Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126000921

126000921
Paul Klee
Strenge Landschaft in Blau, 1917.
Aquarell auf Kreidegrundierung auf Papier auf K...
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000921
Paul Klee
Strenge Landschaft in Blau, 1917.
Aquarell auf Kreidegrundierung auf Papier auf K...
Schätzpreis: € 120.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Paul Klee
1879 - 1940
Strenge Landschaft in Blau. 1917.
Aquarell auf Kreidegrundierung auf Papier auf Karton.
Rechts unten signiert. Auf dem Original-Unterlagekarton links unten datiert und mit der Werknummer "147" bezeichnet. 21,6 x 14 cm (8,5 x 5,5 in). Karton: 39,3 x 27,9 cm (15,4 x 10,9 in).
[AW].
• Von außergewöhnlich leuchtender Farbkraft und flächiger Formensprache.
• Poetisches Wechselspiel aus geometrischer Abstraktion und geheimnisvoller Landschaft.
• Inmitten der Kriegswirren 1917 ungebrochen kreativ - eindrucksvolles Zeugnis von Klees künstlerischer Schaffenskraft.
• Umfassende Ausstellungshistorie: bereits kurz nach Entstehung gezeigt in der renommierten Galerie Der Sturm in Berlin.
• Aquarelle aus dem Jahr 1917 befinden sich u.a. im Gemeentemuseum Den Haag, im Museum Berggruen, Berlin, und im Metropolitan Museum of Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Lily Klee, Bern (1940-1946).
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1950).
Galerie Rosengart, Luzern (1950).
David Coleman Art Gallery, Philadelphia (ab 1950).
Sammlung Philip Kaplan, Long Island City (1955-1971).
Sammlung Alfred Eliot, New York.
Galerie Thomas, München (1989).
Privatsammlung Süddeutschland (1989 vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.
AUSSTELLUNG: Erich Buchholz. Vertseigerungsausstellung. Werke der Meister des Staatlichen Bauhauses Weimar (Feininger/Itten/Klee/Macke/Muche/Schlemmer/Schreier). Gesamtschau, Galerie Der Sturm, Berlin, 27.11.-15.12.1921, Kat.-Nr. 53 (m. Abb. S. 11).
Arnold Topp. Adolf Bauer-Saar. Gemälde / Aquarelle. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, Januar 1922, Kat.-Nr. 106.
Moholy-Nagy. Peri. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, Februar 1922, Kat.-Nr. 90.
Willi Baumeister. Fernarnd Léger. Gemälde / Aquarelle. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, März 1922, Kat.-Nr. 71.
Georg von Poschedajew. Entwürfe für Theaterdekorationen und Kostüme. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, April 1922, Kat.-Nr. 43.
Weihnachtsausstellung Erfurter und Thüringer Künstler. Kunstvereinsheim, Erfurt, 1911.1922-7.1.1923.
Grosse Berliner Kunstausstellung 1924, Landessausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof, Abteilung der Novembergruppe, Berlin, 31.5.-1.9.1924, Kat.-Nr. 929, S. 98.
Paul Klee zum Gedächtnis, Galerie Rosengart, Luzern, 15.7.-15.9.1945.
Paul Klee. Das Frühwerk 1883-1922, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 14.12.1979-2.3.1980, Kat.-Nr. 332 (m. Abb. S. 453).
Paul Klee. Aquarelle, Mischtechniken, Zeichnungen, Graphiken, Galerie Thomas, München, Mai bis Juli 1989 (m. Abb.).
LITERATUR: Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.), Paul Klee. Catalogue raisonné. 1883-1940, 9 Bde., Bern 1998-2003, Bd. 2, WVZ-Nr. 1831 (m. SW-Abb. S. 429).
- -
Wolfgang Kersten, Osamu Okuda, Paul Klee. Im Zeichen der Teilung, Düsseldorf/Stuttgart 1995 (m. Abb. S. 333).
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 15. Auktion, 1.12.1975, Los 870 (m. Farbabb.).
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 40. Auktion, 2.6.1980, Los 693 (m. Farbabb. und Cover).
Sabine Mainberger, "Aktive" Linie - Kreatives System. Zu Titeln und Register in Klees Spätwerk, in: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, Heft 50/1, 2005, S. 111-137/S. 121.
1879 - 1940
Strenge Landschaft in Blau. 1917.
Aquarell auf Kreidegrundierung auf Papier auf Karton.
Rechts unten signiert. Auf dem Original-Unterlagekarton links unten datiert und mit der Werknummer "147" bezeichnet. 21,6 x 14 cm (8,5 x 5,5 in). Karton: 39,3 x 27,9 cm (15,4 x 10,9 in).
[AW].
• Von außergewöhnlich leuchtender Farbkraft und flächiger Formensprache.
• Poetisches Wechselspiel aus geometrischer Abstraktion und geheimnisvoller Landschaft.
• Inmitten der Kriegswirren 1917 ungebrochen kreativ - eindrucksvolles Zeugnis von Klees künstlerischer Schaffenskraft.
• Umfassende Ausstellungshistorie: bereits kurz nach Entstehung gezeigt in der renommierten Galerie Der Sturm in Berlin.
• Aquarelle aus dem Jahr 1917 befinden sich u.a. im Gemeentemuseum Den Haag, im Museum Berggruen, Berlin, und im Metropolitan Museum of Art, New York.
PROVENIENZ: Sammlung Lily Klee, Bern (1940-1946).
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1950).
Galerie Rosengart, Luzern (1950).
David Coleman Art Gallery, Philadelphia (ab 1950).
Sammlung Philip Kaplan, Long Island City (1955-1971).
Sammlung Alfred Eliot, New York.
Galerie Thomas, München (1989).
Privatsammlung Süddeutschland (1989 vom Vorgenannten erworben).
Seitdem in Familienbesitz.
AUSSTELLUNG: Erich Buchholz. Vertseigerungsausstellung. Werke der Meister des Staatlichen Bauhauses Weimar (Feininger/Itten/Klee/Macke/Muche/Schlemmer/Schreier). Gesamtschau, Galerie Der Sturm, Berlin, 27.11.-15.12.1921, Kat.-Nr. 53 (m. Abb. S. 11).
Arnold Topp. Adolf Bauer-Saar. Gemälde / Aquarelle. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, Januar 1922, Kat.-Nr. 106.
Moholy-Nagy. Peri. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, Februar 1922, Kat.-Nr. 90.
Willi Baumeister. Fernarnd Léger. Gemälde / Aquarelle. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, März 1922, Kat.-Nr. 71.
Georg von Poschedajew. Entwürfe für Theaterdekorationen und Kostüme. Gesamtschau des Sturm, Galerie Der Sturm, Berlin, April 1922, Kat.-Nr. 43.
Weihnachtsausstellung Erfurter und Thüringer Künstler. Kunstvereinsheim, Erfurt, 1911.1922-7.1.1923.
Grosse Berliner Kunstausstellung 1924, Landessausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof, Abteilung der Novembergruppe, Berlin, 31.5.-1.9.1924, Kat.-Nr. 929, S. 98.
Paul Klee zum Gedächtnis, Galerie Rosengart, Luzern, 15.7.-15.9.1945.
Paul Klee. Das Frühwerk 1883-1922, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 14.12.1979-2.3.1980, Kat.-Nr. 332 (m. Abb. S. 453).
Paul Klee. Aquarelle, Mischtechniken, Zeichnungen, Graphiken, Galerie Thomas, München, Mai bis Juli 1989 (m. Abb.).
LITERATUR: Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern (Hrsg.), Paul Klee. Catalogue raisonné. 1883-1940, 9 Bde., Bern 1998-2003, Bd. 2, WVZ-Nr. 1831 (m. SW-Abb. S. 429).
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Wolfgang Kersten, Osamu Okuda, Paul Klee. Im Zeichen der Teilung, Düsseldorf/Stuttgart 1995 (m. Abb. S. 333).
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 15. Auktion, 1.12.1975, Los 870 (m. Farbabb.).
Galerie Wolfgang Ketterer, München, 40. Auktion, 2.6.1980, Los 693 (m. Farbabb. und Cover).
Sabine Mainberger, "Aktive" Linie - Kreatives System. Zu Titeln und Register in Klees Spätwerk, in: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, Heft 50/1, 2005, S. 111-137/S. 121.
Das 1917 entstandene Aquarell "Strenge Landschaft in Blau" verdeutlicht bemerkenswert die Entwicklung von Paul Klees künstlerischem Stil. Es ist ein leuchtendes Exempel für seine intensive Auseinandersetzung mit Farbe, Abstraktion und der poetischen Wirkung von Landschaft.
Die besondere Farbwirkung der Arbeit steht in engem Zusammenhang mit Klees Reise nach Tunesien im Jahr 1914, die er gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen August Macke und Louis Moilliet unternimmt. Nachhaltig prägt dieser Aufenthalt seine künstlerische Entwicklung. Insbesondere das intensive nordafrikanische Licht und die klare, leuchtende Farbigkeit hinterlassen einen bleibenden und sich wieder findenden Eindruck. In "Strenge Landschaft in Blau" verbindet Klee die Darstellung einer Landschaft mit einer stark reduzierten geometrischen Formensprache. Rechtecke, Dreiecke und andere klar voneinander abgegrenzte Flächen fügen sich zu einer streng geordneten Komposition zusammen. Verschiedene Blautöne bestimmen die Atmosphäre des Bildes und verleihen ihm eine kühle, geheimnisvolle Wirkung. Gleichzeitig setzen Gelb- und Rottöne gezielte Akzente und schaffen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ruhe und Spannung. Zwischen den abstrakten Formen lassen sich vereinfachte Landschaftselemente wie Häuser und Pflanzen erkennen. Diese gegenständlichen Hinweise verleihen dem Werk eine erzählerische Dimension, ohne die klare geometrische Struktur zu beeinträchtigen. Dadurch bewegt sich das Bild zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit: Es erscheint sowohl als Untersuchung von Farbe, Fläche und Form als auch als poetische Darstellung einer rätselhaften Landschaft.
Gerade diese Mehrdeutigkeit ist kennzeichnend für Klees Kunst. Das Werk lässt sich nicht eindeutig oder ausschließlich über eine realistische Logik erschließen. Vielmehr stehen unterschiedliche Eindrücke und Gegensätze nebeneinander: Die Landschaft wirkt zugleich geordnet und traumartig, konkret und abstrakt, still und dynamisch. Diese Offenheit lädt dazu ein, das Bild auf verschiedenen Ebenen wahrzunehmen und immer wieder neu zu deuten.
Diese vielschichtige Wahrnehmungsebene steht in engem Zusammenhang mit der unruhigen Entstehungszeit des Aquarells. 1916 wird Klee zum Kriegsdienst eingezogen, den er in Schleißheim und Augsburg ableistet. Während Künstlerfreunde wie August Macke und Franz Marc fallen, übersteht Klee die Kriegsjahre äußerlich unversehrt. Zugleich entwickelt er sich künstlerisch weiter und präsentiert im selben Jahr seine erste Einzelausstellung in Herwarth Waldens legendärer Galerie „Der Sturm“, in der unser Werk 1921 gezeigt wird. In den Nachkriegsjahren etabliert sich Klee zunehmend als bedeutender Künstler. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, Einflüsse verschiedener Kunstrichtungen und persönliche Erfahrungen in eine unverwechselbare Bildsprache zu überführen. "Strenge Landschaft in Blau" veranschaulicht diese Fähigkeit und macht Klee als einen der originellsten und vielseitigsten Künstler der Moderne sichtbar. [AW]
Die besondere Farbwirkung der Arbeit steht in engem Zusammenhang mit Klees Reise nach Tunesien im Jahr 1914, die er gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen August Macke und Louis Moilliet unternimmt. Nachhaltig prägt dieser Aufenthalt seine künstlerische Entwicklung. Insbesondere das intensive nordafrikanische Licht und die klare, leuchtende Farbigkeit hinterlassen einen bleibenden und sich wieder findenden Eindruck. In "Strenge Landschaft in Blau" verbindet Klee die Darstellung einer Landschaft mit einer stark reduzierten geometrischen Formensprache. Rechtecke, Dreiecke und andere klar voneinander abgegrenzte Flächen fügen sich zu einer streng geordneten Komposition zusammen. Verschiedene Blautöne bestimmen die Atmosphäre des Bildes und verleihen ihm eine kühle, geheimnisvolle Wirkung. Gleichzeitig setzen Gelb- und Rottöne gezielte Akzente und schaffen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ruhe und Spannung. Zwischen den abstrakten Formen lassen sich vereinfachte Landschaftselemente wie Häuser und Pflanzen erkennen. Diese gegenständlichen Hinweise verleihen dem Werk eine erzählerische Dimension, ohne die klare geometrische Struktur zu beeinträchtigen. Dadurch bewegt sich das Bild zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit: Es erscheint sowohl als Untersuchung von Farbe, Fläche und Form als auch als poetische Darstellung einer rätselhaften Landschaft.
Gerade diese Mehrdeutigkeit ist kennzeichnend für Klees Kunst. Das Werk lässt sich nicht eindeutig oder ausschließlich über eine realistische Logik erschließen. Vielmehr stehen unterschiedliche Eindrücke und Gegensätze nebeneinander: Die Landschaft wirkt zugleich geordnet und traumartig, konkret und abstrakt, still und dynamisch. Diese Offenheit lädt dazu ein, das Bild auf verschiedenen Ebenen wahrzunehmen und immer wieder neu zu deuten.
Diese vielschichtige Wahrnehmungsebene steht in engem Zusammenhang mit der unruhigen Entstehungszeit des Aquarells. 1916 wird Klee zum Kriegsdienst eingezogen, den er in Schleißheim und Augsburg ableistet. Während Künstlerfreunde wie August Macke und Franz Marc fallen, übersteht Klee die Kriegsjahre äußerlich unversehrt. Zugleich entwickelt er sich künstlerisch weiter und präsentiert im selben Jahr seine erste Einzelausstellung in Herwarth Waldens legendärer Galerie „Der Sturm“, in der unser Werk 1921 gezeigt wird. In den Nachkriegsjahren etabliert sich Klee zunehmend als bedeutender Künstler. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm, Einflüsse verschiedener Kunstrichtungen und persönliche Erfahrungen in eine unverwechselbare Bildsprache zu überführen. "Strenge Landschaft in Blau" veranschaulicht diese Fähigkeit und macht Klee als einen der originellsten und vielseitigsten Künstler der Moderne sichtbar. [AW]
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