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Auktion: 393 / Post War/Zeitgenössische Kunst am 09.06.2012 in München Lot 244

 
Georg Baselitz - Kopf (Elke Profil)

Objektbeschreibung
Kopf (Elke Profil). 1977.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. Verso signiert, zweifach datiert, betitelt und bezeichnet. 199 x 162 cm (78,3 x 63,7 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

AUSSTELLUNG: Georg Baselitz, Paintings Bilder 1962-1988, Ausst.Kat. Runkel-Hue Williams Ltd., London 1990 (Farbabb. S. 35).
Grob Gallery, London (auf dem Keilrahmen mit Etikett).
Galerie Neher, Essen (auf dem Keilrahmen mit Etikett).
100 + 1 Jahr, Jubiläumsausstellung zum einhundert und einjährigen Bestehen des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr, 19. Juni - 29. August 2010.

Georg Baselitz, mit bürgerlichem Namen Hans-Georg Kern, nennt sich als Künstler seit 1961 nach seinem Heimatort Baselitz. Nachdem er aufgrund von "gesellschaftspolitischer Unreife" von der Ost-Berliner Kunsthochschule verwiesen wird, wechselt er 1956 auf die Hochschule der Bildenden Künste in Berlin-Weißensee. 1957-1962 setzt Baselitz seine Ausbildung an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin-Charlottenburg fort. Einer seiner Lehrer wird Hann Trier. In den frühen 1960er Jahren verfasst Baselitz mehrere künstlerische Manifeste und etabliert zusammen mit Künstlern wie Eugen Schönebeck oder Markus Lüpertz eine neue figurative Kunst mit expressiven Zügen. Mit seinen Arbeiten richtet sich Baselitz ganz bewusst gegen festgelegte Kategorien und Regelmäßigkeiten, seine unprätentiöse Malerei irritiert das gängige Kunstideal. Durch den Skandal um zwei seiner Gemälde, die von der Staatsanwaltschaft in Berlin beschlagnahmt werden, wird Baselitz 1963 schlagartig bekannt. Ab 1969 entstehen Gemälde mit auf dem Kopf stehenden Motiven, die zum "Markenzeichen" Baselitz' werden.

Baselitz malt in den 1970er Jahren mehrfach Porträts von sich und seiner Frau Elke, die auch in den Folgejahren immer wieder sein Modell sein wird. 1977 entsteht das Gemälde "Kopf (Elke Profil)", in einer expressiven, gestischen Malerei, die zwar dem Gegenstand des Porträts verpflichtet bleibt, aber keinesfalls anekdotische Erzählung zulässt. Der Kopf liegt als schwarzes Fragment inmitten weißer Farbfelder und ist als Motiv kaum von seiner Umgebung zu unterscheiden. Helle und dunkle Formen fügen sich zu einer nahezu abstrakten Gesamtkomposition. Trotz der Umkehrung des Motivs wird gerade beim Porträt die von Baselitz propagierte Loslösung vom Gegenstand als Inhalt zugunsten einer Konzentration auf den Malprozesss komplizierter und vielschichtiger als dies beispielsweise in seinen Landschaften der Fall ist. Baselitz gelingt es, sich von seiner persönlichen Beziehung zum Modell völlig zu lösen und eine distanzierte Sicht und Kontrolliertheit zu gewinnen. Dies zeigt sich auch in der Wahl der kühlen reduzierten Farbpalette in Blau, Weiß und Schwarz, womit Baselitz eine Objektivierung der Dargestellten erreicht.

Anfang der 1970er Jahre erreicht der Künstler durch zahlreiche Ausstellungen einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Baselitz nimmt mehrfach an der Documenta in Kassel teil, 1980 gestaltet er den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. 1995 zeigt das Guggenheim Museum in New York eine große Retrospektive. Baselitz wird 1977 als Professor an die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe berufen, 1983 bis 1988 lehrt er an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin. 2004 wird Baselitz der renommierte Praemium Imperiale der Japan Art Association verliehen. Seit 2006 lebt Baselitz am Ammersee in Oberbayern. [CB].

244
Georg Baselitz
Kopf (Elke Profil), 1977.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 200.000
Ergebnis:
€ 329.400

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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