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Auktion: 386 / Moderne Kunst am 10.12.2011 Lot 96

 
Ewald Mataré - Eule

Objektbeschreibung
Bronze mit brauner Patina.
Schilling 121. Mit dem Monogrammstempel. Einer von 3 Güssen. Ca. 35,7 x 14,5 x 15,5 cm (14 x 5,7 x 6,1 in).
Von der "Eule" wurden nur drei Exemplare gegossen und es existieren keine Nachlassgüsse.

Wir danken Frau Dr. Maja Kufferath, Düren, für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Privatsammlung.

AUSSTELLUNG: Mataré, Stedelijk Museum, Amsterdam, 26.3.-3.5.1964 / Rijksmuseum Twenthe, Enschede, 23.5.-21.6.1964, Kat.Nr. 46 (mit Abb.).

LITERATUR: Hanns Theodor Flemming, Ewald Mataré, München 1955, Nr. 26 (mit Abb.).

Ewald Mataré wird 1887 in Aachen geboren. Besonders die Mutter fördert seine künstlerischen Neigungen. Nach einer ersten Ausbildung in seiner Heimatstadt bei dem Maler Eugen Klinkenberg kommt Mataré 1907 an die Kunstakademie in Berlin. Im Jahre 1912 wechselt er als Meisterschüler zu Arthur Kampf, der als einer der hervorragendsten Maler der "offiziellen" Kunst gilt. 1914 arbeitet Mataré ein halbes Jahr bei Lovis Corinth, dessen impressionistische Malweise ihn jedoch nicht überzeugt. Nach dem Ersten Weltkrieg findet 1920 ein bedeutender Wandel in Matarés künstlerischem Schaffen statt. Im Alter von mehr als dreißig Jahren wendet er, der eine klassische malerische Ausbildung genossen hat, sich der Grafik und Bildhauerei zu. Statt spontanem Ausdruck subjektiver Erlebnisse und Stimmungen sucht der Bildhauer in seinen Plastiken und Holzschnitten nach der Klarheit und Objektivität der Formen. Insofern ist Matarés Werk verwandt mit der organischen Abstraktion wie sie den Werken von Hans Arp und Constantin Brancusi eigen ist. 1932 wird Mataré an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen, jedoch schon ein Jahr später aufgrund nationalsozialistischer Propaganda vertrieben. Sämtliche seiner öffentlich ausgestellten Plastiken werden vernichtet.

Schon bald findet Mataré in der Tierwelt seine bevorzugten Motive, insbesondere Kuh und Pferd stellt er unzählige Male in der ihm eigenen Bildsprache dar. Die in unserer Auktion angebotene Eule nimmt dahingehend eine Sonderstellung im Werk Matarés ein, als dass sich der Künstler wohl nur ein einziges Mal mit diesem ehrwürdigen Tier in Form einer Skulptur beschäftigt und sie in dem für ihn charakteristischen Formengut archaisch und modern zugleich wiedergibt. Nicht nur der singuläre Rang im Œuvre, sondern auch ihre stille, den Betrachter in ihren Bann ziehende Erhabenheit macht Matarés Eule zu einem Meisterwerk.

Unmittelbar nach Kriegsende ruft man Mataré an die Akademie zurück. Die von ihm 1947 gestalteten Kölner Domtüren machen ihn zum bekanntesten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit. Aber auch das Fenster im Westturm des Aachener Münsters und die Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima geben Zeugnis von einem künstlerischen Schaffen, in dem die Grenzen zwischen Plastik und angewandter Kunst verschmelzen und das so eine eigene Formensprache etabliert. Besonderen Einfluss übt Mataré auf Joseph Beuys aus, der zu seinen berühmtesten Schülern zählt. 1953 wird Mataré der Große Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen, 1958 erhält er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Nach zahlreichen Einzelausstellungen zeigt das Stedelijk Museum in Amsterdam noch zu Lebzeiten des Künstlers eine Retrospektive seines Schaffens. Im Alter von 78 Jahren stirbt Ewald Mataré in Büderich bei Düsseldorf. Ein Jahr später zeigt der Kölnische Kunstverein eine große Gedächtnisausstellung zu seinen Ehren. [KP].

96
Ewald Mataré
Eule, 1936.
Bronze
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 183.000

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Ewald Mataré - Eule - Signatur
Signatur
Ewald Mataré - Eule - Rückseite
Rückseite
Ewald Mataré - Eule - Weitere Abbildung
Weitere Abbildung
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