abbildung folgt


126000933
Tony Cragg
Bad Guys, 2010.
Bronze
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000933
Tony Cragg
Bad Guys, 2010.
Bronze
Schätzpreis: € 120.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Tony Cragg
1949

Bad Guys. 2010.
Bronze.
Unten seitlich mit dem Namenszug des Künstlers, der eingeschlagenen Datierung und dem Gießerstempel. Etwa 95 x 80 x 80 cm (37,4 x 31,4 x 31,4 in).
Gegossen von der Kunstgießerei Kayser, Düsseldorf. [CH].

• ALLANSICHTIG Aus jeder Perspektive eröffnen sich variierende Ansichten der formschönen Bronze.
• PRÄSENZ Die Symbiose aus reizvoller Materialität und geschichteten, gerundeten Formen führt zu einer beeindruckenden skulpturalen Inszenierung.
• VIELSEITIG Abstraktion und figurative Suggestion, Stabilität und Bewegung, dunkle Farbgebung und Oberflächenglanz.
• POSITION Tony Cragg zählt heute zu den international erfolgreichsten Bildhauern der zeitgenössischen Kunst.
• WELTWEIT Seine Werke befinden sich in bedeutenden musealen Sammlungen, darunter das Museum Ludwig, Köln, das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, das Museum of Contemporary Art, Los Angeles, und die Tate Gallery, London
.

PROVENIENZ: Galerie Klüser, München.
Privatsammlung Schweiz (2014 vom Vorgenannten erworben).

"The traditional idea of sculpture that you make something that [already] exists in another material, it doesn't seem to make any sense to me. I am more interested in what I can make the material do and what sort of ideas and emotions I have while I am making it and after when it's finished. So that's really what drives me on."
Tony Cragg in einem Gespräch mit Ed Behrens, Apollo Magazine, TEFAF Talks, 2026.

Die dynamischen und kraftvollen Arbeiten von Tony Cragg verleihen der Materie eine bis dahin ungekannte Gestalt. Mit übereinanderliegenden Schichten und Wölbungen formt er ein zwischen Figuration und Abstraktion changierendes Gebilde, in dem die statische Skulptur plötzlich lebendig wirkt. In "Bad Guys" verbindet sich archaisch-elementare Abstraktion mit einer technisch perfekten Oberflächenbehandlung.

Seit den 1970er Jahren entwickelt Cragg diese Formgebilde in einer Vielzahl von Skizzen, mithilfe von Papierschablonen und Sperrholzmodellen. Davon lässt allein die spektakuläre Allansichtigkeit noch etwas erahnen, während die technische Perfektion der Ausführung den minutiösen, feinsinnigen Konstrukteur erkennen lässt. Die Massivität der Bronze verdrängt den umgebenden Raum und steht doch in reizvollem Kontrast zur schwingenden Erscheinung der Form. So wird der Raum unmittelbar als Gestaltungsmittel in die Komposition einbezogen. Darin klingen auch Craggs naturwissenschaftliche Anfänge als Laborassistent in den 1960er Jahren an.

Nach dem Studium am Gloucester College of Art and Design und am Royal College of Art in London erlangt Cragg rasch internationale Anerkennung. Sein Werk wird auf der documenta (1982, 1987) und der Biennale in Venedig (1986, 1993) gezeigt. 1988 erhält er den Turner Prize und wird im selben Jahr an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Als einer der wichtigsten Vertreter der "New British Sculpture" zählt Cragg, ausgezeichnet mit dem Praemium Imperiale für Skulptur und Mitglied der Royal Academy in London, zu den international bedeutendsten Bildhauern der Gegenwart.

Wenn in Craggs Skulpturen Gesichter auftauchen oder die Titel der Werke, wie bei "Bad Guys", narrative Bezüge nahelegen, geht es dem Künstler weniger um ein banales Spiel mit der Pareidolie. Vielmehr handelt es sich um spielerische Akzentuierungen, die neben dem eigentlichen formalen Interesse entstehen. Den Kern trifft die Beobachtung des Momentanen, des Transitorischen in diesen Skulpturen. Was ein Einzelner dabei zu entdecken vermag, bleibt stets eine Annäherung, niemals die schlüssige, einzig gültige Antwort. Denn die Skulptur lädt zum Umschreiten ein und eröffnet dem Betrachter eine Fülle wechselnder Ansichten, sodass sich in seiner Erinnerung keine eindeutige Vorstellung festsetzen kann. Jede Skulptur soll ihn so der gewohnten Passivität entreißen und sich für literarische, metaphorische, spirituelle, poetische und nicht zuletzt metaphysische Deutungen öffnen. [EB]





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