolle Harmonie aus vertikalen und horizontalen Formen. Ihre kontrollierte Dynamik veranschaulicht die Bedeutung der bewussten Organisation der Bildfläche. Bei unserem Gemälde "Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957" kommt eine reduzierte Farbpalette zur Geltung. Massives Braun-Schwarz steht vor Rötlich-Braun und zart-weißem Grund. Der Textur der Farbe misst Pierre Soulages besondere Bedeutung zu: Die reliefartige Oberfläche des Gemäldes geht über den reinen Farbwert hinaus, sie fängt mit ihrem Oberflächenrelief das Licht ein und erzeugt immer neue visuelle Eindrücke. Im hier angebotenen Werk ist Soulages schon auf dem direkten Pfad, der letztlich zu den so komplexen schwarzen Werken des Spätwerks führt. Die Funktion des Farbauftrags ist nicht Selbstzweck, sondern es geht immer um das Aufzeigen der vielfältigen materiellen, haptischen und licht-reflektierenden Qualitäten der Farbe. Das Auge des Betrachters, die jeweiligen Lichtverhältnisse und letztlich auch der Standort des Betrachters binden die Leinwand in ein umfassendes System ein. [EH]
Der Weg zum Durchbruch: "Ach, Sie sind der Maler der großen schwarzen Bilder. Das sind die Besten des Salons" (Francis Picabia, 1947)
Der 1919 in Rodez geborene Pierre Soulages entscheidet sich schon früh für eine künstlerische Laufbahn. Trotz bestandener Aufnahmeprüfung tritt er Anfang der 1930er Jahre jedoch nicht seinen Platz an der Pariser École des Beaux-Arts an, denn das rückwärtsgewandte künstlerische Klima dieser Institution hält ihn davon ab. Und erst nach dem Krieg, den er unter falscher Identität als Weinbauer übersteht, kann er sich ab 1946 wirklich seinem Kunstschaffen zuwenden und widmet sich ausschließlich der Malerei. Auf dem Salon des Surindépendants 1947 zeigt er u. a. "Brou de noix sur papier, 74 x 47,5 cm, 1947", ausgeführt mit Beize aus grünen Walnussschalen, die charakteristisch für sein Werk bleiben wird. "Ach, Sie sind der Maler der großen schwarzen Bilder. Das sind die Besten des Salons", lautet das Urteil Picabias zu den dort gezeigten Werken. Picabia prophezeit seinem jungen Kollegen auch schon den großen Widerspruch, den er mit dieser Arbeitsweise in Künstlerkreisen hervorrufen wird. Mit Francis Picabia und auch Hans Hartung bleibt er im Weiteren in guter Freundschaft verbunden.

Pierre Soulages in der Umgebung von Rodez, 1935 – 1936, Foto: unbekannt.
Schon im Jahr darauf folgen weitere internationale Ausstellungsbeteiligungen und James Johnson Sweeney (1935–1946 Kurator am Museum of Modern Art, 1952–1960 Direktor des Solomon R. Guggenheim Museum, New York) besucht Soulages im Atelier. Er ist begeistert von dessen Nussbeize-Gemälden und wird einer seiner engagierten Förderer. Weitere wichtige Ausstellungen in den wesentlichen Galerien in ganz Europa, USA und Asien sollten folgen.
1954 findet die erste Solo-Ausstellung von Soulages in der Sam Kootz Gallery, New York, statt, in der auch Mark Rothko, Robert Motherwell und Willem de Kooning beheimatet sind. Sam Kootz berichtet begeistert: "I have not had so enthousiastic a reception since my first post-war Picasso show in 1947 when all the pictures were sold on the first day" (S. Kootz, zit. nach: Pierre Encrevé, Soulages. Les peintures 1946–2006, Paris 1994, 4. Aufl. 2007, S. 82).
In Frankreich wird Pierre Soulages von der Galerie de France in Paris vertreten; auch das hier angebotene "Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957" wird dort im Entstehungsjahr gezeigt. Im Jahr darauf, 1958, reist Soulages nach Kambodscha, Thailand und Japan. Sein Interesse an der asiatischen Kalligrafie, die in unserem Bild schon anklingt, kann er hier weiter verfolgen.

Pierre Soulages, Brou de noix et huile sur papier, 74 x 47,5 cm, 1947, Museé Soulages, Rodez. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Widerstände und Erfolge
Der scheinbar so mühelose Anstieg des Erfolges ist in Wahrheit hart erkämpft. Pierre Soulages hält mit seiner Auffassung von Kunst, die frei von jeglicher existenzialistischen Schwärmerei ist, eine schwierige Position im Paris der 1950er und 60er Jahre. Der Zeitgeist brennt für das Informel, für Tachismus und die Lyrische Abstraktion. Doch spontanes Umsetzen von Emotion und Empfindung in eine gestische Bildsprache ist nicht das Anliegen von Pierre Soulages. Er hat sein eigenes Kunstverständnis, das in seiner Radikalität sehr gut mit einer Anekdote aus seiner Kindheit beschrieben ist: "Ich tauchte damals meinen Pinsel in ein Faß mit schwarzer Tinte und machte irgendwelche Striche. Eines Tages fragte mich eine erwachsene Freundin, was ich denn da mache, und ich sagte 'Eine Schneelandschaft', woraufhin sie in Lachen ausbrach" (P. Soulages im Interview mit Heinz-Norbert Jocks, Kunstforum International, Bd. 141, 1998, S. 250ff.).
Soulages hebt sich von seinen Zeitgenossen maßgeblich dadurch ab, dass er nicht die vergeistigte, mit Philosophien und Theorien durchdrungene Kunst machen wollte. Als sein Hauptanliegen nennt er die Auseinandersetzung mit der Technik. Schon bei frühen Museumsbesuchen, bei denen er die Kunst Picassos oder Cézannes studiert habe, sei er immer für die Techniken der Maler interessiert gewesen, "wodurch mir die enge Beziehung zwischen der Maltechnik und der daraus gewonnenen Kunst bewußt wurde" (ebd.). Die Vielfalt der Werkzeuge, mit denen er die Farbe auf die Leinwand bringt, spricht in dieser Hinsicht eine klare Sprache: eine Vielfalt von Pinseln mit großer Breite und oftmals mit starken Borsten. Mit der Verwendung der Beize aus grünen Walnussschalen findet er auch in der Mal-Materialwahl seinen ganz eigenen, besonderen Weg. Als lasierende, wasserbasierte Tusche findet sich "brou de noix" schon bei Claude Lorrain oder Rembrandt. Soulages versetzt es mit anderen Mitteln, die die Viskosität erhöhen und einen tieferen Materialaufbau erlauben. Das Farbspiel variiert vom Rötlichen zum Braunen. Je nach Zusammensetzung ändert sich nicht nur die Transparenz, es verändert sich auch die Oberflächengestaltung. Die Beize kann leicht zäh sein, so dass das Relief des Pinselauftrages noch über die Trocknungsphase hinweg erhalten bleibt. Die Luzidität des Materials erlaubt neben der faszinierenden Oberfläche auch noch eine räumliche Tiefen-Wahrnehmung des Lichtes, das bis auf den Malgrund durchdringen kann.
Bezeichnend ist hier auch, dass Soulages im gesamten Œuvre konsequent die gleiche Art der Betitelung verwendet, die der Künstler mit Bedacht wählt: Technik, Maße, Entstehungsdatum – dies ist alles, was er als sinnvoll und wichtig zur Definition und Bezeichnung seiner Werke benötigt.

Soulages in seinem Atelier, 1954, Foto: Denise Colomb. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
"Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957"
Pierre Soulages, der heute unwiderruflich für die Erfindung der Kunst des "Outrenoir" steht, konzentriert sich auf den subtilen Kontrast von bräunlich dunklen, bisweilen schwarz abgetönten Farben vor durchscheinendem hellen Hintergrund. Die vorliegende Leinwand wird von breiten schwarzen Farbzügen bestimmt, die sich über den hellen, bewusst ausgesparten Grund erstrecken: Dunkle Farbe liegt über hellerer. Das sich diagonal und quer, an ein japanisches Schriftzeichen erinnernd über die darunterliegenden flacheren Schichten legende Muster zeigt mit feinem Relief den Strichverlauf und die Momente des Beginns und des Endes der Pinselführung. Dabei erscheint Schwarz nicht als einheitlicher Farbwert, sondern in unterschiedlichen Abstufungen – von tiefer Dunkelheit bis zu einer durchscheinenden, fließenden Transparenz. Die großzügig gesetzten Farbflächen bilden eine spannungsvolle Harmonie aus vertikalen und horizontalen Formen. Ihre kontrollierte Dynamik veranschaulicht die Bedeutung der bewussten Organisation der Bildfläche. Bei unserem Gemälde "Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957" kommt eine reduzierte Farbpalette zur Geltung. Massives Braun-Schwarz steht vor Rötlich-Braun und zart-weißem Grund. Der Textur der Farbe misst Pierre Soulages besondere Bedeutung zu: Die reliefartige Oberfläche des Gemäldes geht über den reinen Farbwert hinaus, sie fängt mit ihrem Oberflächenrelief das Licht ein und erzeugt immer neue visuelle Eindrücke. Im hier angebotenen Werk ist Soulages schon auf dem direkten Pfad, der letztlich zu den so komplexen schwarzen Werken des Spätwerks führt. Die Funktion des Farbauftrags ist nicht Selbstzweck, sondern es geht immer um das Aufzeigen der vielfältigen materiellen, haptischen und licht-reflektierenden Qualitäten der Farbe. Das Auge des Betrachters, die jeweiligen Lichtverhältnisse und letztlich auch der Standort des Betrachters binden die Leinwand in ein umfassendes System ein. [EH]
Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Pierre Soulages "Peinture 81 x 60 cm, 2 mai 1957"
Dieses Objekt wird regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.
Berechnung der Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.
Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.
Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.
Berechnung der Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.
Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.
Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.
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Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
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