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Auktion: 478 / Contemporary Art am 08.12.2018 Lot 115003019

 
bild folgt

Objektbeschreibung
Gum Painting. 2007.
Objekt . Kaugummi auf grundierter Leinwand im Objektkasten.
Verso auf der umgeschlagenen Leinwand signiert und datiert. 102 x 75,5 cm (40,1 x 29,7 in). Gesamtmaße: 104,5 x 81 x 4 cm ( 41,1 x 31,9 x 1,6 in).

PROVENIENZ: Perez Projects, Los Angeles.

"A lot of my work is about what's abstract and what's pictorial. Is it bubblegum, or is it an abstract painting using bubblegum? The energy comes from walking that line and watching things dip this way and that."
Dan Colen in einem Gespräch mit Edward Helmore, zit. nach: The Guardian, Artikel vom 9. Mai 2014

Essay
Der amerikanische Künstler Dan Colen geht in seinen Gemälden und Objektarbeiten einer zentralen Frage auf die Spur: Bis zu welchem Grad stammt die Kunst vom Künstler oder ist aus vom Künstler unabhängigen äußeren Kräften geboren? Schon von klein auf ist der aus einer Künstlerfamilie stammende Dan Colen im Atelier seines Vaters, dem Bildhauer Sy Colen, von Kunst und Kunstschaffenden umgeben. Er beschreitet diesen Weg weiter, macht bis 2001 eine Malerei-Ausbildung an der Rhode Island School of Art and Design. Im Anschluss zieht es ihn nach New York, wo ihn die Kunstszene seiner teilweise provokanten Kunst wegen den "bad boy of post-pop New York" nennt. In seinen frühesten Gemälden überarbeitet Colen mit Ölfarbe gemalte genaue Darstellungen von verschiedenen Innenräumen mit übernatürlichen Erscheinungen von Feen, Kobolden, Jesus Christus und der Gestalt seines verstorbenen Großvaters. Doch schon ab 2006 verwendet Colen nicht mehr Farbe für seine Bilder, sondern unterschiedlichste, vermeintlich niedere Materialien - von der Spraydose über Leinwand, Pappmaché, Federn, Vogelkot und Konfetti bis hin zu Kaugummi. Im Zentrum dieser Materialbilder stehen der Kontrollverlust über das Kunstobjekt und die Einwirkung äußerer Kräfte auf dasselbe. Die Herstellung der entstehenden Skulpturen und Bilder entzieht sich der totalen Kontrolle durch den Künstler, die finale Form ist im Gegenteil Produkt des jeweils verwendeten Materials, seiner spezifischen Eigenschaften und seines individuellen Verhaltens im Zusammenspiel mit den äußeren Gegebenheiten. Die Beziehung zwischen physischer Form und ihrer Veränderlichkeit durch metaphysische bzw. von außen einwirkende Elemente ist zentraler Bestandteil des künstlerischen Ansatzes von Dan Colen. Vor diesem Hintergrund stehen Kunstwerke wie das hier angebotene "Gum Painting" (2007) mit seinem materialgebundenen Erscheinungsbild - der Kaugummi verliert an Farbe, trocknet aus und kristallisiert über die Zeit. Der Anteil des Künstlers beschränkt sich, und dies wird im Material des gekauten Kaugummis besonders evident, vor allem bei der Vorbereitung des Materials, das schließlich unkontrollierbar das tut, was es will.
Schon kurz nach seinem Abschluss stellt Colen 2002 erstmals in der Galerie Rivington Arms in Manhattan aus, weitere Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, England, Italien, Norwegen und Deutschland folgen, bspw. Dan Colens Teilnahme an der Armory Show und der Whitney Biennial in New York (2006) sowie Einzelausstellungen im Inverleith House, Royal Botanic Garden in Schottland (2013), im Herning Museum of Contemporary Art in Dänemark (2015) sowie bei Dallas Contemporary in Texas (2016). Der Künstler lebt und arbeitet in New York. [FS]
115003019
Dan Colen
Gum Painting, 2007.
Objekt
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
 


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