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Auktion: 410 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2013 in München Lot 1229.10

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1959/60.
Acryl auf Leinwand.
Verso auf der Leinwand signiert, datiert und mit Richtungspfeil. 50 x 85 cm (19,6 x 33,4 in).

Mit einem Foto-Zertifikat des Künstlers, Atelier-Mack, vom November 2013.

PROVENIENZ: Galerie Elke Dröscher, Hamburg (verso mit dem Etikett (wohl 1971).
Privatsammlung Rheinland.

Der am 8. März 1931 im hessischen Lollar geborene Heinz Mack besucht 1950-53 die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf und macht sein Staatsexamen in Kunst- und Werkerziehung. Parallel dazu studiert er in Köln Philosophie. Zusammen mit Otto Piene gründet Mack 1957 die avantgardistische Künstlergruppe "ZERO", mit der sein Name seither untrennbar verbunden ist. Anstelle von "Klassischen Kompositionen" stellt sie den Betrachter vor völlig neue und provozierende Aspekte: Licht, Bewegung, Raum, Zeit, Dynamik, Vibration und serielle Strukturen treten in den Vordergrund. Licht und Bewegung sind auch die zentralen Themen der nun entstehenden Kunstwerke, wie das "Sahara-Projekt", das Mack 1958 konzipiert und 1968/69 teilweise realisiert.

Die vorliegende Arbeit steht in ihrer Bildformel der Werkreihe "Dynamische Strukturen" nahe, die eine Zwischenstufe der Malerei zur Kinetik darstellt. Die breiten horizontalen Zonen werden von einer Vielzahl kleiner vertikaler Strukturelemente durchbrochen und erschaffen so eine bildimmanente Bewegung. Um die strukturelle Dominanz noch weiter herauszustellen, wird das Farbspektrum auf Grau und Weiß reduziert. Heinz Mack selbst äußert sich zu diesem Gestaltungsprinzip besonders prägnant: "Die Unruhe der Linie: sie möchte Fläche werden; die Unruhe der Fläche: sie möchte Raum werden. Dieser Unruhe folgt unsere malerische Sensibilität. Linien, Fläche und Raum müssen kontinuierlich ineinander übergehen, aneinander sich 'aufheben', in dem dialektischen Sinne, den unsere Sprache hergibt. Bleibt diese Integration sichtbar, dann vibriert ein Bild, und unser Auge findet die Ruhe der Unruhe." (zit. nach Ausst.-Kat. Goepfert und Zero, Zero und Goepfert : Fontana, Goepfert, Mack .. :Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Frankfurt am Main, 29.4. - 31.5.1987, S. 42).

Für die documenta III in Kassel schafft Mack 1964 zusammen mit Piene und Uecker den "Licht-Raum", der sich heute im Kunstmuseum in Düsseldorf befindet. 1966 zeigt die New Yorker Howard Wise Gallery eine Mack-Einzelausstellung, im selben Jahr findet die letzte ZERO-Ausstellung in Bonn statt. Neben den "Rotoren" bilden die "Lichtreliefs" eine weitere selbstständige Werkgruppe, die vor allem während der 1970er Jahre - nach Auflösung der "ZERO"-Bewegung - in Erscheinung tritt. Inspiriert durch die Sonnenfarben seines Ateliers auf Ibiza widmet sich Mack ab 1991 wieder intensiv der Malerei, nennt seine Werke "Chromatische Konstellationen". Einen Beweis für seine Vielfältigkeit liefert der Künstler 1999: Anlässlich des 250. Geburtstages von Goethe erscheint die Publikation "Mack: Ein Buch der Bilder zum West-östlichen Divan". Für sein Gesamtwerk und für seine Arbeit als Botschafter der Kulturen erhält Mack das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Heinz Mack gilt als unermüdlicher Experimentator im Spektrum des Farblichts. Als Maler, Zeichner, Skulpturenkünstler, Keramiker, aber auch als Gestalter von Plätzen und Interieurs stellt er die ästhetischen Gesetze von Licht und Farbe, Struktur und Form in immer neue Dialoge. Seine Werke befinden sich in rund 100 öffentlichen Sammlungen in aller Welt. [CB].

1229.10
Heinz Mack
Ohne Titel, 1959.
Acryl auf Leinwand
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 152.500

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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