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Auktion: 376 / Alte und Neuere Meister am 14.05.2011 in München Lot 169

 
Carl Spitzweg - Der Kaktusfreund

Objektbeschreibung
Öl auf Holz
Wichmann Nr. 740. Verso mit dem Nachlassstempel. 14 x 10 cm (5,5 x 3,9 in)

AUSSTELLUNG: Carl Spitzweg - Reisen und Wandern in Europa und der glückliche Winkel, Seedamm Kulturzentrum, Pfäffikon/Haus der Kunst, München, 2002. S. 208, Nr. 120 .

LITERATUR: Wichmann, S.: Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke - Gemälde und Aquarelle. Stuttgart 2002, S. 336 (mit beschnittener Abbildung und falschen Maßangaben 24,2 x 12,5 cm), Nr. 740; Wichmann, S.: Carl Spitzweg. Reisen und Wandern in Europa und der glückliche Winkel. Ausst. Kat. Seedamm Kulturzentrum, Pfäffikon/Haus der Kunst, München. Stuttgart 2002,S. 208, Nr. 120 (Abbildung in korrektem Maßstab, jedoch mit falschen Maßangaben).

Am 5. Februar 1808 wird Carl Spitzweg in München geboren. Trotz seiner frühen zeichnerischen Begabung erlernt er den Beruf des Apothekers und schließt sein Pharmaziestudium an der Münchner Universität 1832 mit Auszeichnung ab. Aufgrund einer längeren Krankheit gibt er seinen Beruf auf und wendet sich der Malerei zu. Als Autodidakt kopiert er Gemälde der Niederländer in der Alten Pinakothek und schließt Freundschaft mit den Malerkollegen Christian Morgenstern, Eduard Schleich d.Ä., Dietrich Langko und Friedrich Voltz, die sich im Laufe der Jahre wechselseitig beeinflussen. 1835 wird Spitzweg Mitglied des Münchner Kunstvereins, 1837 beginnen die ersten Verkäufe. Sein berühmtes Gemälde "Der arme Poet" entsteht 1839. Studienreisen u.a. nach Innsbruck, Salzburg, Bozen, Meran, Venedig und Dalmatien bringen neue Anregungen. 1847 kommt Moritz von Schwind nach München und trifft Spitzweg in der "Münchner Liedertafel", es entwickelt sich eine Freundschaft. Zusammen mit Schleich besucht Spitzweg 1851 die Pariser Weltausstellung, wo er die neue Landschaftsauffassung der Meister von Barbizon kennenlernt, anschließend reisen die beiden weiter nach London, wo ihn die Bilder von John Constable und William Turner beeindrucken. In die vierziger und fünfziger Jahre fallen zudem mehrere Aufenthalte mit dem Kollegen Schleich in Pommersfelden, um Bilder der Schönbornschen Galerie zu kopieren.

Spitzweg malt das Thema des Kaktusfreundes in zahlreichen Varianten, und die in seine kleine private Welt zurückgezogene Figur gewinnt ab der Mitte der 1850er Jahre zunehmend für ihn an Bedeutung. Eine stetig wachsende Nachfrage nach seinen Gemälden mit idyllischen Bildern einer Welt der Eremiten, armen Poeten, strickenden Wachposten und der Kakteenfreunde führt dazu, dass ein Großteil seines Gesamtwerkes von den Liebhabereien und Marotten des biedermeierlichen Kleinbürgertums erzählt, die Spitzweg uns mit der Fähigkeit zu scharfer Beobachtung charakterisierend vorstellt und sympathisch erscheinen lässt. Die vorliegende Studie zeichnet sich durch ihre spontane Malweise mit breitem Pinselduktus aus.

In den 1860er Jahren stellen sich erste Erfolge ein: 1865 erhält Carl Spitzweg den bayerischen Michaelsorden, 1868 wird er Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München. Während seine grafischen Arbeiten als Mitarbeiter bei den "Fliegenden Blättern" heute weniger bekannt sind, wird sein malerisches Werk schon zu Lebzeiten berühmt und seine Popularität hat bis heute nicht nachgelassen. Carl Spitzweg hat in seinen Werken die Welt des deutschen Kleinbürgers mit liebevollem Humor gestaltet und in echt biedermeierlicher Weise die "gute alte Zeit" geschildert. [SMo].

169
Carl Spitzweg
Der Kaktusfreund, 1865.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 22.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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