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Auktion: 402 / Alte Meister & Kunst d. 19. Jh am 14.05.2013 in München Lot 724

 
Objektbeschreibung
Porträt einer eleganten Dame mit Fächer. 1883.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. 121 x 74 cm (47,6 x 29,1 in).
Verso alte Speditionsetiketten.

Das Gemälde wird in die in Vorbereitung befindliche Makovskij-Monografie von Frau Dr. Elena Nesterova aufgenommen, der wir für die freundliche Unterstützung herzlich danken.

PROVENIENZ: Privatsammlung Italien.

Konstantin Makovskij wird 1839 in Moskau geboren und wächst in einer Familie auf, deren Haus kultureller Treffpunkt der Stadt ist. Sein Vater Jegor Makovskij zählt zu den Mitbegründern der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, an der auch Konstantin Makovskij 1857 seine künstlerische Ausbildung beginnt. Anschließend wechselt er an die St. Petersburger Kunstakademie. Bereits als Student porträtiert Makovskij Zar Alexander II. und erhält daraufhin zahlreiche Folgeaufträge. Ohne offiziellen Akademieabschluss macht sich der junge talentierte Künstler selbständig. Regelmäßig ist er auf Ausstellungen der Akademie vertreten, die ihm 1867 nachträglich den akademischen Grad und 1869 einen Professorentitel verleiht. Nach der Hochzeit 1875 reist Makovskij mit seiner Frau nach Paris und verkehrt im Kreise russischer Künstler um Ilja Repin und Alexei Harlamov. In den folgenden Jahren lebt Makovskij abwechselnd in St. Petersburg oder Paris, bereist Europa und immer wieder die russischen Provinzen. Als Historien- und Genremaler, aber insbesondere als brillanter Porträtist der russischen Aristokratie trifft Makovskij den Geschmack der Zeit und feiert große Erfolge. Seine Werke sind regelmäßig auf internationalen Ausstellungen vertreten und werden mit den höchsten Jurypreisen ausgezeichnet. Die Kritiker preisen die rubensähnliche Farbigkeit seiner Gemälde und stellen Makovskijs Porträts auf eine Stufe mit Mackart und Durant.

Das Porträt einer eleganten Dame mit Fächer fügt sich in eine Vielzahl an Damenbildnissen im Œuvre Makovskijs ein. Der Künstler findet früh zu einem ganz eigenen Porträtstil, dem sogenannten Salonporträt, das allgemeine formale Aspekte der Gattung mit einer sensiblen psychologischen Schilderung der Dargestellten verbindet. Mit einer meisterhaften Maltechnik, freien kräftigen Pinselstrichen und harmonisch aufeinander abgestimmten Farben stellt er fein beobachtete Details und Stimmungen dar. Vor allem diese wunderbar einfühlsam beobachteten Porträts begründeten Makovskijs künstlerischen Erfolg und Ruhm weit über Russland hinaus.

Im Alter von 76 Jahren stirbt Makovskij 1915 in St. Petersburg durch einen Verkehrsunfall. Mit seinem Tod geht wohl auch eine künstlerische und gesellschaftliche Epoche in Russland zu Ende. Zu dieser Zeit heißt die Stadt bereits Petrograd, Europa wird vom Ersten Weltkrieg erschüttert und die Russische Revolution wirft erste Schatten voraus. Was bleibt ist Makovskijs großes Œuvre, das auch heute noch in seiner farblichen Brillanz und mit feinen Details den Betrachter entzückt und immer wieder aufs Neue fasziniert. (Nach einem englischen Textauszug über das Leben des Künstlers von Elena Nesterova). [CB].

724
Konstantin Egorovic Makovskij
Porträt einer eleganten Dame mit Fächer, 1883.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 154.940

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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