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Auktion: 386 / Moderne Kunst am 10.12.2011 in München Lot 26

 
Hermann Max Pechstein - Bergstudie 4 (Genfer See)

Objektbeschreibung
Aquarell.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Unterlagekarton signiert und bezeichnet "Bergstudie 4" sowie mit dem Nachlassstempel. Auf Aquarellbütten, original fest auf Unterlagekarton montiert. 49,4 x 59,6 cm (19,4 x 23,4 in), blattgroß.

Wir danken Herrn Alexander Pechstein für die wissenschaftliche Beratung.

Schon früh wird das künstlerische Talent Hermann Max Pechsteins erkannt und gefördert. Sein Werdegang, erst als Lehrling bei einem Zwickauer Malermeister, dann in der Dresdner Kunstgewerbeschule und schließlich an der dortigen Akademie bei dem Dekorationsmaler Otto Gußmann, verhilft Pechstein zu einem soliden handwerklichen Können. Als er 1906 für die Dresdner Kunstgewerbeausstellung ein Deckenbild in so unkonventioneller Farbigkeit malt, dass es der Auftraggeber durch graue Spritzer dämpfen lässt, wird Erich Heckel auf Pechstein aufmerksam und holt ihn schließlich in die ein Jahr zuvor gegründete Künstlervereinigung "Die Brücke", welche sich zum Ziel eine dem Impressionismus entgegengesetzte, aus der Kraft der Farbe kommende Malerei gesetzt hatte und "alle revolutionären und gärenden Kräfte an sich [..] ziehen wollte" (Schmidt-Rottluff). Im Umfeld der "Brücke"-Mitglieder entwickelt sich der expressionistische Stil Pechsteins nun weiter, wobei es sein Ziel ist, mit wohldosiertem Einsatz malerischer Mittel den motivischen Kernpunkt herauszuarbeiten. 1908 lässt sich Pechstein in Berlin nieder und wird dort zum Mitbegründer der Neuen Sezession. Er schafft Figurenbilder, Stillleben und Landschaften in einem gemäßigt expressionistischen Stil, der zu dem frühen und langanhaltenden Erfolg des Künstlers führt.

Auf seinem Weg nach Monterosso al Mare in Italien macht Pechstein in Montreux Halt, wo ihm sein Feund und Mäzen Dr. Minnich eine kleine Wohnung eingerichtet hatte. Nach dem Aufenthalt in Italien und einem weiteren in Leba an der Ostsee kehrt Pechstein mit seiner Frau gegen Ende des Jahres 1924 in die Wohnung nach Montreux zurück, "deren Fenster nach dem See hinausgehen und welche mir den Blick auf denselben und den Dent du Midi und den Grandmont verstatten .." (zit. nach: Max Pechstein. Sein malerisches Werk, Ausst.Kat. Brücke Museum Berlin / Kunsthalle Tübingen / Kunsthalle zu Kiel 1996/1997, S. 23). Vermutlich ist in dieser Zeit unser Aquarell entstanden. Wie Alexej von Jawlensky, der in St. Prex am Genfer See die Kriegsjahre verbringt, scheint auch Max Pechstein der geheimnisvollen Magie des Genfer Sees und seiner Umgebung zu erliegen.

1937 wird Hermann Max Pechstein als "entarteter Künstler" diffamiert. Ab 1945 dann lehrt er an der Berliner Akademie der Künste. Neben der Malerei entsteht im Bereich der Grafik ein Werk mit mehr als 850 Holzschnitten, Lithografien und Radierungen. [KD].

26
Hermann Max Pechstein
Bergstudie 4 (Genfer See), 1924.
Aquarell
Schätzung:
€ 18.000
Ergebnis:
€ 39.040

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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