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Auktion: 374 / Moderne Kunst am 04.12.2010 in München Lot 20

 
Franz Marc - Zwei Rehe im Walde

Objektbeschreibung
Lavierte Federzeichnung in Braun
Lankheit 360. Verso im Rand handschriftlich bezeichnet "2 Rehe [..] Wald". Auf Pergamin. 11 x 15,8 cm (4,3 x 6,2 in), Blattgröße

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Galerie Stangl, München.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

AUSSTELLUNG: Franz Marc: Aquarelle - Zeichnungen - Graphik, Galerie Neue Kunst Fides, Dresden, 9.10.-18.11.1927, Kat.Nr. 30.
Franz Marc Gedächtnisausstellung, Kestner Gesellschaft, Hannover, 4.3.-19.4.1936, Kat.Nr. 113.
Franz Marc Gedächtnisausstellung, Galerie v.d. Heyde, Berlin, Mai 1936, Kat.Nr. 70.
Franz Marc, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 10.8.-13.10.1963, Kat.Nr. 43.

1880 in München geboren, beginnt Franz Marc 1899 sein Universitätsstudium der Theologie und Philologie. 1900 wechselt er an die Kunstakademie München zu Gabriel von Hackl und Wilhelm von Diez. Während Marcs Paris-Reise faszinieren ihn 1903 vor allem die impressionistischen Maler. Nach dieser Reise verlässt der Maler die Akademie und arbeitet die nächsten Jahre in München. 1907 heiratet er die Malerin Maria Schür, eine Künstlerkollegin, die ein uneheliches Kind hat. 1908 wird die Ehe bereits wieder geschieden und Marc geht nun eine Beziehung zu Maria Franck ein, die er erst 1913 ehelicht. In den frühen Jahren findet Marc unter dem Einfluss von van Gogh zum inneren Wesen seiner Tiermotive.

Rehe, Pferde und Kühe sind in der Themenwelt der Gemälde und Papierarbeiten von Franz Marc fest verankert. Sein Bezug zu den Tieren, deren Anatomie Marc in zahlreichen Studien festhält, ist von elementarer Bedeutung für das gesamte künstlerische Schaffen. Selbst in seinen Verfremdungen, die sich vor allem auf die Farbe beziehen, bleibt Franz Marc immer seinen einmal gewonnenen Erkenntnissen über das Wesen der Tiere treu, wenn er auch in seinen Interpretationen einen neuen Seinsbezug zu visualisieren sucht. Dieser nimmt weniger auf das Animalische Bezug, um sich mehr der Ergründung des Schöpfungsmythos zuzuwenden.

1910 wird in Brakl's Moderner Kunsthandlung Franz Marcs erste Ausstellung ausgerichtet, dabei wird der Künstler von seinem Mäzen Bernhard Koehler unterstützt. Im gleichen Jahr findet die zweite Ausstellung der "Neuen Künstlervereinigung München" statt, die von vielen Seiten kritisiert wird. Aufgrund Marcs Rezension über die Ausstellung wird er in den Kreis um Wassily Kandinsky aufgenommen. Es kommt jedoch bald zu Spannungen innerhalb der Gruppe, was schließlich zur Gründung der Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" führt. Neben der Ausstellung der "Neuen Künstlervereinigung München" eröffnet die Galerie Thannhauser 1911 die Ausstellung "Der Blaue Reiter", die auf Deutschlandtour nach Köln, Berlin, Bremen, Hagen und Frankfurt geht. Parallel dazu findet 1912 bereits die zweite Ausstellung des "Blauen Reiter" mit grafischen Arbeiten statt. Noch im selben Jahr erscheint der "Almanach Der Blaue Reiter", herausgegeben von Marc und Kandinsky. Unter dem Einfluss der Paris-Reise mit August Macke im Herbst 1912 und dem Besuch bei Delaunay kommt es im Werk Marcs zu einer stilistischen Wende. Marc beginnt nun, beeindruckt von Delaunays Fenster-Bildern und den Arbeiten der Futuristen, seine Bildformen prismatisch aufzubrechen und mehr reine Töne und Kontraste zu verwenden. Die Tierdarstellungen werden in diese aufgebrochenen Bildformen als Symbolträger eingebaut. Marc gelangt mehr und mehr zur Abstraktion, es kehren jedoch in seinen Arbeiten die figurativen Tiersymbole immer wieder zurück, die für ihn spirituelle Reinheit und Erlösung bedeuten. Sein bekanntes Gemälde "Tirol" (1914) entsteht unter den Eindrücken seiner Südtirol-Reise (1913) mit Maria Marc. Im Sommer 1914 malt Marc sein Hauptwerk "Der Turm der Blauen Pferde" sowie "Tierschicksale". Im gleichen Jahr plant Marc zusammen mit Kandinsky, Kubin, Klee, Heckel und Kokoschka eine illustrierte Bibelausgabe. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist Marc unter den Freiwilligen und wird in Frankreich eingesetzt. Am 4. März 1916 fällt der Künstler in Verdun. Seine letzte Arbeit ist das "Skizzenbuch aus dem Felde". [KD].

20
Franz Marc
Zwei Rehe im Walde, 1908.
Federzeichnung
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 42.700

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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