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126001216
Victor Vasarely
Hô, 1948.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126001216
Victor Vasarely
Hô, 1948.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Victor Vasarely
1906 - 1997

Hô. 1948.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten im lila Feld schwer sichtbar signiert und wohl datiert. Verso auf der Leinwand erneut signiert und datiert sowie betitelt und bezeichnet "n°120 - 60M". 130 x 80,5 cm (51,1 x 31,6 in).
[AR].

• SIGNIFIKANT Frühe, signifikante Arbeit mit markanten Vertikalen und kraftvoller Zweifarbigkeit.
• VISIONÄR Entstanden zu Beginn von Vasarelys visionärer Abstraktion.
• AVANTGARDE Er gilt als Wegbereiter der Op-Art und der abstrakten Avantgarde.
• PROVENIENZ Aus der renommierten Galerie Denise René, die 1944 mit einer Ausstellung von Victor Vasarely in Paris eröffnet.
• MUSEAL Eine vergleichbare Arbeit, "Hô II", befindet sich in der Sammlung des Centre Pompidou, Paris
.

PROVENIENZ: Galerie Denise René, Paris.
Privatsammlung Paris.
Galerie Denise René, Paris.
Privatsammlung Norddeutschland.

"Erst 1947 offenbarte sich mir das 'Abstrakte' wirklich und wahrhaftig – als ich erkannte, dass die reine Form-Farbe die Welt zu bedeuten vermochte."
Victor Vasarely, zit. nach: Werner Spies, Victor Vasarely, Köln/New York 1971, S. 51.

Das Jahr 1947 bringt für Victor Vasarely eine entscheidende Einsicht mit sich und markiert einen Wendepunkt in seinem Schaffen, der seinen Blick auf das Zusammenspiel von Formen, Farben und Bewegung grundlegend verändert. So soll er rückblickend formuliert haben: "Erst 1947 offenbarte sich mir das 'Abstrakte' wirklich und wahrhaftig – als ich erkannte, dass die reine Form-Farbe die Welt zu bedeuten vermochte." (Victor Vasarely, zit. nach: Werner Spies, Victor Vasarelx. Köln/New York 1971, S. 51) Anknüpfend an diese Erkenntnis gelangte er in den Folgejahren zu der Überzeugung, dass auch in der zweidimensionalen Fläche vielfältige Sinnesempfindungen hervorgerufen werden können, durch die sich wiederum neue Ideen über Raum, Materie und Energie vermitteln lassen.

In diese für den Künstler so wichtige Phase fällt auch die Entstehung seiner Arbeit "Hô" von 1948, die der Werkgruppe der "Periode Gardes-Cristal" zugeordnet werden kann. Wie für die Schaffenszeit so typisch, lässt er darin seine geometrischen Formen als kontrastierende, flächig angelegte Farbfelder aufeinandertreffen. In einem stark vertikal ausgerichteten Hochformat wird das Bildzentrum von einem in unterschiedlich große Flächen untergliederten, lilafarbenen Feld dominiert, das wiederum die zweite Farbe, ein warmes ockerfarbenes Goldgelb, an die äußersten Ränder verdrängt und sich doch erst durch den starken Flächen- und Farbkontrast im Bildraum behaupten kann. Mit ihren markanten Vertikalen und der kraftvollen Zweifarbigkeit zählt "Hô" zu den frühen, signifikanten Arbeiten Victor Vasarely, die zu Beginn seiner visionären, geometrischen Abstraktion entstehen. Eine vergleichbare Arbeit, "Hô II", befindet sich heute in der Sammlung des Centre Pompidou, das den Künstler mit seinem wegweisenden Schaffen in einem Begleittext als "führenden Vertreter der jungen abstrakten Avantgarde" in Paris beschreibt (Dorothée Deyriès-Henry, zit. nach: Centre Pompidou, Hô II, 1948-1952, online: https://www.centrepompidou.fr)

Die Entstehung seiner "Gordes-Cristal"-Arbeiten soll dabei auch von Vasarelys Entdeckung der Stadt Gordes in Frankreich im Jahr 1948 inspiriert gewesen sein, deren eckige Geometrie und starke Kontraste von Licht und Schatten ihn schwer beeindruckten; wo "Volles und Leeres verschmelzen, Formen und Hintergründe sich abwechseln" (Victor Vasarely, zit. nach: Centre Pompidou, Hô II, 1948-1952, online: https://www.centrepompidou.fr) und wo in den beginnenden, warmen Sommermonaten der Lavendel in voller Pracht steht. Victor Vasarely verstand seine Kunst dabei jedoch nie als ein rein ästhetisches Experiment, sondern strebte stets eine universell verständliche Bildsprache an. Mit Arbeiten wie "Hô" legte er den Grundstein für seine eigenständige geometrische Abstraktion, deren Variationen letztlich zu seinen heute so berühmten optischen Bildmustern mit kinetischen Effekten führen sollten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung der Qp-Art leisteten. [AR]





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