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Auktion: 342 / Modern Art / Seitenwege am 03.12.2008 in München Lot 275

 
Erich Heckel - Kinder

Objektbeschreibung

Kinder. 1925/26.
Öl auf Rupfen.
Vogt 1925/5. Links unten signiert. Verso nochmals signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen signiert, datiert und betitelt. 120,5 : 96,5 cm (47,4 : 37,9 in). 1904 beginnt Heckel ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Dresden, doch gibt er dieses schon ein Jahr später wieder auf. Als sich Heckel 1905 mit seinen Künstlerfreunden Karl Schmidt-Rottluff, Fritz Bleyl und Ernst Ludwig Kirchner zur Künstlergruppe "Die Brücke" zusammenschließt, wird der Weg zum Expressionismus geebnet. Im Herbst des Jahres 1911 übersiedelt Heckel nach Berlin. Er kennt inzwischen Pechstein, Nolde und Mueller, die sich den "Brücke"-Künstlern angeschlossen hatten, nun begegnet er Marc, Macke und Feininger. 1912 malt Heckel mit Kirchner zusammen die Kapelle der Sonderbund-Ausstellung in Köln aus. Ein Jahr später wird die "Brücke" aufgelöst, eine erste Sonderausstellung der Werke Heckels findet bei Gurlitt in Berlin statt. Von 1915 bis 1918 begibt sich Heckel als Pfleger beim Roten Kreuz nach Flandern, dann geht er zurück nach Berlin, das bis Anfang 1944 sein Hauptwohnsitz bleibt.

Die innovative Kraft der Arbeiten von Erich Heckel in der Zeit seiner Zugehörigkeit zur Künstlergemeinschaft "Brücke" weicht in den späteren Lebensjahren einer mehr abgeklärten Farb- und Formauffassung. Ab 1919 verbringt Heckel die Sommermonate in Osterholz. Die ungezwungene Leichtigkeit des Sommerlebens wird zu einem wichtigen Bildthema. Liegt in "Gläserner Tag" von 1913 noch die gesammelte Kraft einer expressiven Bildsprache, so übernimmt nun in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg eine gewisse Bukolik die Bildregie. Anklänge an Arbeiten von Otto Mueller lassen sich in unserem Bild finden und das nicht nur in der Komposition, sondern auch in der technischen Ausführung. Die matte Farboberfläche erinnert an die Muellerschen Leimfarben und auch der Rupfen als Bildträger ist dem der Gemälde von Otto Mueller vergleichbar. Doch in seinen Personendarstellungen bleibt Heckel sich treu. Die Figuren sind mehr Bildstaffage denn dominante Bildkomponenten. Sie fügen sich so selbstverständlich in eine alles umgebende Natur ein, als wären sie Teil von ihr. Heckel hat diesen einmal eingeschlagenen Weg nie mehr verlassen. Die Jahre der Kämpfe liegen hinter ihm.

1937 werden 729 Arbeiten des Künstlers in deutschen Museen beschlagnahmt, im Jahr vor Kriegsende zerstören Fliegerbomben das Atelier in Berlin. Alle Druckstöcke und zahlreiche andere Arbeiten werden dabei vernichtet. 1949 erhält er einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, den er bis zum Jahr 1955 inne hat. 1953 finden anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Erich Heckel Einzelausstellungen in zahlreichen Städten Deutschlands statt, in gleicher Weise ehrt man den Künstler zum achtzigsten Geburtstag. Heckel erhält überdies noch weitere Ehrungen und Preise: den Kunstpreis der Stadt Berlin (1957), des Landes Nordrhein-Westfalen (1961) und das Große Bundesverdienstkreuz (1956). [KD]

PROVENIENZ: Galerie Wittrock, Düsseldorf (verso mit dem Etikett).
Privatsammlung Norddeutschland.

In guter Erhaltung

275
Erich Heckel
Kinder, 1925.
Öl auf Rupfen
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 65.880

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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