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Auktion: 361 / Kunst nach 45/ Zeitgenössische Kunst am 12.12.2009 in München Lot 318

 
Norbert Kricke - Raumplastik

Objektbeschreibung

Plastik. Edelstahl auf Steinsockel
Unikat. Plastik: circa 59 x 46 x 46 cm (23,2 x 18,1 x 18,1 in)Sockel: 8,1 x 9 x 10 cm (3,1 x 3,5 x 3,9 in).

Wir danken Sabine Kricke-Güse und Dr. Ernst-Gerhard Güse, Weimar, für die wissenschaftliche Unterstützung.

PROVENIENZ: Privatsammlung New York.
The Jewish Museum, New York.

AUSSTELLUNG: Galerie Karl Flinker, Paris, 15.11.-9.12.1961, Galerie John Levebre, New York, 11.4-6.5.1961, Museum of Modern Art, New York, 2.3-2.4.1961.

Norbert Kricke wird am 30. November 1922 in Düsseldorf geboren. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin unter Richard Scheibe ist er seit 1947 als freischaffender Künstler in seiner Heimatstadt tätig. Ende der 1940er Jahre entstehen seine ersten Raumplastiken aus aneinandergeschweißten Metallstäben, 1953 findet die erste Einzelausstellung Krickes in der Galerie Ophir in München statt. Zusammen mit John Anthony Thwaites entsteht 1956 die erste Niederschrift des Exposés "Forms of Water". Im darauf folgenden Jahr gewinnt Kricke neben Robert Adams und Yves Klein den "Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung" des Neuen Stadttheaters Gelsenkirchen. Daneben ist er in diesem Jahr im "Salon des Réalités Nouvelles" in Paris vertreten. Ab 1955 erhält Kricke internationale öffentliche Aufträge wie z.B. für die Ausführung einer großen Raumplastik am neuen Opernhaus in Münster (1955/56), die Ausgestaltung des neuen Staatstheaters Gelsenkirchen (1957), die Wassergestaltung für den Universitätsneubau in Bagdad (in Zusammenarbeit mit Walter Gropius, 1959) und die große Raumplastik vor dem County Museum of Art, Los Angeles (1964).

Das Experimentieren mit der Erfahrung von Raum und Zeit steht Ende der 1940er Jahre im Zentrum von Krickes plastischem Werk. Bündel aus aneinandergelöteten Metallstäben greifen, sich zu feinsten Verästelungen verjüngend, nach allen Seiten aus. Filigran und schwerelos wirken Krickes glänzende Schöpfungen, welche wie Lichtstrahlen den Raum füllen. Kricke knüpft mit seinen Raumplastiken an die Tradition der konstruktivistischen Plastik um Naum Gabo und Antoine Pevsner an und entwickelt in seinen Unikaten eine ganz unvergleichliche Formsprache von stiller Schönheit. Als einer der bedeutendsten Vertreter der informellen Plastik in Deutschland wird Krickes Œuvre nicht nur mehrfach auf der documenta präsentiert, sondern erfährt bereits zu Beginn der 1960er Jahre unter anderem durch Ausstellungen auf der 32. Biennale von Venedig oder im Museum of Modern Art in New York internationale Anerkennung.

1964 übernimmt Kricke eine Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, die er ab 1972 zehn Jahre lang als Direktor leitet. Am 26. Juni 1984 stirbt Norbert Kricke in seiner Heimatstadt. [JS].

318
Norbert Kricke
Raumplastik, 1960.
Plastik
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 91.500

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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