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Auktion: 408 / Sammlung Harry Beyer am 15.05.2013 in München Lot 90

 
Objektbeschreibung
Phryne. Um 1918.
Bronze, grün patiniert.
Am Sockel vorne bezeichnet "FRANZ VON STUCK" und betitelt "PHRYNE". Verso am Sockel mit dem Gießerstempel "C. LEYRER MÜNCHEN". 51,8 x 19,5 x 11,5 cm (20,3 x 7,6 x 4,5 in).

Wir danken Herrn Albert Ritthaler, Hamburg, für die freundliche Auskunft.

LITERATUR: Vgl. Ausst.Kat. Franz von Stuck. Gemälde, Zeichnung, Plastik aus Privatbesitz, Museum Moderner Kunst Passau u.a. 1993/94, Abb. 79 (anderes Exemplar).

"Die letzten Werke Stucks sind Frauengestalten aus Mythos und Legende. Dabei wählt er nicht Heroinen oder Göttinnen, sondern verführerische Frauen […]. Es sind kleine Kostbarkeiten, zum Schmuck repräsentativer Räume oder intimer Salons. Phryne war eine berühmte Hetäre. 'Ihrem Reiz konnte angeblich niemand widerstehen; als der Redner Hypereides die der Asebie (Gotteslästerung) Angeklagte verteidigte und der Erfolg zweifelhaft war, enthüllte er ihren Busen und Phryne ward freigesprochen.' (Meyers Konversationslexikon 1889) […] Stuck verzichtet [..] auf erzählendes Beiwerk; seine 'Phryne' wird zur Metapher der selbstbewußten Frau, die die Schönheit ihres Körpers ohne Scheu enthüllen kann. […] Die Statuette zeigt nun eine fast archaische Stilisierung. In geschlossener Beinstellung, das linke ist unmerklich vorgeschoben, frontal dem Betrachter zugewendet, hält Phryne die Unterarme in Schulterhöhe und die Oberarme in rechtem Winkel erhoben. Der Kopf ist hochgereckt und der Blick geht über den Betrachter hinweg in weite Fernen. Die Hände halten den Umhang hinter sich ausgebreitet, der in reichen, feinen Falten an ihrem Körper herabrieselt. Frühantike Idole […] wurden mit dieserart abgewinkelt erhobenen Armen dargestellt. Jene Gebärde und frontale Ansicht verwendet Stuck das erste Mal bei den Reliefs der vier Elemente an der Fassade des Atelier-Neubaus. Die Kenntnisse der archaischen Gesten und Gebärden müssen Stuck spätestens nach seiner Griechenlandreise im Jahr 1904 geläufig gewesen sein, und haben deutlich Eingang gefunden in die plastische Darstellung seiner 'Phryne'.“ (Eva Heilmann, in: Ausst.Kat. Franz von Stuck. Gemälde, Zeichnung, Plastik aus Privatbesitz, Museum Moderner Kunst Passau u.a. 1993/94, S. 126f.). [CB].

Aufrufzeit: ca. 14.44 h +/- 20 Min.

90
Franz von Stuck
Phryne, 1918.
Bronze
Schätzung:
€ 6.000
Ergebnis:
€ 51.240

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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