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Auktion: 400 / Moderne Kunst am 08.12.2012 in München Lot 5

 
Objektbeschreibung
Wasserburg. Um 1906.
Öl auf Karton, auf Leinwand aufgezogen.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 142. 27,8 x 52 cm (10,9 x 20,4 in).
Die 1906 datierte und somit etwa zeitgleich entstandene, kleinformatige Landschaft "Stadt im Nebel - Wasserburg am Inn", Öl auf Malkarton, 30,9 x 47,8 cm (Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 141) befindet sich seit 1963 in der Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München.

PROVENIENZ: Galerie Otto Stangl, München.
Privatsammlung.
Leonard Hutton Galleries, New York.
Galerie Alfred Gunzenhauser, München.
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: The Blue Four - Feininger, Jawlensky, Kandinsky, Paul Klee, Leonard Hutton Galleries, New York, 30.3.-24.5.1984, Kat.Nr. 13 (mit Farbabb. S. 26, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Galerie Alfred Gunzenhauser, München 1987, Nr. 2.

Als ehemaliger Offizier der zaristischen Armee beginnt Alexej von Jawlensky erst 1889 in St. Petersburg mit seiner künstlerischen Ausbildung. Er studiert bei Ilja Repin und lernt über diesen Marianne von Werefkin sowie Helene Nesnakomoff, seine spätere Frau, kennen. Mit beiden siedelt Jawlensky 1896 nach München über, um eine private Kunstschule zu besuchen. Hier lernt er Wassily Kandinsky kennen. Der Künstler unternimmt mehrere Reisen nach Frankreich und kann 1905 durch Vermittlung von Sergej Djagilev im "Salon d'automne" zehn Gemälde zeigen. Jawlensky trifft zum ersten Mal Henri Matisse. Sein Stil ist anfänglich beeinflusst von den Fauves und hier besonders von Matisse. Dann aber findet der Maler seinen eigenen expressionistischen Stil, dem eine starke Farbigkeit in einfacher Zeichnung zueigen ist.

In der Endphase seiner Verarbeitung spätimpressionistischer und pointillistischer Einflüsse verdichten sich bei Jawlensky die Formen. Wohl noch differenziert, aber bereits einer neuen Sicht der Zusammenhänge unterworfen, sind die um diese Zeit entstandenen Landschaften Zeugnisse eines produktiven Sichfindens. Der für Jawlensky typische Farbkanon zeigt sich auch hier exemplarisch in der Verwendung differenzierter Rot- und Blautöne, die ins Violette spielen. Getreu einer Devise des Impressionismus, die auch im Spätimpressionismus erhalten ist, fehlt das zur Unfarbe erklärte Schwarz. Das Zusammenfassen einzelner Bildkomponenten in größere Farbflächen, die in den späteren Werken eine wichtige Rolle spielen sollen, ist in dieser Landschaftsdarstellung bereits in Ansätzen zu erkennen. Grundlegend für die Aussage bleibt jedoch die intuitiv-malerische Begabung Jawlenskys, die sich, über alle Konventionen hinweg, ungehindert entfaltet.

Im Sommer 1908 arbeitet Jawlensky mit Kandinsky, Marianne von Werefkin und Gabriele Münter erstmals zusammen in Murnau. Hier entsteht auch die Idee zur Gründung der "Neuen Künstlervereinigung München", zu der sich die vier Maler und andere Münchner Künstler 1909 zusammenschließen. Zwei Jahre später wird der "Blaue Reiter" als neue große Idee einer künstlerischen Zusammenarbeit ins Leben gerufen. 1913 nimmt Jawlensky am "Ersten Deutschen Herbstsalon" Herwarth Waldens in Berlin teil. Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, siedelt er mit seiner Familie und Marianne von Werefkin nach St. Prex am Genfer See über und lebt bis 1921 in der Schweiz, wo er 1918 mit seinen abstrakten Köpfen beginnt. Anschließend lässt sich Jawlensky endgültig in Wiesbaden nieder.1933 wird er von den Nationalsozialisten mit Ausstellungsverbot belegt. Im Jahr darauf beginnt der Maler mit der Reihe der kleinformatigen "Meditationen". 1937 werden 72 seiner Werke als "entartet" beschlagnahmt. 1941 stirbt Jawlensky in Wiesbaden. [KD].

5
Alexej von Jawlensky
Wasserburg, 1906.
Öl
Schätzung:
€ 200.000
Ergebnis:
€ 219.600

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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