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Auktion: 409 / Klassische Moderne & Seitenwege der dt.Avantgarde am 06.12.2013 in München Lot 367

 
Objektbeschreibung
Schwarzmond. 1948.
Öl auf Leinwand.
Wohlert 2151. Rechts unten monogrammiert und datiert (ligiert). Auf dem Keilrahmen mit einem Etikett, dort von fremder Hand mit der Nachlassnummer "371" bezeichnet. 114,5 x 80,5 cm (45 x 31,6 in).

PROVENIENZ: Nachlass Karl Hofer.
Baukunst-Galerie, Köln.
Privatbesitz Lübeck.
Privatbesitz Süddeutschland (seit 1994).

AUSSTELLUNG: Karl Hofer, Magistrat von Groß-Berlin, Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin 1948, Inv.-Nr. 3/6 (verso mit dem typografischen Etikett, handschriftlich bezeichnet und nummeriert).
Karl Hofer, Berlin 1953, Kat.Nr. 84 (auf dem Keilrahmen mit dem typografischen Etikett).
Gedächtnis-Ausstellung Karl Hofer, Berlin/Karlsruhe 1957/1958, Kat.Nr. 132, Abb. Tafel 41 (auf dem Keilrahmen mit dem typografischen Etikett, handschriftlich nummeriert).
Karl Hofer, Baukunst-Galerie, Köln 1968, Kat.Nr. 38.
Karl Hofer, KunsthalleWilhelmshaven 1969, Kat.Nr. 44.
Karl Hofer, Baukunst, Köln 1975, Kat.Nr. 68 (Farbabb.).
Karl Hofer, Staatliche Kunsthalle Berlin 1978, S. 176, Kat.Nr. 192, Abb. 332.
Karl Hofer, Baukunst, Köln 1978, Kat.Nr. 84.
Karl Hofer, Halle 1978/79, S. 149, Kat.Nr. 108, 141, Abb. 92.
Karl Hofer, Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979, S. 4, Kat.Nr. 19, Abb. 36.
Willi Baumeister/Karl Hofer, Museum der Bildenden Künste, Leipzig 18.12.2004-27.2.2005, Farbabb. S. 146.

LITERATUR: Ursula Feist, Karl Hofer, Henschel Verlag, Berlin 1977, S. 15.
Hermann Raum, Die Bildende Kunst der BRD und Westberlins, Leipzig 1977, S. 29.
Renate Hartleb, Karl Hofer, Reclam Leipzig 1987, S. 87 (dort irrt. datiert 1949).
Karl Hofer. Von Lebensspuk und stiller Schönheit, Hrsg. Katharina Henkel, Wienand Verlag, Köln 2012, mit Farbabb. S. 69.

Karl Hofer wird am 11. Oktober 1878 in Karlsruhe als Sohn eines Militärmusikers geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre in der Hofbuchhandlung von C.F. Müller beginnt er 1897 ein Studium an der Großherzoglich Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Bis 1901 ist Hofer Schüler von Robert Poetzelberger, Leo von Kalckreuth und Hans Thoma - Lehrer, von denen er wenig Anregungen für sein ambitioniertes "Kunstwollen" erhält. Als Suchender gerät er unter den Einfluss Arnold Böcklins. Im Jahr 1900 bricht Hofer zu einer Studienreise nach Paris auf, wo er die naive Malerei Henri Rousseaus kennenlernt, die ihn besonders beeindruckt. Der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe erschließt ihm nicht nur sehenswerte Pariser Privatsammlungen, sondern macht ihn auch auf Hans von Marées aufmerksam, so dass Hofer sich 1903 entschließt, für einige Jahre nach Rom zu gehen. Seine bis dahin vom Symbolismus in der Nachfolge Böcklins geprägte Malerei verändert sich nun zugunsten einer klassisch-arkadischen Auffassung im Stil Marées. 1904 präsentiert das Kunsthaus Zürich innerhalb der "Ausstellung moderner Kunstwerke" die erste Einzelausstellung Hofers, die danach in erweiterter Form in der Karlsruher Kunsthalle, im Folkwang-Museum in Hagen und 1906 in Weimar gezeigt wird. Ab 1908 lebt Hofer zeitweise in Paris; der dortige Aufenthalt mit der Verarbeitung der Einflüsse Cézannes, der französischen Impressionisten und El Grecos verändern seinen Stil. 1913 übersiedelt der Künstler nach Berlin. Im folgenden Jahr wird Hofer in Frankreich interniert und kehrt erst 1917 nach Deutschland zurück. 1921 nimmt er eine Professur an der Kunstschule in Berlin-Charlottenburg an. Zum 50. Geburtstag findet 1928 eine große Retrospektive in der Kunsthalle Mannheim, der "Berliner Secession" und in der Berliner Galerie von Alfred Flechtheim statt. Während des Dritten Reiches wird Hofers Kunst als "entartet" diffamiert, 1933/34 wird er vom Dienst suspendiert und seine Arbeiten 1937 in der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.

Karl Hofer, der ab Juli 1945 Direktor der Hochschule der Künste in Berlin und ab 1950 Präsident des wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes ist, setzt sich vehement in Wort und Schrift gegen die Hinwendung zur Abstraktion in der deutschen Nachkriegskunst ein. Er zeigt mit größter Intensität, dass die gegenständliche Malerei, besonders die Darstellung des Menschen, einen wichtigen Platz in der Nachkriegskunst hat und behalten soll. Das vorliegende Gemälde zeigt ein junges Paar im zunehmenden Mond, symbolisch für Jungfräulichkeit, darunter ein weiteres Paar mit Tieren, darunter Stier und Pferd als Zeichen der Fruchtbarkeit und Ungeduld. Es ist ein hervorragendes Beispiel für die Einstellung und Grundhaltung des Künstlers. Mit "Schwarzmond" entsteht das erste einer Reihe von sogenannten Lunares-Bildern, die in einigen Werken zwischen 1950 bis1953 fortgeführt wird (vgl. W. 2356, 2361, 2388, 2560, 2644), in denen sich Hofer zum Teil aber durchaus mit der abstrakten Malerei auseinandersetzt.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1955 lebt Hofer in Berlin und bekleidet das Amt des Direktors an der Hochschule für Bildende Künste. [DB]

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Karl Hofer
Schwarzmond, 1948.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 164.700

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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Karl Hofer - Schwarzmond - Weitere Abbildung
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