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Auktion: 255 / Kunst des XX. Jahrhunderts am 19.05.2001 Lot 8

 
Alexej von Jawlensky - Madame Sid

Objektbeschreibung
Madame Sid. 1906.
├ľl auf Malpappe
52,8 x 49,7 cm (20,7 x 19,5 in)

Als ehemaliger Offizier der zaristischen Armee beginnt Jawlensky erst 1889 in St. Petersburg mit seiner k├╝nstlerischen Ausbildung. Er studiert bei Ilja Repin und lernt ├╝ber diesen Marianne von Werefkin und Helene Nesnakomoff, seine sp├Ątere Frau, kennen. Mit beiden siedelt Jawlensky 1896 nach M├╝nchen ├╝ber, um eine private Kunstschule zu besuchen. Hier lernt er Wassily Kandinsky kennen. Der K├╝nstler unternimmt mehrere Reisen nach Frankreich und kann 1905 durch Vermittlung von Sergej Djagilev im Salon d'automne zehn Gem├Ąlde zeigen. Jawlensky trifft zum ersten Mal Henri Matisse. Im Sommer 1908 arbeitet er mit Kandinsky, Marianne von Werefkin und Gabriele M├╝nter erstmals zusammen in Murnau. Hier entsteht auch die Idee zur Gr├╝ndung der "Neuen K├╝nstlervereinigung M├╝nchen", zu der sich die vier Maler und andere M├╝nchner K├╝nstler 1909 zusammenschlie├čen. Im Dezember desselben Jahres findet in M├╝nchen die erste Ausstellung der Gruppe statt. Zwei Jahre sp├Ąter wird der 'Blaue Reiter' als neue gro├če Idee einer k├╝nstlerischen Zusammenarbeit ins Leben gerufen. 1913 nimmt Jawlensky am Ersten Deutschen Herbstsalon Herwarth Waldens in Berlin teil. Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, wird Jawlensky als russischer Staatsb├╝rger aus Deutschland ausgewiesen. Er siedelt mit seiner Familie und Marianne von Werefkin nach St. Prex am Genfer See ├╝ber und lebt bis 1921 in der Schweiz, wo er 1918 mit seinen abstrakten K├Âpfen beginnt. Anschlie├čend l├Ąsst sich Jawlensky endg├╝ltig in Wiesbaden nieder. Eine schwere Arthritis-Erkrankung im Jahr 1929 hat einige Kuraufenthalte zur Folge, denen sich der K├╝nstler regelm├Ą├čig unterziehen muss. Jawlensky leidet unter einer fortschreitenden L├Ąhmung und kann nur unter Schwierigkeiten malen. 1933 wird er von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt. Im Jahr darauf beginnt der Maler mit der Reihe der kleinformatigen "Meditationen". 1937 werden 72 seiner Werke als 'entartet' beschlagnahmt. Vier Jahre sp├Ąter, 1941, stirbt Jawlensky in Wiesbaden. Sein Stil ist anf├Ąnglich beeinflusst von den Fauves und hier besonders von Matisse. Dann aber findet der Maler seinen eigenen expressionistischen Stil, dem eine starke Farbigkeit in einfacher Zeichnung zueigen ist. In sp├Ąterer Zeit werden stille, verinnerlichte Bilder des mystisch vergeistigten menschlichen Antlitzes kennzeichnend f├╝r Jawlensky.
8
Alexej von Jawlensky
Madame Sid, 1906.
Íl auf Malpappe
Schätzung:
€ 102.258
Ergebnis:
€ 270.473

(inkl. 15% Käuferaufgeld)
 


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