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Auktion: 460 / Contemporary Art am 09.12.2017 in München Lot 115003019

 
Objektbeschreibung
Gum painting. 2007.
Objekt. Kaugummi auf grundierter Leinwand im Objektkasten.
Verso auf der umgeschlagenen Leinwand signiert und datiert. 102 x 75,5 cm (40,1 x 29,7 in). Gesamtmaße: 104,5 x 81 x 4 cm (41,1 x 31,9 x 1,6 in).

PROVENIENZ: Perez Projects, Los Angeles.

Aufrufzeit: 10.12.2016 - ca. 15.00 h +/- 20 Min.

Essay
Der amerikanische Künstler Dan Colen geht in seinen Gemälden und Objektarbeiten einer zentralen Frage auf die Spur: Bis zu welchem Grad stammt die Kunst von Künstler oder ist aus vom Künstler unabhängigen äußeren Kräften geboren? Schon von klein auf ist der aus einer Künstlerfamilie stammende Dan Colen im Atelier seines Vaters, dem Bildhauer Sy Colen, von Kunst und Kunstschaffenden umgeben. Er beschreitet diesen Weg weiter, macht bis 2001 eine Malerei-Ausbildung an der Rhode Island School of Art and Design. Im Anschluss verschlägt es ihn nach New York, wo ihn die Kunstszene seiner teilweise provokanten Kunst wegen den "bad boy of post-pop New York" nennt. In seinen frühesten Gemälden überarbeitet Colen mit Ölfarbe gemalte genaue Darstellungen von verschiedenen Innenräumen mit übernatürlichen Erscheinungen wie Feen, Kobolden, Jesus Christus und der Gestalt seines verstorbenen Großvaters. Doch schon ab 2006 verwendet Colen nicht mehr Farbe für seine Bilder, sondern unterschiedlichste vermeintlich niedere Materialien - von der Spraydose, über Leinwand, Pappmaché, Federn, Vogelkot und Konfetti bis hin zu Kaugummi. Im Zentrum dieser Materialbilder steht der Kontrollverlust über das Kunstobjekt und die Einwirkung äußerer Kräfte auf dasselbe. Die Herstellung der entstehenden Skulpturen und Bilder entzieht sich der totalen Kontrolle durch den Künstler, die finale Form ist im Gegenteil Produkt des jeweils verwendeten Materials, seiner spezifischen Eigenschaften und individuellen Verhaltens im Zusammenspiel mit den äußeren Gegebenheiten. Deutlich wird dies am Beispiel der 2015 entstandenen Werkserie „Canopics“ mit Silberabgüssen der Negativformen von Leitplanken, die bei Autounfällen demoliert wurden. Der Werktitel verweist dabei auf Behältnisse ägyptischer Grabstätten, in denen die inneren Organe der Verstorbenen aufbewahrt wurden. Die Beziehung zwischen physischer Form und ihrer Veränderlichkeit durch metaphysische bzw. von außen einwirkende Elemente ist zentraler Bestandteil des künstlerischen Ansatzes von Dan Colen. Vor diesem Hintergrund umfängt Kunstwerke wie das hier angebotene „Gum painting“ (2007) mit ihrem materialgebundenen Erscheinungsbild - der Kaugummi verliert an Farbe, trocknet aus und kristallisiert über die Zeit - eine zwingende Aura von äußerer Vorherbestimmtheit und Schicksalhaftigkeit. Der Anteil des Künstlers beschränkt sich, und dies wird im Material des gekauten Kaugummis besonders evident, vor allem bei der Vorbereitung des Materials, das schließlich unkontrollierbar das tut was es will.
Die Vielfalt der von Dan Colen verwendeten Materialien erfüllt die Arbeiten des Künstlers mit außerordentlicher Lebendigkeit und macht sein Werk immer wieder innovativ und aufregend. Schon kurz nach seinem Abschluss stellt Colen 2002 erstmals in der Galerie Rivington Arms in Manhattan aus, weitere Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, England, Italien, Norwegen und Deutschland folgen. Hervorzuheben sind unter anderem Dan Colens Teilnahme an Gruppenausstellungen wie der Armory Show und der Whitney Biennial in New York (2006) sowie Einzelausstellungen im Inverleith House, Royal Botanic Garden in Schottland (2013), dem Herning Museum of Contemporary Art in Dänemark (2015) sowie bei Dallas Contemporary in Texas (2016). Der Künstler lebt und arbeitet in New York. [FS]

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
115003019
Dan Colen
Gum painting, 2007.
Objekt
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
 


Weitere Abbildungen
Dan Colen - Gum painting - Rückseite
Rückseite
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