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Auktion: 443 / Kunst nach 1945 II am 10.06.2016 in München Lot 402

 
Objektbeschreibung
Vier Bäume. 1947/48.
Öl auf Sackleinen, fest in Rahmen montiert.
Janda 47/26. Verso auf der Rahmenrückseite signiert, datiert und betitelt. 53 x 32 cm (20,8 x 12,5 in).
Im Original-Rahmen.
Eines der seltenen Ölgemälde aus dem Frühwerk Gerhard Altenbourgs.

PROVENIENZ: Galerie Brusberg, Berlin.
Galerie Stübler, Hannover (1988).
Privatsammlung München.

LITERATUR: Dieter Brusberg (Hrsg.), Gerhard Altenbourg. Werk-Verzeichnis 1947-1969, unter Mitarbeit von Annegret Janda, Hannover 1969, S. 120.

Essay
Das Naturbild begleitet Gerhard Altenbourg von Anfang an. Landschaft ist ihm, besonders nach den Wirren des Krieges, ein Rückzugs- und Sehnsuchtsort, ein künstlerisches Utopia. Dabei verrät er deutlich seine Kenntnis der Romantiker des 19. Jahrhunderts: Wie Caspar David Friedrich und seine Zeitgenossen, so verwandelt auch Altenbourg die Natur und vor allem den Baum in ein echtes "Seelenwesen". Naturnachbildung dagegen spielt schon um 1947 keine nennenswerte Rolle mehr. Zusehends gelingt es dem jungen Künstler, zu dieser Zeit Schüler des Landschaftsmalers Erich Dietz, in seinen Baumdarstellungen die Grenzen des Abbildhaften zu überwinden. Stattdessen erfühlt er die inneren Strukturen der Landschaften und lässt sie im Werk manifest werden.
In der seltenen Ölmalerei "Vier Bäume" fühlt man sich unweigerlich an Monets Spätwerk, aber auch an den Expressionismus erinnert: ein materialreiches, ausdrucksstarkes "Fleckenmalen" in nervösen, zugleich aber äußerst treffsicheren Strukturlagen, vereint mit kraftvollem, vom Naturvorbild ganz gelösten Kolorit. Mit diesem Werk kann Altenbourg die Grenze zur Abstraktion behände überschreiten.
402
Gerhard Altenbourg
Vier Bäume, 1947/48.
Öl
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 9.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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