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Auktion: 431 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 25.05.2016 in München Lot 92

 
Objektbeschreibung
Frühling. Um 1900/1902.
Öl auf Holz, teilparkettiert.
Vgl. Voss 249 sowie 388-391. Rechts unten signiert. 58 x 50 cm (22,8 x 19,6 in).
Originaler Künstlerrahmen, verso mit einem Etikett des Rahmenmachers Hans Irlbacher, München. [CB].

PROVENIENZ: Privatbesitz Süddeutschland.

Essay
Das hier angebotene bislang unbekannte Bildnis eines jungen Mädchens entspricht motivisch einem mehrfach bei Stuck erscheinenden Porträttypus. Möglicherweise ist es eine frühe Variante des "Frühlings" von 1902 (vgl. Voss 249), bei der das Mädchen den Betrachter noch nicht direkt ansieht, sondern im klaren Profil dargestellt ist. Vermutlich entwickelt Stuck das Frühlings-Motiv mit Blütenkranz und Blumen in den Händen haltend aus dem 1899 entstandenen Gemälde "Aschenbrödel" heraus (vgl. Voss 193). Variationen der allegorischen Frühlings-Darstellung sind bis 1912 belegt (vgl. Voss 388-391). Vermutlich plante der Maler bereits um 1900/1902 eine allegorische Folge der vier Jahreszeiten, die jeweils durch Mädchen oder junge Frauen dargestellt werden sollten. Jedoch findet sich in seinem Œuvre lediglich die dazu passende Darstellung des "Sommers" (um 1900, vgl. Voss 210). Doch auch das Porträt seiner Gattin Mary Stuck mit zwei Äpfeln, das Stuck zwischen 1900 und 1914 mehrfach wiederholt und variiert, könnte als Allegorie des Herbstes in den Jahreszeitenzyklus passen. Stuck verwendet hierfür eine durchaus vergleichbare Komposition: Am unteren Bildrand zeigt sich ein schmaler Streifen Landschaft mit sehr tiefem Horizont, darüber weitet sich ein locker bewölkter Himmel. Die Frauen sind vor dieser kulissenhaften Landschaft als Halbfiguren erfasst, sie blicken direkt zum Betrachter, haben Schultern und Oberkörper jedoch ins Profil gedreht. Beim etwas früher entstandenen "Sommer" fehlt diese Körperdrehung noch weitestgehend, vergleichbar mit der frühen Variante des Mary-Porträts und somit einem Vorgänger des vermeintlichen "Herbstes" (beide um 1900, vgl. Voss 203).
Eine der Frühlings-Varianten befindet sich heute in Privatbesitz, zwei sind in Museen öffentlich zugänglich: die frühe Variante von 1902 (Voss 249) im Szépmüvészeti Múzeum in Budapest, die späte von 1912 (Voss 390) im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt.

92
Franz von Stuck
Frühling, Um 1900/1902.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 300.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Franz von Stuck - Frühling - Rahmenbild
Rahmenbild
Franz von Stuck - Frühling - Weitere Abbildung
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