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Auktion: 387 / Post War/ Zeitgenössische Kunst am 10.12.2011 Lot 201

 
Rupprecht Geiger - 467/67

Objektbeschreibung
Öl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 446. Verso signiert. Auf der Keilrahmenverstrebung später nochmals signiert und datiert "89". 110 x 100 cm (43,3 x 39,3 in).
Geigers farbintensive Kompositionen der 1960er Jahre gehören zu den gefragtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt (quelle: www.artnet.de).

PROVENIENZ: Galerie Aronowitsch, Stockholm (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Privatsammlung Schweden.
Galerie Wolfgang Ketterer München, 137. Auktion, 29. Mai 1989, Lot 490 (mit Abb.).
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Rupprecht Geiger, Kestner Gesellschaft, Hannover 1967, Kat.Nr. 49 (auf der Keilrahmenverstrebung mit dem Etikett).
Rupprecht Geiger, Malerei und Graphitzeichnung, Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1967.

Rupprecht Geiger wird 1908 als einziges Kind des Malers und Grafikers Willi Geiger in München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt Geiger in München und den Voralpen Oberbayerns. 1924 geht die Familie für ein Jahr nach Spanien, wo Geiger das Colegio aleman in Madrid besucht und seinen Vater auf Reisen zu den Kanarischen Inseln und nach Marokko begleitet. Bereits zu dieser Zeit beginnt er zu zeichnen und zu aquarellieren. 1926, ein Jahr nach der Rückkehr aus Spanien, tritt er in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert Geiger das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. 1942 kommt er für kurze Zeit wieder nach Deutschland und beginnt durch Vermittlung seines Vaters als Kriegsmaler in der Ukraine zu arbeiten. Nach Kriegsende kehrt Geiger nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet Geiger zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49". In den fünfziger Jahren findet der Künstler den ihn kennzeichnenden Stil. Den von der Weltraumforschung beeinflussten Zukunftsstil der Sixties verarbeitet Geiger in seinen abstrakten und farbintensiven Kompositionen.

"Ich glaube, daß der Farbe etwas Irrationales anhaftet. Etwas, das in seiner Wirkung nicht verstandesgemäß erfaßbar ist. Sie vermag sich durch äußere Einwirkungen, unter veränderten Bedingungen zu wandeln, ihren Charakter zu wechseln. Sie kann geradezu Licht ausstrahlen, sie gibt Licht wieder, ist ein Widerschein des Lichtes, das aus dem Dunklen kommt und nun - durch das Medium der Farbe - in gesteigerter Funktion auftritt." (zit. nach: Rupprecht Geiger, Rot Form. Bilder, Ausst.Kat. Kunstverein Braunschweig 1989, S. 27f.). Rupprecht Geiger verschreibt sich allein der Farbe als Ausdrucksmittel, die Form wird auf wenige geometrische Elemente wie Rechteck und Kreis reduziert. Doch auch in der Farbwahl beschränkt sich Geiger meist auf zwei Nuancen, die innerhalb der Farbfelder fein abgestuft werden und sich kontrapositorisch gegenüber stehen und so einen faszinierenden Farbrausch erzeugen.

In den Jahren 1959 bis 1977 nimmt Geiger mehrmals an der documenta in Kassel teil. 1962 gibt er seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1965 wird Geiger als Professor an die Düsseldorfer Akademie berufen; die Professur nimmt er bis 1976 wahr. Ab 1982 ist Geiger Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München. 1987 erhält er vom Kulturzentrum Gasteig in München einen Großauftrag für die Skulptur "Gerundetes Blau". 2009 verstirbt der Künstler in München. Mit seinen abstrakten Farbkompositionen ist Rupprecht Geiger einer der Hauptvertreter der Farbfeldmalerei in Deutschland. [SM].

201
Rupprecht Geiger
467/67, 1967.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 76.860

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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