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Auktion: 410 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2013 Lot 712

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1952.
Pastell.
Links unten signiert und datiert. Auf leichtem Karton von BFK Rives (mit Wasserzeichen). 49,5 x 65,3 cm (19,4 x 25,7 in), Blattgröße.

Das Werk ist im Archiv der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman registriert.

Hans Hartung ist einer der wenigen deutschen Künstler, die sich von Anfang an konsequent der Abstraktion verschrieben haben. Ein Vortrag von Wassily Kandinsky, den der in Leipzig geborene Künstler während seiner Studentenzeit hört, wird dabei zum Schlüsselerlebnis. Was für andere einen langen Weg der Suche und der endlichen Findung bedeutet, ist für ihn die Grundlage eines reichen Schaffens. Diese künstlerische Konsequenz wird ihm in der Zeit des Nationalsozialismus zum Verhängnis. Erst mit der Nachkriegszeit beginnt für Hartung der große Durchbruch. Seine ungegenständlichen Arbeiten finden nun ein aufnahmewilliges Publikum. Das vieldeutig Zeichenhafte in seinen Werken ist es, das besonderen Zuspruch findet. Zudem wird die Zugehörigkeit zur École de Paris, die in den fünfziger Jahren Mittelpunkt der europäischen Avantgarde ist, besonders honoriert.

Hartungs Bildfindungen sind nicht mit psychologischer Tiefe belastet. Es sind freie Formen eines dynamischen Schaffensprozesses, die mit grafischem Gestus seine Arbeiten wirkungsvoll bereichern. Die hier vorliegende Pastellzeichnung aus den schwarzen Linienbündeln, denen kräftige blaue und weiße Akkorde entgegengesetzt sind, ist eine besonders sensible Arbeit aus den frühen 1950er Jahren, die durch ihre subtile Dynamik und die souveräne Beherrschung des Bildraumes besticht.

Hans Hartung ist einer der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Malerei und zugleich einer der wenigen Künstler, die von Beginn ihres Schaffens an ausschließlich in informellen Formen gearbeitet haben. Hartungs Werke, denen trotz ihrer spontanen, impulsiven Wirkung stets ein wohldurchdachter Arbeitsprozess zugrundeliegt, zeichnen sich durch ihre klare Bildsprache und ihre eindeutige, kompromisslose Zuwendung zur Abstraktion aus.
Hartung veröffentlicht seine Lebenserinnerungen 1976 in dem Buch "Autoportrait". Ein Jahr später wird er Mitglied der Académie des Beaux-Arts in Paris und 1981 erhält er den Oskar-Kokoschka-Preis der Republik Österreich. Die große Anzahl an Auszeichnungen, mit denen das künstlerische Schaffen Hartungs bereits zu seinen Lebzeiten bedacht wird, zeigt, dass er ein Künstler von internationalem Rang ist. 1989 stirbt er in Antibes als einer der wichtigsten Repräsentanten des europäischen Informel. [KD/DB].

712
Hans Hartung
Ohne Titel, 1952.
Pastell
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 46.360

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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