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Auktion: 401 / Post War/Zeitgenössische Kunst am 08.12.2012 in München Lot 212

 
Objektbeschreibung
Kleiner Garten. 1961.
Öl auf Leinwand.
Lohberg 2350. Rechts unten signiert und datiert. Verso nochmals signiert, datiert sowie betitelt. 80,5 x 90 cm (31,6 x 35,4 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Fritz Winter wird 1905 in Altenbögge bei Unna geboren. Nach einer Elektrikerlehre und einer sich anschließenden Tätigkeit als Bergmann widmet sich Fritz Winter ab Anfang der 1920er Jahre zunehmend der Malerei und der Zeichenkunst. 1927 bewirbt sich Winter erfolgreich am Bauhaus in Dessau und studiert dort die folgenden drei Jahre unter anderem bei Paul Klee, Wassily Kandinsky, Josef Albers und Oskar Schlemmer. 1928/29 nimmt Winter an der Ausstellung "Junge Bauhausmaler" teil. Zur gleichen Zeit macht der junge Künstler Bekanntschaft mit Ernst Ludwig und Erna Kirchner, bei denen er wiederholt in Davos zu Gast sein wird. Nach seinem Studium unterrichtet Winter an der Pädagogischen Akademie in Halle. 1933 folgt ein Umzug nach München, 1936 ein weiterer nach Dießen am Ammersee. In der Zeit des Nationalsozialismus wird Winters Kunst als "entartet" diffamiert, der Künstler erhält Malverbot. Bereits 1939 als Soldat an die Ostfront eingezogen, wird Winter mehrmals schwer verwundet. Im Zuge eines Erholungsaufenthaltes fertigt er die "Feldskizzen" an, die seine berühmte Werkgruppe "Triebkräfte der Erde" vorbereiten. Fritz Winter gerät kurz vor Kriegsende in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wird. Unmittelbar nach seiner Heimkehr ruft Winter gemeinsam mit anderen Künstlern die Gruppe "ZEN 49" ins Leben und findet schnell Anschluss an die europäische Avantgarde. Im Rückgriff auf seine vom Bauhaus beeinflussten Arbeiten der 1930er Jahre entwickelt der Künstler eine eigene Formensprache, die ihm neben dem Informel eine Sonderstellung zuweist. Ab 1953 ist Winter Gastdozent an der Landeskunstschule Hamburg, zwei Jahre später wird er Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel.

Fritz Winters Œuvre ist strukturiert durch die Abfolge unterschiedlicher, zum Teil klar voneinander abgegrenzter Schaffensphasen, in denen strukturell zusammengehörige Werke entstehen. "Kleiner Garten" ist einer Werkphase zuzuordnen, die aus den vorangegangenen Gestaltungsprinzipien schöpft, indem sie ehemals dem Hintergrund vorbehaltenen Strukturen eine vollwertige Bildpräsenz zuweist. "1961/62 erschienen in bunter Vielfalt neben- und übereinander unregelmäßige Rechtecke, die zum Rand hin sich ausfasern oder verschwimmend auflösen. Sie bilden ein dichtes geschlossenes Bezugssystem." (zit. nach: Gabriele Lohberg, Fritz Winter. Leben und Werk, München 1986, S. 88).

1969 erhält Fritz Winter als einer der wichtigsten deutschen Maler der Nachkriegszeit das "Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland". 1970 erfolgt die Emeritierung in Kassel; Winter lebt danach wieder in Dießen. 1975 wird in Ahlen das Fritz-Winter-Haus eröffnet. Fritz Winter verstirbt 1976 und wird posthum mit dem Rubenspreis der Stadt Siegen geehrt. [KP].

212
Fritz Winter
Kleiner Garten, 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 64.660

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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