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Auktion: 374 / Moderne Kunst am 04.12.2010 in München Lot 7

 
August Macke - Morgenpromenade

Objektbeschreibung
Tuschzeichnung
Heiderich 1845. Verso schwer leserlich mit dem Nachlassstempel (Lugt 1775 b), dort handschriftlich von Wolfgang Macke bezeichnet "St 6/6". Auf Pergamin. 26,8 x 32,2 cm (10,5 x 12,6 in), Blattgröße

Wir danken Frau Ursula Heiderich für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

AUSSTELLUNG: Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Auktion 25, 27.-28.11.1956, Lot 569, Abb. S. 65.
Aquarelle und Zeichnungen von August Macke, Galerie Vömel, Düsseldorf 1956, Kat.Nr. 34.
Galerie Klihm, o.O. 1956, o. Kat.Nr.
Ausstellung ausgewählter Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, Galerie Grosshennig, Düsseldorf 1978, Abb. S. 64.

Am 3. Januar 1887 wird August Macke in Meschede geboren, er wächst in Bonn und Köln auf. Begeistert von der Malerei Arnold Böcklins beginnt er mit 17 Jahren sein Studium an der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Für das dortige Schauspielhaus entwirft er in dieser Zeit Dekorationen und Kostüme. 1907 reist Macke nach Paris, wo er die Malerei der Impressionisten sieht, die ihn fasziniert und beeinflusst. Zurück im Kaiserreich geht er nach Berlin und besucht für kurze Zeit die Malschule von Lovis Corinth. 1908 leistet er als Freiwilliger für ein Jahr Militärdienst. 1909 heiratet der Künstler Elisabeth Gerhardt und zieht mit ihr nach Bonn. 1909 lernt August Macke am Kochelsee Franz Marc kennen, mit dem ihn eine lebenslange Künstlerfreundschaft verbinden wird. Mit ihren farbintensiven und großzügigen, flächigen Formen zeigen August Mackes Arbeiten aus dieser Zeit deutlich den Einfluss der Malerei von Henri Matisse und Franz Marc. 1911 schließt sich Macke der Münchner Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" an. Auf einer weiteren Parisreise mit Marc lernt er Robert Delaunay kennen, der ihn seinerseits später in Bonn in Begleitung von Guillaume Apollinaire besucht. Der Künstler setzt sich mit dessen orphistischer Malweise auseinander. Diese farbenfrohe Form des Kubismus beeinflusst ihn nachhaltig.

In der Bildfindung August Mackes spielt die Zeichnung im gesamten Schaffen eine wesentliche Rolle. Ausgangspunkt sind die flüchtigen Skizzen und spontan festgehaltenen Situationen in kleinformatigen Skizzenbüchern. Diese Notizen überträgt er mit Rohrfeder und Tusche oft auf das größere Format von 270 x 320 mm (wie hier vorliegend), um sie dann in Ölgemälden auszuarbeiten. Dabei wird nicht immer die gesamte Zeichnung auf ein Gemälde oder Aquarell übertragen, häufig werden Motivgruppen verschiedenen Ursprungs neu kombiniert. Figurengruppen und sich begegnende Menschen, Szenen im Park - dies sind im Jahr 1913 die wesentlichen Motive, die August Macke sucht. Das Gemälde "Spaziergänger (Großer heller Spaziergang)" (Viersen 411) zeigt eine ganz ähnliche Gruppe von zwei Männern und einer Frau wie unser Blatt.

Die Tunisreise mit Paul Klee und Louis René Moilliet im Februar 1914 trägt dazu bei, dass sich August Mackes eigener Stil mit leuchtender, intensiver Farbigkeit und kristalliner Formgebung entwickelt. Jedoch fällt Macke am 26. September 1914 an der Westfront in Frankreich mit 27 Jahren. August Mackes Bildwelt ist unverkennbar. Ruhige Kompositionen, Szenen in der Natur, im Grünen oder auf Plätzen, von monumental aufgefassten, gesichtslosen Figuren bevölkert, zeigen seinen harmoniesuchenden Blick auf die beschauliche Welt des Bürgers - und das bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. [EH].

7
August Macke
Morgenpromenade, 1913.
Tuschzeichnung
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 43.920

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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